18.10.2019 - 09:53 Uhr
WaidhausOberpfalz

Bald voller Handyempfang in Waidhaus

Die Markträte diskutieren wichtige Punkte zur Zukunft von Waidhaus, etwa über den Handyempfang, den Umbau der Freizeitanlage und die Parkplatzsituation.

von Josef ForsterProfil

Viele Informationen trug Rathauschefin Margit Kirzinger am Montagabend in den öffentlichen Teil der Marktratssitzung. Nach Informationen der Bundesregierung sollen 780 000 Haushalte in den Grenzregionen in absehbarer Zeit vollen Handyempfang erhalten. Zugrunde liege eine Vereinbarung mit den Nachbarländern, die künftige Abstrahlungen auf deren Staatsgebiet erlauben würden. Bestätigt fühlten sich daraufhin die Gremiumsmitglieder, weil sie schon lange eine Drosselung der im Bereich der Marktgemeinde vorhandenen Handymasten vermuteten. Ob die Erhöhung der Sendeleistung in allen Ortsteilen greift und zu einer flächendeckenden Versorgung führt, wird mit Spannung erwartet.

Seefest fällt aus

Beginnend bei der Riesenrutsche gab die Marktgemeinde für ihre Freizeitanlage "Bäckeröd" auf der Eingangsseite bis auf Höhe des Biergartens um die tieferen Beckenbereiche herum eine Überlaufrinne in Auftrag. Den Beginn der Umbauarbeiten kündigte Kirzinger für Anfang November an mit Kosten von rund 700 000 Euro. Im Zuge der Maßnahme sei ein Abkoppeln des Kinderbeckens vom großen Becken vorgesehen sowie eine Sanierung der Duschen. Mit dem Rinneneinbau gehe ein Umdrehen der Fließrichtungen einher. Das Einströmen von Chlor erfolge künftig an den bisherigen Absaugpunkten inmitten des Beckens. Mit der Planung ist das Fachbüro "Schinkinger & Heise" aus Mühldorf am Inn betraut.

"Zur Eröffnung der Badesaison wollen wir zwar fertig sein", sagte die Bürgermeisterin, doch sei der Fortschritt der Bauarbeiten sehr vom Wetter während des Winterhalbjahres abhängig. Aufgrund des Umfangs könne es zu Problemen für die Neuauflage des Seefestes im nächsten Jahr kommen. Mit den beiden Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft, Tobias Kirner und Detlef König, habe sie deshalb geredet. Beide Verantwortlichen hätten danach eingesehen: "Das ist nichts." An einer alternativen Veranstaltung auf dem Schulhof hätten sie kein Interesse. Die Entscheidung sei zugunsten eines dreitägigen Bürgerfestes gefallen.

Zu dem beliebten Areal machte Kirzinger eine weitere hoffnungsvolle Anmerkung. Nach neueren Prüfungen sei eine dauerhafte Überdachung der Bühne doch wieder im Gespräch. Im Gegensatz zur bisherigen Kostenschätzung von rund 50 000 Euro sei wohl eine günstigere Variante machbar.

Baxis ab 1. Februar

Mit einer direkten Anbindung aller Ortsteile an den öffentlichen Nahverkehr rechnet die Bürgermeisterin nach Start des Landkreis-Baxis am 1. Februar.

Weiter informierte die Rathauschefin über die Beteiligung des Landkreises am Pilotprojekt "Digitaler Bauantrag" ab Sommer/Herbst 2020. Damit einher gehe noch mehr Datenschutz. Bauanträge kämen so nicht mehr auf die Tagesordnung des Marktrats.

Die Einführung der digitalen Alarmierung kommt auf die Kommune zu. "Da müssen wir in den Haushalt einiges Geld hineintun", sagte Kirzinger. Für die erforderlichen Funkmeldeempfänger rechnete sie mit Kosten von 700 Euro pro Stück, wobei sie den Eigenanteil der Gemeinde bei 140 Euro sah. Zusätzlich seien digitale Sirenensteuerungen einzubauen. Für die in der Marktgemeinde vorhandenen fünf Sirenen erwartete die Bürgermeisterin Kosten von rund 5000 Euro und erklärte abschließend: "Das alles soll bis zum Jahresbeginn 2021 stehen und gehen."

