04.04.2019 - 11:03 Uhr
WaidhausOberpfalz

Auch Marktrat will Edel-Maibaum

Weiß-blau ist aus der Mode, Grün und Silber sind im Trend: Das Waidhauser Vereinskartell nimmt einen vierstelligen Betrag für einen neuen Maibaum in die Hand. Die Gemeindevertreter diskutieren kurz, ob sie helfen möchten.

Der neue Maibaum steht in Kürze auf dem südlichen Marktplatz. Ein verändertes Gewand soll den Bezug zur Grenzgemeinde wesentlich stärker herausstellen.
von Josef ForsterProfil

Der neue Kartellvorsitzende Tobias Kirner setzt sich für einen Maibaum ein, der unverwechselbar den Charakter der Marktgemeinde widerspiegelt. Es soll ein Unikat werden. Die angeschlossenen Vereine hatten ihren Chef mit einem einstimmigen Votum ausgestattet. Auf den bislang bewährten weiß-blauen Anstrich des Stammes wird verzichtet, Schnitzereien in der Rinde liegen im Trend. Die Vereinsgemeinschaft gab sofort drei Festkränze in neuer Aufmachung in Auftrag. Dazu kommt der Farbentausch bei allen bisherigen Zunftzeichen und die Vereinsgemeinschaft gab zwei weitere Zeichen mit neuen Motiven in Auftrag.

Weil das alles inzwischen 2400 Euro kostet, wandte sich das Kartell an den Marktrat. Bürgermeisterin Margit Kirzinger verwies nach dem Verlesen des Bittgesuchs auf den neuen Gemeindehaushalt, in dem der Betrag bereits als Ausgabeposten eingeplant sei. Der Antrag wäre gerechtfertigt, weil der Maibaum ein Zeichen des Marktes sei. Das neue Schmuckstück soll laut Kirzinger am Dienstag, 30. April, präsentiert werden. Am späten Nachmittag werde der Baum aufgestellt.

Markträtin Monika Zeitler-Kals (SPD) sprach sich spontan dafür aus, die Kosten komplett zu übernehmen. Sie begründete den Vorschlag mit der finanziellen Situation des Vereinskartells: „Denen bleibt ja nur der Adventsmarkt als Einnahmequelle.“ Von einer vollen Übernahme würden alle Vereine profitieren. Georg Kleber (Pfrentscher Liste) und Ewald Zetzl (CSU) äußerten Bedenken. Es könnte Nachahmer geben: „Da sind ja mehrere Maibäume, die in unserer Gemeinde alljährlich aufgestellt werden.“ Überall seien Kränze dran, und überall werde eine Spitze benötigt. Zetzl: „Die flechtenden Damen werden jedes Jahr weniger.“ Diesen Gedanken widersprach SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug. Hier handle es sich um den Haupt-Maibaum. Die Kommune sei hier in der Pflicht. „Alles andere, was außen herum passiert, ist die Kür.“ Zumal die Marktgemeinde schon immer die Verantwortung für das Aufstellen des Baums hatte. Damit entzog er jeder Widerrede den Boden, was sich in einem einmütigen Beschluss zur vollen Kostenübernahme zeigte.

Die Zwischenlösung für die Kindertagesstätte „Sankt Emmeram“ steht. Der Marktrat stellte sich geschlossen hinter eine zügige Erweiterung mittels Containern, um die Zeit des Planens und Bauens zu überbrücken. Zum Zuge kam die Firma Kleußberg mit Hauptsitz in Wissen, einer Stadt in der Größe von Vohenstrauß, die an der Nahtstelle von Westerwald und Bergischem Land liegt. Das Unternehmen ist einer der größten deutschen Hersteller von Wohncontainern und Modulgebäuden, die seit dem Beginn der Flüchtlingskrise europaweit noch heißer begehrt sind.

Die Firma bot zwei Container für gut 34 000 Euro Mietgebühr für einen Zeitraum von 18 Monaten an. Drei Angebote waren zur Ausschreibung eingegangen, informierte die Bürgermeisterin. Weil sich darunter auch eines mit gebrauchten Exemplaren befand, habe die Verwaltung den planenden Architekten Rudolf Meißner um Rat gebeten. Nach dessen Prüfung sei eine Empfehlung für neue Container ausgesprochen worden, obwohl gebrauchte rund 5000 Euro günstiger gewesen wären. Verwaltung und Betreuungspersonal würden dies genauso beurteilen, weil die neuen Container den Bedürfnissen eines Kindergartens besser entsprechen würden. Rund 3500 Euro werden noch für Fundamente und Kanalleitung fällig, ergänzte Kirzinger nach dem einstimmigen Beschluss.

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