27.09.2018 - 08:08 Uhr
WaidhausOberpfalz

Solo im Wohnmobil

Solisten spielen oft die erste Geige. Beim derzeitigen Solistentreffen auf dem Trägerhof ist das mit dem „Solo“ aber ganz anders gemeint.

Die "Solisten" sind auf den Oberpfälzer Wald aufmerksam geworden und hegen mit zweitem Bürgermeister Markus Bauriedl (Dritter von rechts) und Quartiergeber Hermann Träger (Zweiter von links) einen regen Austausch.
von Josef ForsterProfil

Aus ganz Deutschland kommen die Teilnehmer, die erstmals den Oberpfälzer Wald für sich entdeckten. Mit Instrumenten oder Gesang hat das Ganze aber gar nichts zu tun. Die Voraussetzung, um dazu zu gehören, ist eine ganz andere. Aufgenommen werden nur Singles, die nach dem Verlust ihres Partners nun alleine weiter mit ihrem Wohnmobil auf Reisen gehen. Rund 350 Mitglieder gehören dem Forum an, über das Moni Kramer aus Swisttal seit 2014 als Administratorin wacht.

Die Gründung der Gemeinschaft liegt 15 Jahre zurück und immer mehr verwitwete Singles schlossen sich mit der Zeit an. Zwischenzeitlich gibt es auch Mitglieder aus Österreich und der Schweiz. Silke Jensen reiste 904 Kilometer von der Nordseeküste an, um dabei sein zu können. Landwirt Hermann Träger stellte eine Wiese bei seinem Aussiedlerhof zur Verfügung, um den Wohnmobilen Platz zu bieten. Als er die Schar näher kennenlernte, war er überrascht davon, wie viele Frauen alleine mit ihren Wohnmobilen unterwegs sind und das mit großer Leidenschaft. Immerhin sind so große Gefährte nicht jedermanns Sache. Zwischen 50 und 80 Jahren sind die Teilnehmer des Treffens übrigens und allesamt Rentner.

Durch das Vorhandensein eines Wohnmobils liege es in der Natur der Sache, dass die Mitglieder das ganze Jahr über viel unterwegs wären, sagte Jutta von Schlehdorn aus Düsseldorf und schwärmt: „Es ist wie in einer harmonischen Großfamilie. Es macht einfach einen Riesenspaß.“ Um die Organisation kümmerten sich Paul Soiron aus Aachen mit Ulla Gröne als Gelsenkirchen. Der Trägerhof habe sich durch die vorhandenen Sanitäranlagen und die Gemeinschaftsräume als ideales Ziel herauskristallisiert. Das alljährliche Treffen finde immer irgendwo anders statt und gehe dabei ohne festes Programm über die Bühne.

Gemeinsam die Region durch Wandertouren und Spaziergänge zu erkunden, gehöre aber immer dazu. Dabei entdeckten die Teilnehmer auch das Interesse am Pilze suchen und konnten eine stattliche Menge davon zusammentragen. Später hätten sich ein paar Helfer gefunden, die daraus ein Menü zauberten, wovon alle satt geworden wären. Die Nähe zu Tschechien biete darüber hinaus die Möglichkeit, das Nachbarland intensiver kennen zu lernen.

Zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl musste zudem über weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung informieren und wurde auch nach Gaststätten und Lokals intensiv befragt. Bei jedem Treffen gibt es mindestens ein Solistenbüfett“ erfuhr Bauriedl zudem. Dabei stelle jeder einfach irgendetwas aus seinem Vorrat für ein gemeinsames Abendessen zur Verfügung.

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