05.04.2019 - 10:46 Uhr
WaidhausOberpfalz

Ärger um neue Poller

Werner Duschner ging geladen in die Marktratssitzung in Waidhaus. „Das ist beileibe keine Bereicherung. Wer kam auf diesen glorreichen Gedanken?“, wetterte der Gemeindevertreter der Bürgerliste.

Obwohl die Metallpfosten rund ums "Haus am Eck" optisch kaum auffallen, erzeugen sie eine große Wirkung. Auch das dortige Halteverbot führte zu einer Auseinandersetzung im Marktrat.
von Josef ForsterProfil

Grund für Duschners Unmut waren die „neuen Verkehrshindernisse“ rund ums „Haus am Eck“. „Gibt es dazu überhaupt einen Marktratsbeschluss?“, fragte er in die Runde. An dieser Stelle besteht außerdem seit kurzem ein absolutes Halteverbot. „Ich habe nun wohl bundesweit die einzige Arztpraxis, wo Patienten nicht ein- und aussteigen dürfen. Das sehe ich als schlechte Basis für einen möglichen Nachfolger. Für meine Praxis ist das absolut unvorteilhaft. Das wird es so schnell nicht mehr irgendwo anders geben“, sagte er. Die Post-Lastwagen blieben nun direkt auf der Straße stehen, und das zwei Mal am Tag: „Man hat große Schwierigkeiten beim Herausfahren und beim Vorbeikommen.“

Bürgermeisterin Kirzinger begründete das Vorgehen postwendend: „Nach einer gemeinsamen Verkehrsschau mit dem Bauausschuss und der Polizei wurde uns dies empfohlen. Es hatte massive Klagen gegeben von all jenen, die rechts abbiegen wollten.“ Nach der Neuerung habe sie nur positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten, weil nicht mehr den ganzen Tag Autos dort stünden. Bei den Postautos habe es zudem keine Änderung gegeben: „Die standen schon davor auf der Straße, obwohl sie ihre Ladetätigkeiten auch im Hof hinten tätigen könnten. Die dürften da gar nicht stehen bleiben.“

Unterstützung erhielt die Rathauschefin von Vera Stahl (SPD): „Die Problematik wurde im Bauausschuss schon desöftern angesprochen. Bei der Umsetzung der Maßnahme gab es keinerlei Gegenstimmen. Die Poller verändern zudem die Parksituation nicht.“

Duschner begründete seinen Ärger mit fehlender Information: „Im Vorab wussten wir den Standort nicht und nun sehe ich diese als Verkehrshindernis.“ Zur Lösung riet Josef Kleber (CSU) zum Anbringen von Zusatzschildern, welche das Ein- und Aussteigen erlauben würden. Dagegen erhob jedoch sofort seine Fraktionskollegin Gabi Wolf vehement Einwand. Die Holztransporter kämen dann nicht mehr durch.

Enttäuscht ist die Marktgemeinde nach dem Eingang der Stromrechnung für 2018. Obwohl seit Jahren ein Umstellen der Straßenzüge auf LED laufe, spüre die Kommune davon bislang nichts bei den Ausgaben. Die Bilanz spreche deutliche Zahlen. Trotz der Reduzierung von 15 800 Kilowattstunden weise die Forderung Mehrkosten von stolzen 3272 Euro auf. Durch die Bindung an den Grundversorger müsse Waidhaus im gleichen Zeitraum eine Steigerung der Energiekosten von 15 auf 21 Cent je Kilowattstunde hinnehmen.

Ein weiteres Festereignis ist anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft mit der Nachbargemeinde Rozvadov geplant. Vor der dortigen Kirche wertet seit knapp einem Jahr ein Freundschafts-Kreuz die Optik auf. Das Kreuz finanzierte die Gemeinde Rozvadov, den Sockel die Marktgemeinde Waidhaus. Nun soll es umgekehrt sein, denn der gleiche Künstler ist mit einem zweiten Exemplar für Waidhaus bereits beauftragt. Über die Kosten von 3000 Euro informierte Bürgermeisterin Margit Kirzinger die Markträte. Der Granitsockel sei auch schon bestellt. Pfarrer Georg Hartl, der auch zur Sitzung gekommen war, hatte einen Standort für das Kreuz vor der Emmeramskirche bereitgestellt. Die Einweihung sei für Sonntag, 23. Juni, geplant.

Bei der Pflege des Bockl-Radwegs innerhalb der Marktgemeinde werde weiterhin dem Verein "denkstatt" vertraut. Der Vertrag beinhalte eine monatliche Pauschale von 200 Euro, sowie die einst von Markträtin Monika Zeitler-Kals geäußerte Bitte um Rücksichtnahme auf blühende Pflanzen am Wegesrand.

Geschlossene Zustimmung signalisierte das Gremium der MERO zum Verlegen neuer Kupferseilkabeln entlang der Gemeindestraße im Bereich Haselruh an Oberströbl vorbei. Die Begründung für die Maßnahme nährte bei den Räten jedoch die Befürchtungen von Schäden im Umfeld großer Stromleitungen massiv. Denn die neuen Kabeln sollen eine befürchtete Übertragungslast der hier querenden 380 kv-Leitung zwischen Rothenstadt und Temelin ableiten.

Einstimmig stellte sich das Marktrat hinter ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich in Grafenau. Zumal der Neubau als Ersatz für das beim Sturm Fabienne arg in Mitleidenschaft gezogene Wohnhaus gedacht ist.

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