14.07.2019 - 10:45 Uhr
WaidhausOberpfalz

Rastplatz der Seele

Einen Höhepunkt im mittlerweile 15-jährigen Veranstaltungsreigen markiert das Jubiläumsfest der Waidhauser Autobahnkirche. Das Geburtstagskind beschenkt sogar die Teilnehmer.

In der voll besetzten Dreifaltigkeitsapelle feiern Gläubige aus verschiedenen Religionen das 15-jährige Jubiläum der einzigen oberpfälzer Autobahnkirche.
von Josef ForsterProfil

Wann war die Kirche am Kreuzungspunkt zwischen Landstraße und Autobahnzubringer zuletzt so gut besucht? Menschen aus dem gesamten Altlandkreis und überregionale Gäste feierten gemeinsam den anhaltenden Erfolg der damaligen Idee von Gunhild Stempel. Seit 15 Jahren ist die Dreifaltigkeitskapelle nunmehr ökumenische Autobahnkirche und darüber hinaus ebenso Radwegkirche. „Wir wollen uns heute treffen, um inne zu halten. Was ist gewesen; was soll weiterhin sein“, sagte Pfarrer Georg Hartl als Vorsitzender des ökumenischen Trägervereins zum Hintergrund der Feierlichkeit: „Mit Freude teilen wir diese Kirche mit allen, die hier hereinkommen.“

Benigna Carstens von der Herrnhuter Brüdergemeinde aus dem gleichnamigen Ort dankte ihrer Mitschwester Stempel für die Einladung. Zum neuen Stellenwert der Autobahnkirche sagte Pfarrer Dieter Schinke von der evangelischen Stadtpfarrei Vohenstrauß: „Es freut mich, dass hier immer wieder Menschen hereinkommen.“ Auf die Prägung der Region durch die Simultankirche verwies Dekan Wendrich Slenczka vom evangelischen Dekanat Weiden-Neustadt/WN: „Die Waidhauser Autobahnkirche ist eine neue Art Simultaneum und wir dürfen hier dabei sein.“

Beim Schauen in die Runde habe Imam Maher Hkedr, Christen, Juden und Muslime gesehen, was er dem ökumenischen Arbeitskreis hoch anrechnete. Der Imam zählte viele Propheten auf und brachte damit die gemeinsamen Wurzeln der Religionen zum Ausdruck. Mit dem Vorlesen der ersten beiden Suren aus dem Koran richtete er sein Augenmerk ganz auf die Gemeinsamkeiten von Moslems, Juden und Christen: „Diese Stellen weisen uns darauf hin, dass wir gemeinsam auf dieser Erde leben sollen.“

Wie stolz die Marktgemeinde Waidhaus auf die Dreifaltigkeitskapelle und Autobahnkirche ist, brachte Bürgermeisterin Margit Kirzinger zur Sprache. Bei einem Blick in das Gästebuch zeige sich, wie viele Leute diese Chance zum Innehalten auf ihren Reisen auf der Autobahn auch nutzten. Durch die Zusatzbestimmung sei das Gotteshaus ebenso zu einem „Highlight im kulturellen Leben des Marktes geworden“.

Mit einer Einladung an alle Mitfeiernden, die Fackel der Organisation „Peace Run“ selbst in die Hand zu nehmen, startete Vasanti Niemz aus Heidelberg die Vorstellung ihrer Gruppe als weltumspannende Gemeinschaft. Als Kantor beim Festgottesdienst leistete Josef Dierl aus dem Weiler Pfälzer Hof wertvolle Dienste. Die Orgel spielte Christina Ponader aus Vohenstrauß, die darüber hinaus den Chor „Vivace“ aus der evangelischen Kirchengemeinde Vohenstrauß mitgebracht hatte.

Die Predigt übernahm Carstens, die einen Vergleich zwischen der Satzung des Trägervereins und dem barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium versuchte. Im „Zwang zur Schnelligkeit“ sah sie einen Weg, der letztlich zur Dummheit führen müsse. Stempel meinte am Ende des Festgottesdienstes: „Wir alle möchten mit Ihnen nun anstoßen auf das Geburtstagskind und uns von diesem reich beschenken lassen.“ Damit meinte die Beauftragte der evangelischen Kirche Deutschlands für die Waidhauser Autobahnkirche die kostenlose Abgabe aller möglichen Getränke, Gebäck- und Imbissvariationen an die Besucher durch weitere Mitglieder des Trägervereins.

Der Chor Vivace aus Vohenstrauß übernimmt unter Leitung von Christina Ponader die musikalische Mitfeier des Festgottesdienstes.
Schwester Beninga Carstens, Pfarrer Dieter Schinke, Vasanti Niemz, Gunhild Stempel, Pfarrer Georg Hartl, Dekan Wendrich Slenvzka und Iman Maher Khedr (im Altarraum, von links) bringen als Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaft den ökumenischen Gedanken der Autobahnkirche zum Ausdruck.
Gunhild Stempel segnet die Teilnehmer des Festgottesdienstes. Ihr unermüdlicher Einsatz brachte Waidhaus die Autobahnkirche. 15 Jahre später macht sie das Jubiläum zu einem großen Ereignis.
Weil das Wetter nicht mitspielt, servieren die Mitglieder des Trägervereins allen Gästen kostenlose Speisen und Getränke kurzerhand unter der Empore.
Eine Gruppe von "Peace Run" aus Heidelberg bereichert unter Leitung von Vasanti Niemz (Fünfte von links) den Festgottesdienst.
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