27.02.2019 - 09:55 Uhr
WaidhausOberpfalz

Funkmast-Frust an der Grenze

In Sachen Mobilfunk hat Waidhaus bisher auf großzügige finanzielle Unterstützung vom Freistaat gehofft, um Lücken im Netz zu schließen. Jetzt kommt jedoch alles ganz anders. Die Fraktionen im Marktrat sind frustriert.

Neben dem Funkmast direkt am Ortseingang stehen drei weitere verteilt im gesamten Gemeindegebiet, die die Nutzung digitaler Kommunikation gewährleisten sollen. Im Marktrat herrscht jedoch großer Unmut über die vielen Funklöcher allerorts.
von Josef ForsterProfil

Noch vor wenigen Wochen setzte die Kommune große Hoffnungen in ein neues Förderprogramm des Freistaats. So hoffnungsvoll wie Breitbandpate Christian Meier zu einer Infoveranstaltung in Regensburg bei der Regierung aufgebrochen war, so frustriert kehrte er zurück. „Das bringt bei weitem nicht das, was wir uns erhofften“, fasste Bürgermeisterin Margit Kirzinger die neuen Erkenntnisse zusammen. Ursache der Empörung sei eine von den Digitalkonzernen herausgegebene Landkarte. Weiße Flecken darauf bedeuteten, dass dort kein Telefonieren möglich sei. „Wir haben bei Reichenau an der Grenze in einem Waldstück so einen kleinen weißen Fleck. Das ist die einzige Stelle im Gemeindegebiet.“ Deshalb komme Waidhaus zwar für das Programm infrage, aber dies bedeute keine geförderte Verbesserung für die gesamte Gemeinde. „Nur dort würden wir einen Masten gefördert bekommen, ansonsten sei Waidhaus zu 95 Prozent versorgt“, sagte die Bürgermeisterin.

Sie riet trotz alledem dazu, für das Förderprogramm eine Interessensbekundung abzugeben, auch wenn sie einschränkte: „Aber darauf glaube ich, können wir nicht bauen.“ Viele Bürgermeister seien erbost über dieses Förderprogramm und äußerten lautstark ihren Ärger: „Das kann man nicht so hinnehmen, weil die Karte einfach nicht stimmt.“ In der Hoffnung auf eine deutliche Änderung des Gesetzes sah sie darin keinerlei Nutzen: „Für uns in Waidhaus ist das ein Schmarrn. Das kann man nicht hinnehmen, weil es für uns nichts bringt.“ Postwendend Unterstützung erhielt sie von Gabi Wolf (CSU): „Wir haben in unserem gesamten Haus keinen Handyempfang“, weshalb die Hagendorferin forderte: „Kann man da keinen Einspruch einlegen. Die Karte stimmt doch nicht.“ Über die fehlende Erreichbarkeit an vielen Stellen im ganzen Gemeindegebiet beschwerten sich die Polizisten ebenso, wie die Einsatzkräfte. Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl bestätigte lediglich: „Das ist bekannt, aber die Richtlinien sind so.“ Auch sie sah ein Zutreffen des Förderprogramms nur für das Waldstück in Reichenau. Ewald Zetzl (CSU) sicherte zu, in Kürze den Gastredner in der CSU-Jahreshauptversammlung auf die Thematik anzusprechen. „Wir haben in Hagendorf kein Netz“, verdeutlichte ebenso Thomas Glaser (SPD), der daraus schloss: „Letztendlich stimmt die Karte nicht.“

Für die Kindertagesstätte St. Emmeram lag der Verwaltung der Jahresabschluss für 2018 mit einem Defizit von 35.307,49 Euro vor. Ohne Einwände trugen die Markträte 28.246 Euro (80 Prozent) davon, aufgrund einer Vereinbarung aus früherer Zeit. Die Waidhauser Feuerwehrleute erhalten einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro zur Anschaffung von fünf neue Uniformen.

Kirzinger dankte dem Bauhof für den Winterdienst in den vergangenen Wochen. „Die waren unheimlich viel im Einsatz und dabei wirklich fleißig und mussten ganz schön etwas leisten.“ Trotzdem seien ihr nie Klagen zu Ohren gekommen, obwohl oft ganze Wochenenden mit Einsätzen dabei waren. Weil wieder parkende Autos das Durchkommen von Schneepflügen unmöglich machten, wünschte sich die Bürgermeisterin mehr Verständnis von den Betroffenen. Als Termin für die Einweihung des „Dufthangs“ im neuen Lernort „Biene“ teilte Kirzinger den 29. Mai mit.

Vandalismus vermutete Vera Stahl (SPD) wegen herausgerissenen Pollern auf dem Bocklweg. Entwarnung gab die Bürgermeisterin, nachdem die Sperrpfosten zum einfacheren Schneeräumen entfernt worden waren. Zetzl machte die Kommune auf massive Risse in der Frankenreuther Straße zwischen dem Trägerhof und dem Weiler Hüttenmühle aufmerksam. Ebenso bat er darum, sich wegen des fehlenden Deckels auf dem Schieberegler beim Anwesen Wildenauer in Pfrentsch „Gedanken zu machen“. Schnee- und Eisreste im dortigen Hammergraben beurteilte er zudem als Unfallgefahr für die nutzenden Kinder. Thomas Müller (CSU) monierte die Straßenlaternen beim Pfrentscher Feuerwehrhaus: „Die sind mehr finster als hell.“ Rudi Grundler junior (SPD) bat um Installation einer Geschwindigkeits-Messanlage in der Brauhausgasse: „Da sind Raser unterwegs.“

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