07.10.2019 - 10:05 Uhr
WaidhausOberpfalz

Gemeinsame Stammbäume der Beweis

Karl Ochantel aus Vohenstrauß erforscht seit vielen Jahren Schicksale von Auswanderern im 19. Jahrhundert. In Übersee tun es ihm die Nachkommen der Auswanderer gleich.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger (rechts) freut sich mit Heribert Kett und Pfarrer Georg Hartl über den Besuch der US-Bürger (von links) Sharon Moenkhaus, Sandy Bronson, Mary Stuffert, George Deglman, Laura Orton und Tim Miller in der Heimat ihrer Vorfahren.
von Josef ForsterProfil

Sechs Amerikaner aus drei US-Bundesstaaten zog es in die Heimat ihrer Vorfahren. Es handelte sich um Nachkommen der Familien Zeidler und Salfer, die besser unter dem Hausnamen „Annesbauern“ geläufig sind. Idee und Initiative gingen von Dr. Günter Zeidler aus Germering bei München aus, einem Cousin von Helga Kett aus Vohenstrauß. Alle sechs US-Bürger, die in Minnesota, South Dakota oder Montana zu Hause sind, stammen von ehemaligen Auswanderern ab, die vor rund 150 Jahren Europa lebewohl sagten und mit einer Schiffsreise in eine unbekannte Zukunft aufbrachen.

Im Gasthaus Mack versammelten sich weitere Nachkommen aus ganz Mitteleuropa zu einem Zusammentreffen und Interessierte mit Bezug zur Auswanderungsthematik fehlten ebenso wenig. Dr. Zeidler, der früher auch beruflich in den Staaten zu tun hatte, stellte die Zwillingsschwestern Sharon Mounkhaus und Sandy Bronson zusammen mit den weiteren US-Bürgern Mary Struffert, George Deglman, Laura Orton und Tim Miller einzeln vor. Einige Auswanderer hatten damals im Bundesstaat Wisconsin ihre neue Heimat und eine Möglichkeit zum Lebensunterhalt gefunden. Darunter auch der 1841 geborene Michael Hummer und die 1845 geborene Theresia Wagner. In deren Eheschließung gründete das Werden der nachfolgenden Generationen.

Verbindungen von einzelnen Familienmitgliedern untereinander bestehen schon seit vielen Jahren, von vielen Seiten wird Ahnenforschung betrieben. Grundlegend wird dabei die Arbeit von Hans Ferschl aus Oberviechtach beurteilt, der Stammbäume seiner Vorfahren bis über vier Jahrhunderte zurück zusammenstellte. Davon berührt sind die Familien Wagner, Hummer und Deglmann. Ohne vor vielen Jahrzehnten noch voneinander zu wissen, ließ auch Mary Struffert auf der anderen Seite des Atlantiks die Thematik schon lange nicht mehr los. Irgendwann entschloss sie sich, über die Familiengeschichte ein Buch zu schreiben.

Nicht nur viele Fotos aus vergangenen Tagen und die Heimatbücher aus den Orten der Vorfahren standen als Grundlage zur Verfügung, sondern ebenso die zugetragenen und selbst recherchierten Stammbäume sowie aktuelle Bilder. Ein Exemplar überreichte sie an Ketts Ehemann Heribert, das er sofort an die Marktgemeinde Waidhaus zum weiteren Auswerten abgab. Ein Ausflug durch die ehemalige Heimat in Begleitung von Pfarrer Georg Hartl fehlte im Besuchsprogramm der Amerikaner nicht und Bürgermeisterin Margit Kirzinger ließ sich die weit gereisten Gäste ebenso wenig entgehen.

Die Gastgeber lernten ihre weit entfernten Verwandten aus Übersee übrigens allesamt als „sehr freundliche und bescheidene Leute“ kennen. Bevor es für die Gäste nach Waidhaus ging, gab es bereits Stationen auf ihrer Europareise in München, Neuschwanstein, Innsbruck und Prag.

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