03.12.2019 - 14:19 Uhr
WaidhausOberpfalz

Gruselige Gesellen am Schulparkplatz

Weit vor dem nächtlichen Ende des Adventsmarkts machte sich Leere in der gesamten Budenstadt breit. Hunderte von Gästen zieht es zur Grundschule. Dort läuft Gruseliges ab.

Den erstmaligen Auftritt der "Krampusse vom Schwarzachtal-Pass" lässt sich kaum einer der vielen Besucher des Waidhauser Adventsmarkts entgehen.
von Josef ForsterProfil

Von weitem war der spärlich beleuchtete Parkplatz beim Schulgebäude frühzeitig auch vom Adventsmarkt her zu erkennen. Die schemenhaften und in einiger Entfernung stehenden Leinwände blieben für das Publikum weitgehend uninteressant. Als es völlig dunkel geworden war und von dort laute Klänge kamen, änderte sich die Aufmerksamkeit für das Gelände schlagartig. Die Mehrzahl der Besucher wusste, dass in Kürze ein erstmals gebuchtes Spektakel auf sie zukommt. Pulkmäßig flohen Jung und Alt vom Adventsmarkt und zogen hinunter vor das Benefiziatenhaus.

An der Absperrung zwischen Kindertagesstätte und Grundschule merkten viele erst jetzt, welch aufwändige Szenerie hier schon aufgebaut war. Weil sich die Sichtfelder durch die Menschenmassen immer mehr einschränkten, nutzten Wagemutige schließlich auch den Pfarrgarten für einen besseren Blick. Eine moderne Inszenierung unter Einsatz vieler technischer Möglichkeiten nahm seinen Lauf.

Basierend auf einer selbst zusammengezimmerten Kurzgeschichte präsentierten die „Krampusse vom Schwarzachtal-Pass“ aus der Gegend von Neunburg vorm Wald ein schauriges, gruseliges Schauspiel. Die ganze Show lebte von einer pompös umgesetzten Mischung aus Fantasie, Zauber und Sagen, welche sich eng an die Magie der für ganz Mitteleuropa überlieferten Rauhnächte anlehnte. Allein aufgrund der Lautstärke, die sich über die gesamte Ortsmitte des Marktfleckens legte, gab es kein Entrinnen mehr. Der mit aller Wucht ungeschützt eindringende Böhmische verstärkte die gespenstische Szenerie.

Angsteinflößende Masken, Kostüme und entsprechende Gesten in Richtung Zuschauer förderten das Gruseln und den Schrecken vom ersten Augenblick an. Doch die Faszination des begonnenen Ablaufs überstieg diese Gefühle schnell und ein bis in kleinste Details geplanter Ablauf steigerte die Spannung. Nicht nur, weil die zuerst agierende Hexenschar täuschend echt aussah. Die gesamte Show lebte von den Bewegungen der gefährlich scheinenden Wesen. Weil die dazu gehörenden Texte vom Band eingespielt wurden, war jedes Wort überall deutlich zu hören.

Ein gewisses Stück Ironie durfte nicht fehlen. Dazu gehörte der plötzliche Wandel vom Schriftdeutschen hin zur Oberpfälzer Mundart. Gleiches galt für den witzig anmutenden Umgang der finsteren Gesellen untereinander, der so gar nicht zum bösen Aussehen der teils mit riesigen Hörnern ausgestatteten Fratzen der Krampusse passen wollte.

Sehr viel Beifall erntete die gesamte Darstellung allemal. Nicht zuletzt aufgrund der halbstündigen Dauer und des Riesenaufwands, welchen die Gruppe an den Tag legte. Einzig an der enormen Lautstärke der zur Hebung der Effekte eingespielten Musiksequenzen stießen sich manche Gäste. Wieder andere zeigten sich dagegen voll und ganz begeistert, ein derartiges Schauspiel mit dem Hintergrund echten einheimischen Brauchtums miterleben zu dürfen.

Die Gäste aus der Gegend von Neunburg vorm Wald wissen genau, mit welchen Mitteln aus Technik, Feuer, Licht und Kostümen sie dem Geschehen Unheimliches verleihen können.
Echte Hexen bestimmen den ersten Teil des schaurig-schönen Schauspiels mit seiner bombastisch inszenierten Wirkung.
In mehreren Reihen hintereinander verfolgen Hunderte von Zuschauern das aufwändige Spektakel.
Gruselige Gesellen lassen zunächst den Blutdruck steigen, um Sekunden später mit einer derben Unterhaltung im Dialekt eine Prise Ironie zu streuen.
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