25.09.2018 - 09:22 Uhr
WaidhausOberpfalz

Nachrücker macht Theater

CSU-Marktrat und Fraktionschef Stefan Harrer ist zurückgetreten. Seither gibt es in Waidhaus nur eine Frage: Wer wird sein Nachfolger?

Drei Sitze gehören der CSU im Marktrat Waidhaus, die bislang (von rechts) Gabi Wolf, Ewald Zetzl und Stefan Harrer ausfüllten, der jedoch sein Mandat niederlegt.
von Josef ForsterProfil

Bürgermeisterin Margit Kirzinger verkündete in der Marktratssitzung: Aufgrund der Stimmenverhältnisse ergehe unverzüglich an Theaterregisseur Josef Kleber eine Anfrage zur Übernahme des vakant gewordenen Sitzes. Während des öffentlichen Teils war der auserkorene Kandidat bereits unter den Zuhörern.

Mit Schreiben vom 31. Juli habe Harrer die Marktgemeinde über die Aufgabe seines Posten zum Ende dieser Sitzung in Kenntnis gesetzt. Kirzinger informierte in Auszügen über den Inhalt der Verzichtserklärung unter Hinweis auf gesundheitliche und persönliche Gründe. Der CSU-Fraktionsvorsitzende bedauere darin seine Entscheidung sehr; sehe sich aber nicht mehr in der Lage, dieses Ehrenamt ordentlich auszuüben. Die Bürgermeisterin bestätigte dem Scheidenden „eine wirklich gute Zusammenarbeit in der Sache, auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren“. Gleichfalls habe Harrer stets eine „sehr gute Arbeit als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses“ gemacht. Vor der einstimmig angenommenen Niederlegung des Mandats erklärte der Betroffene: „Ich habe mich zu diesem Schritt schweren Herzens durchgerungen und bitte um Verständnis für meine Entscheidung.“

Infos aus dem nichtöffentlichen Teil der Julisitzung standen mit dem Rücktrittsgesuch am Beginn der Tagung: Der Pachtvertrag mit Wolfgang Bauriedl für einen 600 Quadratmeter großen Holzlagerplatz sei gekündigt worden. Ebenso der Vertrag für die vom Elektrogeschäft Schmucker angemieteten Garagen. Die Kommune selbst habe den notariellen Kaufvertrag für das Anwesen Bienenweg 2 vollzogen und von Heike Seegerer den Stadel gegenüber der Hauberrisser-Kapelle in Pfrentsch erworben. Ein weiterer Bauplatz im Baugebiet „Im Kiesbeet II“ wäre an Sabine und Dominik Schmucker am Hussitenweg veräußert worden. Einen Bauantrag zum Neubau eines Fertighauses auf diesem Grundstück nahmen die Markträte ergänzend in den öffentlichen Teil der Sitzung auf und erteilten dem Vorhaben geschlossen ihre Zustimmung.

Vor vier Jahren keimte aufgrund eines Bauantrags Hoffnung für eine umfassende Sanierung und Neunutzung des stattlichen Anwesens im Bereich der Ampelanlage an der Hauptstraße auf. Zwischenzeitlich hat die Marktgemeinde das Gebäude erworben, da sich die Pläne des einstigen Besitzers zerschlagen haben. Da die weitere Zukunft trotzdem ungewiss ist, entschied sich der Marktrat zumindest einmütig für einen Antrag auf Fristverlängerung der Geltungsdauer der Baugenehmigung.

Geschäftsführerin Kerstin Wilka-Dierl übernahm die Vorstellung der Ergebnisse zur Ausweisung eines Industriegebiets am Ortsrand von Hagendorf. Der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Am Spatwerk" müsse wegen der zu errichtenden Feuerwehr-Umfahrung für Halle Nummer 16 nochmals ausgelegt werden. Aber noch ein zweites Manko sei bei der ersten Anhörung der Fachbehörden an den Tag getreten. An den angrenzenden Steilufern des gefluteten Bergwerks „Hagendorf-Süd“ komme es immer wieder zu Murenabgängen. Mit dem Abrutschen weiteren Erdreichs müsse gerade am nördlichen Ufer des Sees gerechnet werden. Ob es dadurch zu einer Gefährdung bis ins Planungsgebiet komme, sollten weitere Untersuchungen ergeben. Das bayerische Landesamt für Umwelt rate deshalb zu geotechnischen Untersuchungen, um Schadenersatzansprüchen gegenüber der Gemeinde zu vermeiden und empfahl die Aufnahme einer entsprechenden Klausel in den städtebaulichen Vertrag mit dem privaten Investor. Ergänzend wurde der Kommune eine Einbindung der Ausgleichsflächen in den Bebauungsplan nahegelegt. Weil es sich hierbei aber um ein Naturschutzgebiet handle, beurteilte Wilka-Dierl das Thema als rechtlich schwierig. Übereinstimmend schloss sich dass Gremium den Ausführungen der Geschäftsführerin an, das keine Änderungen im Landschaftsschutzverfahren durchgeführt werden sollen. Eine erneute Auslegung und Beteiligung der Fachstellen nach Einarbeitung der Änderungen beschlossen die Markträte ergänzend einstimmig.

Still und starr ruht der See nur in dieser Momentaufnahme, wie am Montag bei der Sitzung des Marktrats bekannt wurde. In der gefluteten Abbaustätte "Hagendorf-Süd" kommt es immer wieder zu Hangrutschen.
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