12.09.2019 - 10:47 Uhr
WaidhausOberpfalz

Gäste aus USA erwartet

Ein überregionaler Projektchor begleitet einen Festgottesdienst an ehrwürdiger Stätte.

Beim Ehemaligentreffen ist auch ein Besuch des ehemaligen Friedhofs von Roßhaupt geplant, vor dem eine Infotafel über makabere Ereignisse berichtet.
von Josef ForsterProfil

Das Roßhaupter Treffen der Ehemaligen beginnt am Samstag, 28. September, mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Kirche in Roßhaupt. Pfarrer Gerhard Schmidt aus Roggenstein feiert die Messe mit Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus und einem tschechischen Geistlichen. Ortsbetreuer Heribert Kett aus Waidhaus kümmert sich seit Monaten um die Vorbereitungen der großen Wiedersehensfeier. Zugleich leitet er den Projektchor, der für das Ereignis eigens überörtlich zusammengestellt wurde.

Der Termin für das Treffen mag heuer ungewöhnlich erscheinen, doch die Zusage von Gästen aus den USA reizte zu der Verlegung. Es handelt sich immerhin um Nachkommen ehemaliger Auswanderer aus Roßhaupt, die das erste Mal in die Heimat ihrer Vorfahren reisen. Sie sind Teil der Begegnung nach dem Festgottesdienst im Gasthaus „Zur Glashütte“ in Frankenreuth. Dazu kommen Heimatvertriebene und Heimatfreunde aus ganz Deutschland.

Mit dem Festgottesdienst wird in der jetzigen Gedenkstätte nach der umfassenden Renovierung das erste Mal wieder eine Messe gefeiert. Die Kirche blieb seit 1945 als Ruine zurück und erwachte erst nach 60 Jahren allmählich wieder aus ihrem „Dornröschenschlaf“. Ab 2006 starteten erste Renovierungsversuche, die erst 2016 ihren Abschluss mit der Umwidmung zur „Kirche der Versöhnung“ der Gemeinde Rozvadov fanden.

In diesem zu neuem Glanz erwachten Kirchenraum gestalten der Großchor unter Begleitung von Orgel und der Streichergruppe Wirth die Feier. Den musikalischen Schwerpunkt bildet das lateinische Ordinarium aus der bekannten Landmesse von Robert Führer. Als ehemaligem Dekanatskirchenmusiker liegt Kett sehr viel an dieser einfachen festlichen Komposition.

Bereits am Donnerstag, 26. September, beginnt um 18 Uhr ein Festkonzert mit tschechischen Musikern in der Gedenkstätte. Zum Rahmenprogramm des Heimattreffens zählt darüber hinaus ein Besuch des ehemaligen Friedhofs, aus dem mit Hilfe von Waidhausern in den vergangenen Jahren ein Ort der Erinnerung entstand. Er liegt direkt an der Straße nach Sankt Katarina, die einst als ursprüngliche kaiserliche Handelsstraße zum kaiserlichen Zollamt führte. Anfang des 19. Jahrhunderts verlor sie ihre Bedeutung, als eine neue Straße zwischen Roßhaupt und Pfraumberg gebaut wurde. Der österreichische Kaiser, Franz II., ordnete deren Bau bei seinem Besuch 1812 in Stribro an.

Beim Bau sollen sich zwei Bauingenieure unweit des dortigen Teichs erschossen haben. Aufgrund des weichen Bodens versuchten die Verantwortlichen eine Befestigung durch Rammpfähle. Dabei kam es zu massiven Schwierigkeiten. Vieles was während des Tages geschaufelt, befestigt oder hergerichtet wurde, sei über Nacht zu zwei Dritteln wieder im Wasser verschwunden. Das alles kann auf einer zweisprachigen Infotafel nachgelesen werden, welche vor der Friedhofsanlage errichtet wurde. Schräg gegenüber steht bis heute auch noch ein altes Kreuz, das ehemalige Bewohner im Jahre 1844 im Gedenken an die damaligen Ereignisse errichten ließen.

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