25.04.2019 - 09:43 Uhr
WaidhausOberpfalz

Alles aus sich herausholen

Die „Augsburger Puppenkiste“ kennt jeder. Bei der „Dorfbühne“ ist nun auch das „Augsburger Volkstheater“ ein Begriff.

Mit dem Stanislawski-System beschäftigte sich ein Theaterkurs der "Dorfbühne", zu dem Elena Weingärtner (kniend, Mitte) als Kursleiterin in die Oberpfalz gekommen war.
von Josef ForsterProfil

Ein besonderes Angebot lockte Teilnehmer aus ganz Bayern in den Grenzort. Alles drehte sich über Ostern um das „Stanislawski-System“. Der Begriff fußt im russischen Regisseur Konstantin S. Stanislawski, der ein Theater anstrebte, das so realistisch wie möglich sein sollte. Als Referentin holte sich der Theaterverein Elena Weingärtner in die Oberpfalz, die gleich eingangs zu verstehen gab: „Das Schlüsselelement des Eindrucks einer unvermittelten Realität des Bühnengeschehens war der Schauspieler.“ Was die gebürtige Russin aus Sankt Petersburg damit meinte, setzten die Teilnehmer im Laufe des verlängerten Wochenendes vielfach in die Praxis um und machten die Ideen des Begriff gebenden Regisseurs anhand von einfachen Übungen sichtbar. Die Theaterregisseurin und Kulturreferentin vermittelte das Wesentliche der szenischen Darstellung nach Stanislawski auf einfache und verständliche Weise. Natürlich mit viel Humor.

Durch spielerische Improvisationen, Einzel- und Gruppenszenen erlernten die 17 Laienspieler die Grundelemente des Stanislawski-Systems und kamen dem Geheimnis der "Arbeit des Schauspielers an sich selbst" auf den Grund. Ziel war es, sich mehr mit den Rollen identifizieren zu können und somit authentischer in der Darstellung zu werden, um das Publikum gänzlich in den Bann zu ziehen.

Bei Regisseur Josef Kleber von der „Dorfbühne“ liefen alle Fäden der Vorbereitung und der Durchführung zusammen. Ansätze möchte er bereits beim nächsten Theater oder auch den Theater-Stammtischen bald unterbringen. Als Öffentlichkeitsreferent des Verbands der Bayerischen Amateurtheater gelang es ihm, den Kurs nach Waidhaus zu holen.

Mit dabei war mit Claudia Weber auch die Bezirksvorsitzende von Schwaben, die das Wochenende als „gute Mischung aus theoretischem Wissen und Anwendung“ beurteilte: „Trotz jahrelanger Lehrgangserfahrung meinerseits habe ich neue Impulse bekommen. Das kommt nicht mehr sehr oft vor.“ Eine Teilnehmerin outete sich als Mitglied des „Augsburger Volkstheaters“, was dazu führte, dass die Laienspieler aus den eigenen Reihen wissen wollten, mit welchem Angebot ein Amateur-Theaterverein in einer Großstadt jongliert und welche Unterschiede zum Land auftreten.Von Seiten des Theatervereins unterstützte Maria Forster mit den Familien Helgert, Balk und Wellert den Lehrgang mit toller Verpflegung das ganze Wochenende über.

Um die Organisation kümmerte sich Regisseur Josef Kleber, der sich bei den Rollenspielen (hier mit Christine Wellert) gerne selbst einbrachte.
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