19.10.2018 - 08:51 Uhr
WaidhausOberpfalz

Viele Bedingungen für Solaranlage

Die Gemeinderäte von Waidhaus wollen "ausdrücklich" etwas für die Energiewende tun. Daran beteiligt sich auch das neue Gremiums-Mitglied Josef Kleber. Doch die Ämter haben viele Bedingungen.

Der Waidhauser Theatermacher Josef Kleber übernimmt als Marktrat eine neue Rolle.
von Josef ForsterProfil

Mit dem Abschied von CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer rückt Theaterregisseur und Pfarrgemeinderats-Sprecher Josef Kleber in den Mittelpunkt. Bürgermeisterin Margit Kirzinger vereidigte das neue Gremiumsmitglied. „Deine Zusage zur Mitarbeit freut uns natürlich sehr.“ Für die Zukunft bot sie Kleber eine „einträgliche Zusammenarbeit“ an. Ewald Zetzl ist nun Fraktionssprecher. Das Gremium fasste danach mehrere einstimmige Beschlüsse zur Neubesetzung der Ausschüsse: Kleber, der ursprünglichaus dem Eslarner Ortsteil Bruckhof stammt, übernimmt Harrers Posten im Hauptverwaltungsausschuss. In der Rechnungsprüfung rückt Gabi Wolf nach, jedoch nicht als Vorsitzende, denn der Marktrat übergab den Vorsitz an den Fraktionssprecher von UWG und Pfrentscher Liste, Josef Schmucker.

Zum beabsichtigen Sonnenstrom-Standort entlang der Autobahn sind die ersten Stellungnahmen eingetroffen. Weder die Bürger noch die Behörden hatten Bedenken. Die Bürgermeisterin schloss daraus auf „eine Zustimmung“. Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl präsentierte die eingegangenen Kommentare.Das Amt für Digitalisierung monierte die unzureichende Vermessung eines betroffenen Grundstücks. Von Seiten der Marktgemeinde bestehe jedoch kein Interesse daran, jedoch solle der Investor darauf hingewiesen werden. Die Autobahn-Dienststelle Fürth verlangt eine Beachtung der 40-Meter-Bauverbotszone, sowie ein Blendgutachten. Die Behörde will außerdem eine zeitliche Befristung der Erlaubnis auf 20 Jahre, entsprechend der Einspeisevergütung. Zudem sei für das Gelände keine direkte Ein- und Ausfahrt in die Autobahn möglich. Gegen die Forderung einer Rückbauverpflichtung, die auch bei einer Verbreiterung der Autobahn greife, hegte das Gremium hingegen keine Einwände.

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hatte Bedingungen, falls die Grundwasserschicht bei den Bauabeiten angezapft werden würde. Die Marktgemeinde legte sich deshalb gemäß der Auflage auf Materialien für die Ständerbauten fest. Die Wasser-Wächter verboten zudem den Einsatz von Unkraut-Vernichtungsmitteln und forderte für das Projekt einen „größtmöglichen“ Oberbodenschutz. Das Bayernwerk weist laut Vortrag der Geschäftsführerin auf den betroffenen Schutzzonen-Bereich einer Freileitung hin und fordert eine Prüfung im Rahmen einer Voruntersuchung. Für die Zusage einer Einspeisung sei zudem ebenfalls ein Gutachten erforderlich. Auch kündigte der Stromversorger bereits die Notwendigkeit eines zusätzliches Trafos an. All diesen Punkten beugte sich die Gemeinde. Versöhnlicher fällt die Eingabe des Amts für Landwirtschaft aus. Es handle sich zwar um 1,15 landwirtschaftlich produktiv genutzte Hektar, welche für Biogas oder Viehfutter genutzt würden, jedoch gäbe es Ersatz durch Ausgleichsflächen mit wenig Ertrag.

Das Grundstück sei keine Altlasten-Verdachtsfläche, jedoch empfehle das Landratsamt eine fachkundige Aushub-Überwachung. Weiter forderte das Bauamt ein Angleichen der unterschiedlichen Höhen der Bauten. Der Naturschutz wäre zwar mit den Planungen einverstanden, wolle aber später dort Weißdorn, Holunder und Schlehe wachsen sehen. Die vom Bauherrn vorgeschriebenen Arten bezeichnete das Amt als „nicht gewünscht“. Die Räte beschlossen: „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Gemeinde, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.“ Einer erneuten Auslegung über einen Monat hinweg verwehrte abschließend einzig Monika Zeitler-Kals erneut ihre Zustimmung.

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