Bis aus Norwegen und der Schweiz kamen 40 Mitglieder zum Erfahrungsaustausch und zur Abnahme der internationalen Leistungsprüfung 2018. Knapp 1500 Hundehalter zählt allein der deutsche Zweigverein mit Sitz in München, der das Treffen mit Stationen in Oberhöll, Neuenhammer und Berghaus ausrichtete.
Über den Forstbetrieb in Flossenbürg vermittelten die „Bayerischen Staatsforsten“ geeignete Reviere für die praktische Prüfung, wobei die Wahl auf den Oberpfälzer Wald fiel. Seit Anbeginn hegt der Verein mit den Forstbehörden ein harmonisches Miteinander, sind doch beide aufeinander angewiesen. Mittlerweile existieren in vielen europäischen Ländern Zuchtvereine für diese besondere Hunderasse, die sich allesamt den strengen Regularien unterwerfen. Als Ursprungsland gilt übrigens Österreich. Neuestes aus Züchtung und Gesetzgebung erfuhren die Teilnehmer vor allem im Hotel „Hölltaler Hof“, das als Unterkunfts- und Tagungsquartier auserwählt war.
Dort ging auch der theoretische Prüfungsteil am Freitag über die Bühne. In den großen Waldgebieten rund um den Georgenberger Ortsteil Neuenhammer schloss sich am Samstag ganztags die Abnahme der Praxis durch erfahrene Leistungsrichter aus allen teilnehmenden Ländern an. Neben Österreich und Deutschland gelten Polen und Tschechien als traditionelle Länder für die Zucht des alpenländischen Ablegers. Schon vor Jahrzehnten erkannten auch Jäger in Skandinavien und der Schweiz die Vorteile der Rasse und schlossen sich der internationalen Zuchtvereinigung bald darauf an. Traditionell finden die Jahrestreffen seitdem in einem dieser Länder statt. Werner Stief aus Rheinland-Pfalz übernahm als Beauftragter des Vereins gemeinsam mit Hans Hann vom Forstbetrieb Flossenbürg die Organisation der diesjährigen Zusammenkunft. Gäste aus der Slowakei, Tschechien und Österreich konnten begrüßt werden, wobei es sich überwiegend um Vorstandsmitglieder und Zuchtwarte aus den jeweiligen Landesverbänden handelte.
Im idyllisch gelegenen Gasthof „Berghaus“ trafen sich die Teilnehmer zwischen den praktischen Prüfungen bei Dora und Ludwig Träger zum gemeinsamen Mittagessen. Bei der Prüfung draußen im Gelände mussten die Hunde ihr Können und ihren Eifer unter Beweis stellen. Nur in den Farbschlägen „vieräugel“ oder „hirschrot“ kommt die alpenländische Dachsbracke vor. Bei der Namensgebung sind den Besitzern hingegen keine Grenzen aufgelegt, was sich am Wochenende durch „Caramel vom Eybholz“ oder „Afra vom Saupurzel“ zeigte.
Die kleine Zahl von lediglich 100 bis 120 Welpen im Jahr zeugen deutschlandweit von der durch den Verein auferlegten Qualitätsanforderung in der Nachzucht. Die Einordnung in den Oberbegriff der Schweiß- oder Bluthunde kommt dabei nicht vom Eigengeruch oder dem Charakter der Hunde, sondern von der daraus ausgerichteten besonderen Fähigkeit. Denn bei Dachsbracken ist der Geruchssinn für Schweiß- und Blutspuren von Wildtieren hervorragend ausgeprägt. Für das Nachsuchen von Wild vertrauen Jäger und Forstbehörden deshalb zu 85 bis 90 Prozent auf das Können dieser Hunderassen, weshalb für die Halter sogar Regelungen als Ehrenamtliche greifen. Urkunden und Pokale erhielten die fünf erfolgreichen Prüfungsteilnehmer noch im Wald unmittelbar nach dem Bestehen überreicht.




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