Ein Sternmarsch aus der neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft rund um den Ulrichsberg und ein festlicher Pontifikalgottesdienst sind der Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Wenn Kirchenglocken erklingen, Fahnen wehen und sich Gläubige gemeinsam auf den Weg machen, wird sichtbar, was gelebter Glaube bedeutet: Gemeinschaft. Unter dem Leitwort „Glaube verbindet – Glauben leben, Gemeinschaft stärken“ feierte die Pfarrei Waidhaus am Sonntag den Höhepunkt ihres Jubiläumsjahres. Seit 700 Jahren ist die Pfarrei urkundlich bezeugt. Zum Festtag war Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg gekommen. Bereits am frühen Morgen war Waidhaus auf den Beinen.
Kein Platz mehr in der Kirche
Im Rahmen eines Sternmarsches der „Pfarreiengemeinschaft um den Ulrichsberg“ machten sich Gläubige aus Waidhaus, Eslarn, Pleystein und Moosbach auf den Weg nach Waidhaus. Unter festlichem Glockengeläut zogen Bischof, Priester und Altardienst in die festlich geschmückte Pfarrkirche St. Emmeram ein. Das Große Vereinsorchester unter Leitung von Hermann Mack eröffnete den Pontifikalgottesdienst eindrucksvoll, bevor Organist Markus Mathy „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt“ begleitete. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Zahlreiche Fahnenabordnungen sorgten für ein farbenprächtiges Bild. Unter den Gästen waren auch stellvertretende Landrätin Andrea Lang, Bürgermeister Markus Bauriedl und Mitglieder des Marktgemeinderates. Gemeinsam mit Bischof Voderholzer zelebrierten Pfarrer Adam Karolczak, Pfarrer Udo Klösel, Pater Thomas Mühlberger, Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega und Ruhestandsgeistlicher Pfarrer Wolfgang Häupl den Gottesdienst. Unterstützt wurden sie von Diakon Herbert Sturm und Gemeindereferent Benedikt Eckert.
Pfarrer Karolczak erinnerte daran, dass sieben Jahrhunderte weit über die Lebensspanne eines Menschen hinausreichen. „Hier wurde gebetet, gehofft und gedankt“, sagte er. 700 Jahre bedeuteten zugleich, dass die heutige Generation Teil einer Geschichte sei, die lange vor ihr begonnen habe und nach ihr weitergehen werde. Deshalb solle das Jubiläum nicht nur an einem Festtag gefeiert werden. Zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen hätten das ganze Jahr über Gelegenheit geboten, die Geschichte der Pfarrei lebendig werden zu lassen.
Eine Ausstellung, die gemeinsam mit dem Heimatkundlichen Arbeitskreis, dem Pfarrgemeinderat und Ortsheimatpfleger Andreas Ringholz gestaltet wurde, machte die Vergangenheit anschaulich. Waidhaus liege zwar geografisch am Rand der Diözese, betonte Karolczak, „aber nicht am Rand“. Der Besuch des Bischofs sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Pfarrei ein wichtiger Bestandteil des Bistums sei. Auch Bischof Voderholzer blickte auf die bewegte Geschichte der Pfarrei zurück. 1592 wurde eine größere Reparatur der Kirche notwendig. Die Brände von 1782 und 1868 führten zu Zerstörung und Wiederaufbau. Die Zwiebelhaube des Turms wird gegen eine eingeknickte Spitze getauscht. Von 1952 bis 1956 wurde das Gotteshaus erweitert. 2016 nahm Weihbischof Reinhard Pappenberger die Konsekration des Volksaltares vor, 2018 erhielt die Kirche eine neue Orgel.
Spenden für Heiligenbilder
Der Bischof dankte allen, die sich um Kirche und Pfarrei kümmern. „Vergelt’s Gott für alle Mitsorge“, sagte er. Spontanen Applaus gab es für sein Lob der Kirchenmusik. Aus der neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft möge auch unter veränderten Bedingungen Kraft wachsen und sich bündeln, wünschte Voderholzer. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit mit dem Gotteshaus ist eine Spendenaktion zur Restaurierung der Heiligenbilder. 8.390 Euro kamen dafür zusammen. Damit konnten die Darstellungen des heiligen Antonius von Padua, des heiligen Emmeram und ein Muttergottesbild restauriert werden. Weitere Figuren sollen folgen. Bischof Voderholzer erteilte den restaurierten Bildern den kirchlichen Segen. Mit der Bayernhymne endete der feierliche Gottesdienst.
Am Kirchenportal empfingen anschließend die Kinder des Kindergartens St. Emmeram den Bischof mit gelb-weißen Kirchenfähnchen. Gerne spendete Voderholzer den Buben und Mädchen seinen Segen. Zum geselligen Abschluss traf sich die Pfarrgemeinde bei herrlichem Spätsommerwetter zum Frühschoppen im Schatten des Rathauses. Auch der Bischof ließ es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Bei Weißwürsten und frisch gezapftem Bier kam er mit den Besuchern ins Gespräch. So klang der große Jubiläumstag in Waidhaus aus: 700 Jahre Pfarrei – 700 Jahre Glaube, Gemeinschaft und gelebte Geschichte. Am Nachmittag schlossen sich eine Anbetung und eine Andacht an.


















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