11.04.2019 - 10:07 Uhr
WaidhausOberpfalz

Kommune beugt sich

Von der DIN 19643 können die Markträte schon lange ein Lied singen. Ohne Förderung muss Waidhaus dafür nun 700 000 Euro aufbringen.

Eine Überlaufrinne zwischen der Rutsche (links) bis hinüber zum Biergarten (rechts) soll die Verteilung von Chlor im Naturbadesee der Freizeitanlage "Bäckeröd" beschleunigen.
von Josef ForsterProfil

Im nicht öffentlichen Teil legte sich der Marktrat in der Märzsitzung auf ein einheitliches Erfrischungsgeld in Höhe von 25 Euro für die Helfer bei der Europawahl fest. Bürgermeisterin Margit Kirzinger informierte darüber am Montag in der öffentlichen Aprilsitzung. Vor einem Monat habe die Kommune zudem auf ihr Vorkaufsrecht für das Anwesen mit der Flurnummer 64 in der Leonhard-Gollwitzer-Straße 5 verzichtet. Beschäftigen musste sich das Gremium mit einem Zaun an der Straße Kreuzbergring. Der von den Eigentümern gewünschte Metallzaun entspreche nicht den Festsetzungen des Bebauungsplans, weil dort nur Holzzäune den Richtlinien entsprächen, erklärte die Bürgermeisterin. Einwände gab es jedoch keine, so dass der Marktrat das Vorhaben einstimmig durchwinkte.

„Damit wir in einer unendlichen Geschichte weiterkommen“, leitete Kirzinger zur Freizeitanlage „Bäckeröd“ über. Bereits seit 2015 übten Landrats- und Gesundheitsamt unter Hinweis auf die DIN 19643 gemeinsam „Druck“ auf die Marktgemeinde aus, die Vorgaben des Gesetzes zum Infektionsschutz hinsichtlich der Durchströmung umzusetzen. Nun könne „mit hoher Wahrscheinlich erwartet werden, dass eine nur mehr halb umlaufende Rinne um den Badesee ausreicht“. Das Gesundheitsamt sei damit „vorerst einverstanden“. Beginnend bei der Riesenrutsche werde die Marktgemeinde deshalb auf der Eingangsseite bis auf Höhe des Biergartens um die tieferen Beckenbereiche herum eine Überlaufrinne errichten. Ein Beginn der Umbauarbeiten wäre sofort nach dem Ende der Badesaison im Herbst angedacht. Es werde mit Kosten von rund 700 000 Euro gerechnet. Im Zuge der Maßnahme sei ein Abkoppeln des Kinderbeckens vom großen Becken vorgesehen, sowie eine Sanierung der Duschen. „Guter Dinge“ zeigte sich UWG/PL-Sprecher Josef Schmucker unter Hinweis auf die digital errechnete Simulation: „Das sah für mich schon erfolgversprechend aus“, zumal mit dem Rinneneinbau ein Umdrehen der Fließrichtungen einhergehe. Dennoch bat er um die Ergänzung mit einer Abzweigstelle „falls doch noch eine Erweiterung geschehen muss“, damit eine Anschlussstelle bestehen würde. Als Experte ergänzte er mit weiteren Details: „Das wird eine Überlaufrinne, wie es diese in jedem Schwimmbad gibt.“ Das Einströmen des Chlors erfolge künftig an den bisherigen Absaugpunkten inmitten des Beckens. Mit der Planung ist das Fachbüro Schinkinger & Heise aus Mühldorf am Inn betraut. Mit der einzigen Gegenstimme von SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug schloss sich das Gremium den Planungen an, auch um für eine Fertigstellung bis zum Beginn der Badesaison 2020 keine Zeit mehr zu verlieren.

Zur Neugestaltung des nördlichen Marktplatzes berichtete Kirzinger aus Gesprächen bei der Regierung der Oberpfalz und der im Hauptverwaltungsausschuss geführten Diskussion. Der gegebene Rat zu einer Aufteilung in zwei separate Verfahren werde gerne angenommen, um einerseits den Marktplatz selbst und zum anderen die angrenzenden Straßenzüge besser in Ausschreibungen packen zu können.

„Vom Tisch“ sei der Neubau eines Funktionsgebäudes nach dem Erwerb des Hauses mit Nummer 2 im angrenzenden Bienenweg. Dazu vertiefte Kirzinger verschiedene Details. Die bisherigen Planungen im Bereich des Marktplatzes wären weitgehend verwendbar. Das Kriegermahnmal jedoch dürfe nur noch minimal versetzt wären. Für eine europaweite Ausschreibung wäre ein neues Fachbüro erforderlich, was die Markträte durch einen einstimmigen Beschluss ebenso sahen.

Eine einfache Dorferneuerung für Reichenau mit Umgestaltung des Turnerplatzes stellte Kirzinger im Anschluss vor. Weil jene bei der ersten Ausschreibung eingegangenen Angebote zu teuer gewesen wären, sei es zunächst zu keiner Verwirklichung gekommen. Nun stünden Dorferneuerungsmittel für diese Maßnahme parat. „Wir wollen das heuer noch bauen und fertigstellen“, sagte die Bürgermeisterin. Unter Hinweis auf die für das Jahr 2019 eingegrenzten Mittel wäre Eile geboten. Das Ingenieurbüro König aus Weiden stelle die neuen Pläne am Mittwochabend in Reichenau bei der Ortsteilversammlung vor. Den dortigen Trafoturm stelle die Eon für ein Fledermausquartier zur Verfügung. Inmitten des komplett asphaltierten Platzes würde eine kreisrunde Feuerschale mit rund 2,50 Meter Durchmesser eingelassen. Die Förderung betrage 57 Prozent. Die Plätze für die Wertstoffcontainer, das Bushäuschen und die gemeinschaftliche Maschinenhalle blieben die gleichen. Ohne Diskussion brachten die Markträte die Ausschreibung postwendend auf den Weg.

Anstatt eines Neubaus entlang der Hauptstraße (im Vordergrund) hofft die Marktgemeinde nun, durch eine Umnutzung des Anwesens Bienenweg 2 (Bildmitte) eine Genehmigung für eine Neugestaltung ihres Marktplatzes zu erhalten.
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