30.07.2018 - 15:09 Uhr
WaidhausOberpfalz

Heimreise macht reif für Urlaub

Weil in München eine Frau ohne Kontrolle ins Flughafenterminal läuft, sitzen Kathrin Schäffler und Michael Zwack in Neapel fest. Trotz eines Tags Verspätung meint die Eschenbacherin: "Wir hatten Glück."

Kathrin Schäffler und Michael Zwack während ihres Urlaubs in Süditalien.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Der erste gemeinsame Urlaub wird Kathrin Schäffler und Freund Michael Zwack ewig in Erinnerung bleiben. Wegen den Schönheiten Süditaliens - vor allem aber wegen der Chaos-Heimreise. Die Eschenbacherin und der Waidhauser wollten am Samstag nach München fliegen. Ihre Eurowings-Maschine sollte am Chaos-Terminal II landen.

Von den Vorgängen dort hatte das Paar keine Ahnung, als es um 16.30 Uhr am Flughafen in Neapel einchecken wollte. "Es hieß nur, unser Flug ist gecancelt", sagt Schäffler. Weshalb, wusste sie da noch nicht. In Neapel habe auch niemand sagen können, was da in München los ist. Das sei auch nicht wichtig gewesen. Wie Hunderte andere versuchten die 30-Jährige und ihr 35-jähriger Partner umzubuchen - vergeblich. "Der nächste Flug nach München wäre am Montag gegangen", sagt Schäffler. Für sie keine Option: Am Montag war der erste Arbeitstag. Die beste Alternative war der Flughafen Frankfurt. Aber auch dorthin ging es erst am Sonntag.

Immerhin: "Unsere Fluggesellschaft Eurowings hat alles getan", lobt Schäffler. Das Unternehmen habe ein Hotel für die Gestrandeten gesucht und bezahlt. Allerdings habe es gut fünf Stunden gedauert, bis es per Shuttlebusse ins Hotel am Stadtrand ging. "Es waren über 180 Reisende, für die Eurowings etwas organisieren musste", sagt Schäffler. Auch im Hotel habe sich das Personal bemüht. "Obwohl es sehr spät war, gab es noch etwas zu Essen." Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unter den Urlaubern herumgesprochen, was der Auslöser fürs Reise-Chaos war: Eine Frau, die ohne Kontrolle durch die Sicherheitsschleuse gelangt war. Die Stimmung sei versöhnlich gewesen. "Wir waren uns einig, dass wir ihr eine zusätzliche Nacht in Italien verdanken", sagt Schäffler.

Die Rückreise verlief dann halbwegs unproblematisch. Die Eltern ihres Freundes holten ihn und Schäffler schließlich vom Flughafen in Frankfurt ab. Nun erwies es sich als Vorteil, dass das Paar eine Woche vorher nicht selbst zum Flughafen nach München gefahren war. "Wir haben mitbekommen, dass viele das Problem hatten, das Auto aus München zu holen", erzählt Schäffler. Auch deshalb fällt ihre Bilanz vergleichsweise positiv aus: "Wir hatten Glück im Unglück." Trotzdem waren sich Schäffler und Zwack einig, als sie kurz nach Mitternacht endlich zu Hause waren: "Eigentlich bräuchten wir jetzt ein paar Tage Urlaub."


Chaos am Münchener Flughafen: Die Auwirkung war auch in Nepal zu spüren.

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