Es war noch einmal, fast wie bestellt, ein lauer Sommertag, der zum letzten gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrer Georg Hartl in der Waidhauser Pfarrgemeinde mit anschließendem Stehempfang einlud. Die Bedeutung des Wirkens und des Abschieds des Seelsorgers untermauerte das große Vereinsorchester des Musikvereins unter Leitung von Hermann Mack in einer bis hinauf auf die Empore fast vollständig gefüllten Emmeramskirche. Vorne beim Altar brachte der riesige, von Blumen umrahmte Schriftzug "Danke", die Szenerie auch bildlich zum Ausdruck.
Zu einer regelrechten musikalischen Festmesse geriet der gemeinsame Gottesdienst. Hatte doch Sopranistin Andrea Olbrich noch einmal den gesamten Kirchenchor reaktiviert und zusammengeholt. Es gab viel Musik, angefangen von Organist Markus Mathy über das Vereinsorchester und ehemaligen Kirchenchor bis hin zu allen Kantoren.
Als Sprecher des Pfarrgemeinderats übernahm Josef Kleber die Laudatio: "Wir haben Sie kennengelernt als einen mutigen und tatkräftigen Priester mit großem Gottvertrauen. Mit klaren Positionen in theologischen sowie kirchen- und gesellschaftspolitischen Fragen haben Sie als Pfarrer in unserer Gemeinde bei der Bewältigung der großen und vielfältigen Herausforderungen mehr als gute Arbeit geleistet und vieles ermöglicht."
Es flossen viele Tränen im weiten Rund, wovon Kleber auch selbst nicht verschont blieb, als er zusammenfasste: "Seit über einem Jahr beschäftigt uns Ihr Abschied in den Ruhestand, der einem Menschen auch in Ihrem Alter von beinahe 80 Jahren mehr als zusteht. Sie haben ihre Dienstzeit bereits fünfmal verlängert und auch für einen weiteren Verbleib hier in Waidhaus Antrag gestellt. Seit wir wissen, dass das Bistum dieser Verlängerung nicht zustimmt, haben wir diesem Augenblick mit bangen Augen entgegengeblickt", sagte Kleber. Im Auftrag überreichte er als Abschiedsgeschenk eine Art Gästebuch mit Einträgen aller kirchlichen Gruppierungen und Unterschriften der Gläubigen.
Daran knüpfte Bürgermeister Markus Bauriedl persönliche Worte an den über die Grenzen geschätzten Geistlichen und "wohl für lange Zeit letzten eigenen Seelsorger für Waidhaus". Zur neuen Aufgabe in der Expositur St. Vitus, Neunaign bei Schnaittenbach sagte der Bürgermeister: "Wir haben aber auch Verständnis dafür, dass Sie in einer kleinen Pfarrei mit weniger Gläubigen und weniger Liegenschaften kürzertreten wollen." Hierfür wünschte er ihm "Gottes Hilfe und Segen".
In den vergangenen Monaten hatte sich der scheidende Geistliche besonders dafür eingesetzt, die Pfarrgemeinde auf den Zeitenwechsel vorzubereiten, so dass ein reibungsloser Übergang geschehen kann, wie Kleber ergänzte. Die Pfarrei wird in die künftige Pfarreiengemeinschaft Pleystein-Waidhaus-Burkhardsrieth-Miesbrunn eingegliedert. Dr. Wolfgang-Dieter Hamperl würdigte auch den "enormen Einsatz" des Geistlichen für die Sudetendeutschen und die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Nachbarland. Dies unterstrich auch eine nicht zu kleine Delegation aus Tschechien.
Nach dem Gottesdienst gab es einen Stehempfang am Kirchplatz, der vom Pfarrgemeinderat organisiert und durch den katholischen Frauenbund unterstützt wurde. Pfarrgemeinderat und Frauenbund dankten dabei auch Agnes Hanel mit einen Blumenstrauß und überraschten die langjährige Pfarrhaushälterin mit einem Geschenk zum Abschied. Auch sie verlässt Waidhaus in einen neuen Lebensabschnitt in Teublitz im Landkreis Schwandorf.














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