(fjo) Üppig beladen mit Tagesordnungspunkten präsentierte sich die Sitzung des Marktrats vor der Sommerpause. Ebenso groß war das Interesse bei den Zuhörern, da viele Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) gekommen waren. Sogar Kreisheimatpfleger und Geschichtsexperte Peter Staniczek aus Vohenstrauß mischte sich unter die Gäste.
Hintergrund war die Benennung eines Heimatpflegers. Bürgermeisterin Margit Kirzinger gestand, dass der bisherige Umgang mit der Thematik ein "Vakuum" gewesen sei. Ebenso wie im Nachbarort Eslarn sei deshalb die Zeit für eine Lösung gekommen. Nach dem Hinweis Staniczeks habe sie schnell dessen Meinung ebenso vertreten, obwohl ein engagierter HAK sich sehr gut um die Belange kümmere.
Gemeinsame Aufgabe
Als wesentliche Aufgaben sieht die Rathauschefin für einen örtlichen Heimatpfleger die Betreuung der lokalen Kultur und die Bewahrung des Wissens um die Ortsgeschichte, zumal der Heimatbegriff wieder hohe Akzeptanz genieße, was weiter gestärkt werden solle. "Auch die Dörfer brauchen ein Gedächtnis um das Wissen ihrer Geschichte", sagte die Rathauschefin. Doch Kirzinger zählte noch viel mehr auf, darunter die Zusammenarbeit mit der Schule sowie mit den Bezirks- und anderen Heimatpflegern. Mit dem HAK-Vorsitzenden Andreas Ringholz präsentierte Kirzinger den Markträten eine "geeignete Person". "Dass er dies mit seinem HAK kann, hat man in den vergangenen Jahren deutlich sehen können." Die Bestellung aus Reihen des Gremiums war für den Marktrat selbstverständlich. Das zeigte der einstimmige Beschluss. Das Amt übernimmt Ringholz unbefristet und sofort.
Er will aber die neue Tätigkeit nicht alleine stemmen, sondern auch auf seine Mitstreiter übertragen, "weil jeder der Mitglieder sein spezielles Wissensgebiet hat". Kräftig applaudierten Zuhörer und Markträte. Die Bürgermeisterin ließ noch wissen, dass im nächsten Haushalt auch Mittel für die Ortsheimatpflege eingestellt würden.
Ausbesserungsbedarf sehen die Markträte bei der Aussegnungshalle. Die Verwaltung ließ deshalb über Kreisheimatpfleger Hans Sax aus Pleystein eine Ausschreibung vornehmen, wozu nun Angebote vorlagen. Die Bürgermeisterin informierte über eine im Vorfeld erfolgte Feuchtigkeitsmessung. Über die Größenordnung der Maßnahme schieden sich jedoch die Geister. Monika Zeitler-Kals (SPD) brachte zunächst den "ziemlich feuchten Keller" zur Sprache. Der Zeitpunkt der letzten Renovierung interessierte zweiten Bürgermeister Markus Bauriedl (UWG).
Kirzinger versuchte zu verdeutlichen, dass es sich nicht um eine Generalsanierung handeln soll: "Das ist alles nicht so schlimm, deshalb ist eine größere Maßnahme auch nicht notwendig." Zeitler-Kals hielt dennoch dagegen: "Ein Sanierungsputz hält ja wieder nur drei bis vier Jahre." Ihre Fraktionskollegin Vera Stahl bat um eine weitere Untersuchung. Erst danach lasse sich eine Entscheidung treffen.
Einmütiges Votum
Da die Nachfragen nicht weniger wurden, bat Kirzinger um Zurückhaltung: "Wenn wir weiter gehen, sprechen wir über völlig andere Summen. Dann sind wir schnell bei einer Größenordnung wie beim Rathaus." Unterstützung erhielt sie von Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl: "Wenn kleine Putzstellen mit den Jahren immer wieder abbröckeln, dann sollten wir daraus noch keine größere Maßnahme machen. Das Gebäude ist nicht bewohnt und wenig genutzt." Kirzinger ergänzte: "Es sieht auch nicht groß schlimm aus. Einfache Ausbesserungen reichen."
Als UWG/PL-Fraktionssprecher Josef Schmucker schließlich sagte "Das ist eine alte Burg und bleibt eine alte Burg" schien der Bann gebrochen. Einheitlich hoben die Markträte die Hand für die Vergabe von Putz- und Malerarbeiten an die Firma Müllner aus Pleystein für 5344 Euro.














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