07.11.2019 - 12:21 Uhr
WaidhausOberpfalz

Große Kontrollaktion der Polizei: Mehrere Anzeigen und über 500 Stangen Zigaretten

In einer konzertierten Aktion haben am Mittwoch Sicherheitskräfte über 1700 Personen in fast 800 Fahrzeugen kontrolliert.

Die Polizei kontrolliert auf der A6 am Rastplatz Ulrichsberg.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Fahnder der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus, der Bundesbereitschaftspolizei aus Bayreuth und der Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) des Waidhauser Zolls kontrollierten am Mittwoch fast 800 Fahrzeuge. Die Kontrollstellen waren an der A6 auf dem Parkplatz Ulrichsberg in Fahrtrichtung Nürnberg und auf der B14 in Lohma bei Pleystein eingerichtet.

Größter Fisch war ein 27-Jähriger Weißrusse mit Schengen-Visum, der in einem Auto deutscher Zulassung von Prag nach Frankfurt unterwegs war. Darin entdeckten Bundespolizisten unglaubliche 544 Stangen Zigaretten. Der Schmuggler ist in Gewahrsam genommen und am Donnerstag dem Ermittlungsrichter in Weiden vorgeführt worden. Die KEV Waidhaus erstellte einen Steuerbescheid in Höhe von 18.000 Euro. Das Zollfahndungsamt München hat die Ermittlungen übernommen.

Über 500 Stangen Zigaretten finden Polizisten bei einer Kontrolle in einem Auto.

Bei drei Personen meldete der Fahndungscomputer einen Treffer.: Wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde ein 29-Jähriger Tscheche von der Staatsanwaltschaft Amberg gesucht. Die Staatsanwaltschaft Hamburg fahndete wegen Diebstahls nach dem Aufenthalt eines 27-jährigen Slowaken, der als Insasse eines Busses von Prag nach Nürnberg kontrolliert wurde. Außerdem kontrollierten die Fahnder einen 48-jährigen Franzosen. Wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz suchte ihn die Staatsanwaltschaft Weiden mit Vollstreckungshaftbefehl. Nachdem er die fällige Geldstrafe in Höhe von 600 Euro beglichen hatte, durfte er weiterreisen.

Weitere Fälle waren ein 41-jähriger Tscheche, der ohne Fahrerlaubnis, aber mit einem Schlagring unterwegs war. Er erhält Anzeigen wegen "Schwarzfahrens" und nach dem Waffengesetz. Seine Frau übernahm das Steuer. Ein 41-jähriger Ukrainer wurde angezeigt und wieder in die Tschechische Republik zurückgeschickt, weil er die erlaubte Aufenthaltsdauer seines Visums um 132 Tage überschritten hatte. Auch ein 55-jähriger Serbe und ein 51-jähriger Ukrainer waren ohne gültige Papiere unterwegs und erhielten Anzeigen wegen unerlaubter Einreise. Außerdem ging den Fahndern ein 26-jähriger Schwede ins Netz. Bei der Kontrolle stellten die Fahnder gut 40 Gramm Marihuana fest, die der Skandinavier in einer Chipsdose schmuggelte.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Umfeld der Kontrollstelle eingesetzt, um Ausweichbewegungen festzustellen, Lkw nach Beschädigungen zu überprüfen, die auf illegale Migration hindeuten und ein Entsorgen von Drogen im Vorlauf der Kontrollstelle aufzuklären.

Unterstützung bekamen die Beamten zusätzlich von zwei Rauschgiftspürhunden des Zolls und tschechischen Polizeibeamten, die mit einem Personendetektionsgerät Lastwagen nach geschleusten Migranten durchcheckten. In letzter Zeit waren Migranten in kleinen Gruppen auch in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf abgesetzt worden, weswegen einer der Schwerpunkte der Kontrollstelle auch die frühzeitige Entdeckung solcher menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Schleusungen war. Bei insgesamt 85 kontrollierten Lastwagen konnten jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt werden.

Die Bundespolizei bittet die Bürger darum, mögliche Migranten der Bundespolizei oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Bundespolizei-Einsatzleiter EPHK Vogt hierzu: "Ziel ist es, Gesundheitsschäden für Geschleuste durch Nässe, Kälte und unbekanntes Terrain zu vermeiden und über Aussagen der Migranten an Schleuserfahrer und Hintermänner heranzukommen, die sich mit der Not der Menschen eine "goldene Nase" verdienen."

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