„Wir haben den Vorteil, eine zweite Kirche im Ort zu haben, die zur Ehre Gottes erbaut wurde“, sagte Pfarrer Georg Hartl am Beginn des Festgottesdienstes. Im ganzen Dekanat Leuchtenberg gebe es kein zweites Gotteshaus, das der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht sei. Lediglich die Kapelle neben der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg und eine kleine Feldkapelle auf dem Dreifaltigkeitsberg bei Muglhof hätten dasselbe Patrozinium. Zu Fuß hatte sich der Ortsseelsorger von der Pfarrkirche aus mit den Ministranten in voller Montur durch die viel befahrene Ortsdurchfahrt auf dem Weg zur ökumenischen Autobahn- und Radwegekirche gemacht. An der Seite von Musikerchef Hermann Mack spielte der 81-jährige Organist Karl Rauch die Kirchenorgel zum Patroziniumsfest. Etliche Helfer standen dem Geistlichen mit den Lektoren Jutta Reinisch und Harald Koller, Mesner Peter Helgert, Kantor Jörg Reinisch sowie Ulrike Uhlemann zur Verfügung. Pfarrer Hartl erklärte den Gläubigen die Beschränkung auf die drei Farben „Coelinblau, Englischrot und Gold“ als ein Ausdruck für das gewählte Bildprogramm zur Dreifaltigkeit beim Hochaltar: „Das ist das Zweite was auffällt.“ Denn obwohl es sich um eine Dreifaltigkeitskirche handle, gebe es hierzu nur eine einzige Darstellung in Form des großen Altarbilds. Die Begriffe von der Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit seien heute bei weitem nicht mehr so einleuchtend. Vielleicht ließe sich dies am Ehesten als ein „unteilbares Zeichen“ beschreiben. Oder auch mit der Einheit von „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ für die Zeit. Schon seit vielen Jahren diente das kirchliche Kleinod am westlichen Ortseingang den evangelischen Christen in Waidhaus und Umgebung als Gottesdienstraum. Als zum Beginn des neuen Jahrtausends eine grundlegende Renovierung anstand, entstand unter Federführung von Gunhild Stempel die Idee zur ökumenischen Autobahnkirche. Sie wurde im Juli 2004 offiziell eröffnet und kann sich seitdem, wenn auch inoffiziell, als jüngste Simultankirche Bayerns fühlen. Noch mehr versteht sich die Kirche als "interreligiöse Brücke" zwischen Ost und West, zwischen Tschechien und Deutschland und damit als Bindeglied für ein zusammenwachsendes Europa. In der Autobahnkirche liegt ein Anliegenbuch und ein Unfallopferbuch bereit, sowie eine Ikone für Besucher orthodoxen Glaubens. Ein gut bestückter, ökumenisch ausgerichteter Schriftenstand sowie die Möglichkeit, Kerzen anzuzünden sind vorhanden. Für Kinder gibt es eine kleine Spielecke - und, da zugleich „Radwegekirche“, auch frisches Wasser, eine Ladestation für E-Bikes sowie eine Raststation befinden sich gegenüber der Kirche.
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