07.07.2020 - 12:57 Uhr
WaidhausOberpfalz

Marktrat spielt Ball zurück

Für die Baugebiete in der Marktgemeinde existieren grundlegende Festsetzungen. Abweichungen sind meist kein Problem. Aber dieses eine Mal wollen die Markträte „kein Öl ins Feuer gießen“.

Das Baugebiet "Im Kiesbeet" füllt sich zusehends. Zum Antrag auf die gänzliche Einzäunung eines Anwesens hofft der Marktrat auf eine gütliche Einigung.
von Josef ForsterProfil

Zwei ähnliche Punkte beschäftigten die Teilnehmer am Montag in der ersten Julisitzung. Während Sachverhalt eins kurz und knapp in eine einstimmige Befürwortung mündete, sorgte der zweite Antrag für eine lange Debatte. Zunächst beschäftigte sich das Gremium mit einem Vorhaben im Kreuzbergring, der zum Gebiet Waidhaus-Ost gehört. Bürgermeister Markus Bauriedl informierte die Markträte über die Thematik, wonach hier für Haus- und Dachformen Vorgaben existierten. Konkret seien ziegelrote Dacheindeckungen vorgeschrieben; nun sei eine Umdeckung mit anthrazitfarbigem Material beantragt. Geschlossen sprach sich das Gremium ohne Diskussion für eine Erlaubnis aus, zumal das Vorhaben mit den nachbarlichen Interessen vereinbar sei.

Gleich im Anschluss kam eine weitere Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans auf den Tisch. Nun ging es um einen Antrag aus dem Hussitenweg im Baugebiet „Im Kiesbeet“. Hier werde Wert auf Einfriedungen ohne Sockel und einer maximalen Höhe von 1,20 Meter gelegt. Mauern seien generell nicht möglich, erklärte der Bürgermeister. Beantragt würden nun Zaun und Hecke in einer Höhe von zwei Metern, was mit dem Verlangen nach einem Sichtschutz begründet werde. Zugleich ergänzte Bauriedl den Hinweis, dass Grundzüge der Planung dadurch nicht berührt wären, und auch keine nachbarlichen Belange.

Bebauungsplan „Im Kiesbeet“ in der Diskussion

Den Reigen der Debatte eröffnete Zweiter Bürgermeister Josef Schmucker (UWG): „Geht die geplante Einfriedung um das gesamte Anwesen herum? Dann habe ich schon ein Problem damit, zumal der Nachbar das nicht will. Mir würde das auch nicht gefallen, plötzlich einen zwei Meter hohen Zaun vor der Nase zu haben.“ Auch Ewald Zetzl (CSU) startete seine Wortmeldung mit einer Frage: „Sind alle drei Nachbarn damit einverstanden.“ Antwort lieferte Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl, die zwei Unterschriften bestätigte; eine fehle jedoch. Etliche Markträte meldeten sich daraufhin zu Wort, bevor Schmucker sich für eine Zurückstellung eines Marktratsbeschlusses stark machte. Nachdrücklich plädierte der Zweite Bürgermeister zugleich für eine „nachbarliche Einigung und begründete: „Warum sollen wir als Gemeinde hier Öl ins Feuer gießen?“ Schmucker berief sich bei seinem Vorschlag auf den Bebauungsplan, der nur eine Höhe von 1,20 Meter erlaube. Ausnahmen könne es nur geben, wenn die Nachbarn damit einverstanden seien. Der Forderung Schmuckers schlossen sich letztlich alle an und stellten ihre Entscheidung zurück.

Über eine Reihe von Vergaben im nichtöffentlichen Teil der Junisitzung informierte Bürgermeister Bauriedl in Kurzform. Für die Freizeitanlage „Bäckeröd“ sei ein Planungsauftrag zur Neugestaltung der Terrassenfläche an das Bauingenieurbüro Bamler in Vohenstrauß erteilt worden. Dem Nachtragsangebot der Firma Poolshop24, Waidhaus, zum Sanierungsauftrag des Naturbadesees habe der Marktrat zugestimmt. Auf dem Weg zur offenen Ganztagsschule wäre die Schreinerei Ringholz, Waidhaus, mit der Erneuerung der Schulküche inklusive dem Einbau der Elektrogeräte betraut worden. Eine raumhohe Glastrennwand im Rathaus könne die Firma Janisch, Waidhaus, liefern und einbauen. Mittels Durchführungsbeschluss soll die Sanierung des Straßenteilstücks im Ortsteil Reichenau ab dem Turnerplatz in Richtung Reichenthal/Ernestinenhammer angegangen werden. Gleiches gelte für die Beauftragung der ordnungsgemäßen Entsorgung einer Bauschuttmenge von 200 Kubikmetern aus dem Bauhoflager an das Abbruchunternehmen Josef Hierold, Moosbach.

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