Waidhaus
08.12.2022 - 11:08 Uhr

Trauer um langjährige Berichterstatterin aus Waidhaus

Betty Wölfel aus Waidhaus hat viele Jahre für den "Neuen Tag" geschrieben. Nun ist sie verstorben. Beerdigung ist am Dienstag, 13. Dezember.

Betty Wölfel, langjährige Berichterstatterin für den "Neuen Tag", ist verstorben. Bild: fjo
Betty Wölfel, langjährige Berichterstatterin für den "Neuen Tag", ist verstorben.

Im 98. Lebensjahr verstarb Betty Wölfel in der Nacht auf Mittwoch zuhause in der Wiesenstraße, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbracht hatte, stets gut behütet und umsorgt von Sohn Hermann. Über 30 Jahre hinweg hielt sie das Geschehen in Waidhaus und seinen Ortsteilen als Lokalberichterstatterin für die Heimatzeitung „Der neue Tag“ in unzähligen Berichten und Bildern fest.

Ihr Leben bestand bis ins hohe Alter aus viel Arbeit und Mühen. 1925 in Frankenreuth geboren, wuchs sie mit drei Schwestern im Hause Liebl auf. Nicht einfach waren die Kinder- und Jugendjahre, weil der Vater als Glasmacher schwer krank war und früh verstarb. Sie wollte Schneiderin werden, aber der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der Einzug zum Arbeitsdienst verhinderten diesen Wunsch. 1939 trat Betty Wölfel als Hausgehilfin beim damaligen Sägewerk Wölfel ein – ein Schritt, der ihr Leben verändern sollte. Als Juniorchef Hans Wölfel spät aus dem Krieg in die Heimat zurückkehrte, folgte für diesen die Zeit der Entnazifizierung. Irgendwann verliebten sich die fleißige Arbeitskraft und der Juniorchef und 1954 wurde in Waidhaus um 6 Uhr früh in der Pfarrkirche geheiratet.

Nach 24 Ehejahren mit Hans Wölfel, dem sie zwei Söhne gebar, stellte dessen früher Tod die Frau vor neue schwere Aufgaben. Neben Haushalt und Erziehung musste sie für den Lebensunterhalt sorgen. Zur lokalen Berichterstattung gesellte sich das Fertigen von Passbildern, damit Bürger, Reisende und Fremde ihre Ausweisdokumente im Rathaus innerhalb kürzester Zeit erhalten konnten. Mit Ferienwohnungen im eigenen Anwesen unterstützte sie darüber hinaus den Fremdenverkehr in der Marktgemeinde.

Eine fleißige Kirchgängerin war die jetzt Verstorbene bis zuletzt. Ehrenmitglied war sie im Waidhauser Schützenverein 1864 und Gründungsmitglied beim katholischen Frauenbund. Der OWV Waidhaus war ihr ebenso wichtig wie der Gesangverein 1910. Trotz ihres schlechten Seh- und Hörvermögens sowie einer starken Bewegungseinschränkung nahm Betty Wölfel bis zuletzt rege am lokalen Geschehen teil. Auf Gottes Hilfe und die fürsorgliche Pflege ihres Sohnes Hermann vertrauend, war sie stets dankbar für ein so langes Leben. Rosenkranz ist am Sonntag um 9.25 Uhr vor der Sonntagsmesse und die Beerdigung am Dienstag um 14.30 Uhr in Waidhaus.

 
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