20.12.2018 - 13:56 Uhr
WaidhausOberpfalz

Fahndung im Funkloch

Zwischen Zoll, Polizeibehörden und den CSU-Politikern herrscht Harmonie. Das war auch schon anders. Nur einen kleinen Wunsch haben die Beamten: Endlich besseren Mobilfunkempfang.

Zum letzten Mal war diesmal Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Franz von der Bundespolizei (Zweiter von links) dabei. Er stellte mit Polizeioberrat Gerhard Höfler (Vierter von links) den neuen Leiter vor. Ein neues Gesicht gibt es auch bei der Grenzpolizeiinspektion mit Gerhard Lutzenberger (Sechster von links).
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Chefs der Zollinspektion, der neuen Grenzpolizei und der Bundespolizei im Pfälzerhof haben heuer nur eine ganz kurze Wunschliste für die CSU-Politiker. Es gab auch schon andere Jahre mit Reformen, gravierendem Personalnotstand und fehlender Ausstattung auf den Dienststellen. Doch zwischen den Beamten und der Delegation mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht, Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger und Landrat Andreas Meier sowie den Fraktionskollegen aus dem Kreistag verbreitete sich vorweihnachtliche Harmonie.

Der 33-jährige Polizeihauptkommissar Gerhard Lutzenberger war als neuer Leiter der Bayerischen Grenzpolizei in der Gesprächsrunde. Der gebürtige Allgäuer lebt in Augsburg und ist für ein halbes Jahr zur Bewährung für Führungsaufgaben an der Dienststelle im Einsatz. Er hatte tatsächlich einen Wunsch an die Politiker. Es sei halt nur die Frage, was das Christkind dann bringe: „Zu der sehr guten Ausstattung, mit Abfragen schon im Fahrzeug mit Smartphone, Messenger, Laptop und Car-PC braucht es als große Voraussetzung ein funktionierendes Mobilfunknetz. Das wäre das A und O.“ Er wolle mit diesem Wunsch niemandem auf den Schlipps treten. Trotzdem: „Ich will als Einsatzleiter eine Kontrollstelle dort einrichten, wo es einsatztaktisch günstig ist und nicht dort, wo ich Mobilfunknetz empfange.“ Gleiches gelte für das Wegschicken der Daten über Messenger-Dienste. „Die müssen so schnell wie möglich bei den Kollegen draußen ankommen. Es kann doch nicht sein, dass diese erst Richtung Ulrichsberg fahren müssen, um die Nachricht zu empfangen.“ Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht versprach, sich um das Thema zu kümmern. „Es ist in der Breite noch nicht gelöst, das Jahr 2019 wird zum Schlüsseljahr.“ Oetzinger verwies auf die Unterstützung durch den Landtag mit Fördergeldern. Kommunen müssten mit der Standortwahl für Funkmasten mit ins Boot geholt werden, um die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess mit einzubinden.

Mit einem letzten Statement verabschiedete sich Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Franz von der Bundespolizei. Er tritt zum Jahresende seinen Ruhestand an. Sein Herzenswunsch um die Nachfolgeregelung sei mit Amtsantritt von Polizeioberrat Gerhard Höfler erfüllt worden. Deshalb falle seine Wunschliste relativ bescheiden aus. Nach wie vor sei die Südgrenze im Fokus. Durch die Organisationsstruktur taktisch besser wahrnehmbar durch die Bayerische Grenzpolizei. Trotzdem dürfe der Blick auf die tschechische Grenze nicht verloren gehen.

Auf der Autobahn A 6 gebe es viel mehr Schwerlastverkehr als auf der A 93. „Man müsse sich einmal vorstellen, was hier tagtäglich Lastwagen fahren.“ Dies sei für Zoll und Bundespolizei eine große Herausforderung, denn es gebe Hinweise, dass die Lastkraftwägen verstärkt zur Schleusung genutzt werden. „Viele Ermittlungsansätze sind nur möglich, weil wir hier eine sehr vertrauensvolle aber auch sehr konstruktive Zusammenarbeit über die Grenze hinweg haben.“ Elf Schleuser, die mit europäischem Haftbefehl gesucht wurden, konnten ermittelt werden. „Heute wird der letzte aus Frankreich abgeholt und tags darauf in Weiden vor Gericht vorgeführt“, berichtete Franz. Bundesweit ist Waidhaus die führende Inspektion im Bereich Waffen und Sprengstoff. Immerhin unter 85 Inspektionen. Die Nähe zu den Asiamärkten nannte Franz als einen Grund. Daneben sei dies dem fahnderischen Gespür seiner Kollegen geschuldet, die draußen in Sekundenbruchteilen entscheiden müssten, „das ist mein Auto, das schau ich mir an.“

Danach stellte sich der 51-jährige Gerhard Höfler aus Burglengenfeld den Politikern vor, der zurück zu seinen Wurzeln kehrt. Nach seinem Studium in Lübeck und Münster leitete er als Stellvertreter die Bahnpolizeiinspektion in Nürnberg. Anschließend kam er als Leiter von Würzburg heimatnah nach Waldmünchen, bevor ihn der Ruf nach Waidhaus ereilte.

Die Entwicklung aller drei Behörden vor Ort in den vergangenen zehn Jahren sieht Höfler positiv. „Ohne hervorragende Zusammenarbeit würde uns einiges durch die Finger rutschen. Das Gespür und die Fachkenntnis der Behörden gehören gebündelt, denn nur so lernt man voneinander und umso besser und effektiver werden die Kontrollen." Keiner könne sich auf den Status Quo berufen. "Ein Nationalstaat muss die Möglichkeit haben, die Grenzen zu schützen und zu sichern.“

Zollamtmann Manfred Schneider, Leiter der Kontrolleinheit Verkehrswege und an diesem Tag Gastgeber für die Politikerrunde, stellte die verbesserte Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden heraus. In diesem Jahr hat es Hospitationen gegeben, um die Arbeit der jeweils anderen Seite besser kennenzulernen. Die neuerbaute Halle erleichtere die Kontrollen. Im Koalitionsvertrag stünden viele positive Ansätze die den Zoll voranbringen werden, lobte Schneider. „Wir bekommen 6000 neue Stellen, die sich auch auf den Waidhauser Bereich mit neuem Personal auswirken.“ Bereits ab Januar kommen die ersten neuen Kollegen dazu. „Ohne ihr Zutun wäre das nicht möglich gewesen.“

Ich will als Einsatzleiter eine Kontrollstelle dort einrichten, wo es einsatztaktisch günstig ist und nicht dort, wo ich Mobilfunknetz empfange.

Gerhard Lutzenberger, Leiter der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.