In nichtöffentlicher Sitzung sei Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl für die Kommunalwahlen 2020 zur Wahlleiterin bestellt worden, Gemeindeangestellte Michaela Menzel zu ihrer Stellvertreterin. Außerdem gab Kirzinger den Abschluss eines Pachtvertrags mit einem Landwirt über 11 000 Quadratmeter Gemeindegrund bekannt.

Eine Umwidmung ehemaliger Verkaufsräume an der Ortsdurchfahrt in Büro- und Produktionsräume genehmigten die Markträte einstimmig. "Was kann da künftig rein?", wollte Georg Kleber (Pfrentscher Liste) wissen. "Nur ein nicht störender Gewerbebetrieb", antwortete ihm die Geschäftsleiterin.

Geschlossen befürwortete das Gremium einen zweiten Antrag des Vereinskartells, der auf die Kostenübernahme einer großen Trailerbühne in der Zeit vom 17. bis 19. Juli 2020 zum Bürgerfest abzielte. Die Bürgermeisterin begründete den Antrag mit der Verpflichtung einer besonderen Musikgruppe, die auf einer derartigen Auftrittsfläche bestehe. Das Angebot laute auf 2600 Euro für 3 Tage.

Nach einer Information des Anbieters werde das neue Kommunalfahrzeug der Marke Hako am Freitag nach Schwabach angeliefert und könne dann nächste Woche von der Gemeinde dort abgeholt werden.

Hainbuchen statt Pappeln

Einen Austausch der beiden flankierenden Pappeln am erneuerten Friedhofskreuz kündigte die Bürgermeisterin noch vor Allerheiligen an. Bestellt seien schmale Säulenhainbuchen, die tief wurzelten, mit Kosten von 420 Euro je Stück. Als Grund für den Austausch nannte Kirzinger: "Diese Pappeln schauen einfach nicht mehr schön aus."

Zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl wollte von der Verwaltung wissen, ob durch die Betreiber des Supermarkts in der Eslarner Straße bereits der Einbau einer Schranke vor dem Parkplatz angefragt wurde. Ursache sei die Zunahme von parkenden Pendlern und ein Missbrauch durch Wohnmobile.

Weil Josef Kleber und Ewald Zetzl (beide CSU) auf verschiedene Risse in den gemeindlichen Straßen hinwiesen, bat Kirzinger um eine Zusammenfassung der Schadstellen, "weil im nächsten Jahr weitere Ausbesserungen geschehen sollen".

Zu wenig Parkplätze

Die Ferienkind-Betreuung von Schulkindern in der Kindertagesstätte (Kita) St. Emmeram brachte Vera Stahl (SPD) zur Sprache: "Keine Mutter hat so viel Urlaub, wie Ferien sind." Die Markträtin bat deshalb darum, bei den umliegenden Kommunen anzufragen, wie diese das handhaben. Weil sie von zwei Müttern angesprochen worden sei, wäre es hilfreich, dies noch vor dem Baubeginn der Kita-Erweiterung in Erfahrung zu bringen. Mit dem Argument "Das Personal ist doch auch in den Ferien in der Einrichtung da" hoffte Stahl auf eine Lösung.

Zur Kita brachte Josef Kleber die Parkplatzsituation auf den Tisch. Mit der Inbetriebnahme der Containerlösung wäre es "noch schlimmer geworden, durch noch mehr Kinder". Manche Mütter müssten nun ihre Kleinkinder im Maxicosi weit bis zur Einrichtung tragen und hätten dann an der Hand oft auch noch ein zweites Kind: "Das ist sehr mühsam. Wer um 7 Uhr da ist, hat seinen Parkplatz. Wer später kommt, muss laufen."

Die Bürgermeisterin sah eine baldige Lösung im Bau der beschlossenen Parkplätze für das Personal am Benefiziatenhaus, "so dass oben wieder mehr Möglichkeiten für die Eltern bestehen". Postwendend wandte Kleber jedoch ein: "Das dauert doch mindestens noch ein Jahr." Während die Bürgermeisterin von weniger als einem Jahr ausging, konkretisierte Wilka-Dierl: "Nächste Woche kommen die Büsche weg." Daraufhin fügte Kirzinger an: "Und dann pflastert der Bauhof."

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