15.02.2021 - 17:16 Uhr
WaidhausOberpfalz

Kontrollen an Grenze: Längere Staus programmiert

Wegen der verschärften Grenzkontrollen kommt es am Sonntagabend in Waidhaus bereits zu größeren Verzögerungen bei der Einreise auf der Autobahn. Staus sind nicht zu verhindern. Auch Einheimische müssen sich geduldig einreihen.

Mit Hilfe einer Kontrollplattform gelangen die Bundespolizeibeamten besser zu den Führerhäusern der Lkw's.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die temporäre Wiedereinführung von pandemiebedingten Grenzkontrollen bringt vor allem für Pendler eine erhebliche Mehrbelastung, die schon mal auf den Nerv geht. Mit den Temperaturen sinkt deshalb auch die Stimmung der Einreisenden auf der Autobahn A 6 an der stationären Kontrollstelle auf dem Parkplatz Ulrichsberg Nord.

Autobahn gesperrt

Die Autobahn ist in Fahrtrichtung Nürnberg gesperrt. Alle Autobahnnutzer müssen sich in den langen Stau einreihen, der am frühen Abend bereits bis auf Höhe Hörlmühle zurückreicht. Auch Einheimische, die gewohnheitsbedingt bei Waidhaus auf die A 6 einfahren, müssen sich wohl oder übel in den Stau einreihen und die Kontrollstelle passieren.

Bereits am Sonntagvormittag, am ersten Tag der Grenzkontrollen, die um Mitternacht tags zuvor in Kraft traten, wurden an den Grenzübergängen im Landkreis Neustadt/WN, zu denen der Übergang Tillyschanz in Eslarn, der alte Grenzübergang an der Waidhauser Landstraße und der Autobahnübergang Waidhaus zählen, etliche Einreisende zurückgewiesen oder per Konvoi von der Bundespolizei wieder nach Tschechien zurückgebracht.

Für die Kontrollstelle auf der Autobahn sei deswegen der Autobahnparkplatz Ulrichsberg ausgewählt worden, weil sich die aufgelöste Grenzkontrollstelle auf tschechischem Hoheitsgebiet befand und in diesem Bereich keine andere Möglichkeit besteht, eine stationäre Kontrollstelle einzurichten. Am Montag wollten vor allem Grenzpendler einreisen, die ihre Arbeitsstätte in der Region haben.

Mitarbeiter in Hotels

Etliche größere Unternehmen haben krampfhaft versucht, ihre tschechischen Arbeitnehmer noch am Samstag zurückzubeordern und in regionalen Beherbergungsbetrieben einzuquartieren. Im Hotel Regina in Pleystein sind rund 20 Mitarbeiter aus zwei Betrieben untergebracht. „Für uns war es nicht ganz einfach, aus dem bestehenden Lockdown diese Anforderung zu handeln. Noch dazu fiel die Entscheidung in der Nacht und am Wochenende“, zeigt Katrin Hartwig die Probleme auf.

Im Gasthof „Zum Goldenen Löwen“ in Moosbach haben sich vorerst ebenfalls 18 tschechische Pendler aus verschiedenen Betrieben eine Logis gesucht. Bis zum Dienstag ist die Glaubhaftmachung des Reisenden ausreichend, einem systemrelevanten Beruf anzugehören und eine systemrelevante Tätigkeit wahrzunehmen und dies durch Vorlage der Kopie des Arbeitsvertrags zu bekräftigen, um eine Ausnahme von den Einreisebeschränkungen in Anspruch nehmen zu können, erklärt der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, Polizeihauptkommissar Franz Völkl.

Personen die keinen Ausnahmetatbestand in Anspruch nehmen können oder die Bestimmungen der Coronavirus-Einreiseverordnung nicht erfüllen, dürfen grundsätzlich nicht in die Bundesrepublik einreisen. Die Bundespolizei und die mit der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs beauftragten Behörden wie die Grenzpolizei Waidhaus werden die Einhaltung der Regelungen an der deutsch-tschechischen Grenze an den jeweiligen Übergängen kontrollieren. Für die Kontrolleure von Bund und Land bedeuten die Kontrollen bei minus 20 Grad Celsius einen zusätzlichen Kraftakt.

Container, Zelte und Plattformen

Auf die Schnelle baute die Bundespolizei an den Kontrollstationen nicht nur Container und Zelte zum Aufwärmen für die Beamten auf, sondern auch Plattformen für die Lkw-Kontrollen. Hinzu kommen entsprechende logistische Beleuchtungsmodule, um auch bei Nacht entsprechend agieren zu können. Nach Beobachtungen vor Ort dürfte wohl ein Drittel der Einreisenden wieder nach Tschechien zurückgeschickt werden, weil sie die erforderlichen Einreiseformalitäten nicht nachweisen können.

Sie alle werden im Konvoi der Bundespolizei über die Autobahn zurückbegleitet. Viel Verwaltungsarbeit kommt im Zuge der Pandemie-Kontrollen auch auf die Beamten der Polizeiinspektion Vohenstrauß zu, denn die Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, die durch die Bundespolizei festgestellt werden, müssen aufgrund der Zuständigkeitszuweisung von den Beamten vor Ort bearbeitet werden, erklärt der stellvertretende Vohenstraußer Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Tobias Wirth.

 

 

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