08.10.2019 - 09:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhauser Kinder stürmen Provisorium

Einen zweiten Schritt vor dem ersten wagten Marktgemeinde und katholische Kirchenstiftung in Waidhaus. Das Ergebnis ist ein volles Haus auch ohne Neubau.

Durch die Bereitschaft von Nina Hunsperger und Julia Wittmann (von links) glückt die Erweiterung im Kindergarten "Sankt Emmeram" zu einer altersgeöffneten Kindertagesstätte, wenn auch aufgrund eines noch fehlenden Anbaus zunächst als Provisorium.
von Josef ForsterProfil

Weder auf die endgültigen Baugenehmigungen, noch auf die Förderbescheide und schon gar nicht auf den Abschluss der Bauarbeiten wollten die Verantwortlichen warten. Mit einem Provisorium aus Wohncontainern stellte der Kindergarten „Sankt Emmeram“ bereits vorab auf eine altersgeöffnete Kindertagesstätte um. Zwischen 6.45 Uhr am frühen Morgen und 16 Uhr am Nachmittag kann die Einrichtung nun Kinder schon ab einem Jahr aufnehmen.

Vom Fleck weg bestand Bedarf für zwei Krippengruppen dieser jüngsten Altersstufe. Dazu gesellen sich die beiden bisherigen Regelgruppen für Kinder von drei bis sechs Jahren. Im Angebot ist nun auch eine Schulkindbetreuung nach Unterrichtsschluss für die Schüler der Klassen 1 bis 4.

Für die Erweiterung des Angebots errichtete die Marktgemeinde beim Haupteingang an der Schulstraße so genannte Module zur übergangsweisen Benutzung. Die Ausführung erfolgte in einer kindgerechten Gestaltung und verfügt über eine eigene Sanitäranlage. Beim Zugang zur neuen Gruppeneinheit entschieden sich die Verantwortlichen zusammen mit Architekt Rudi Meißner aus Waldthurn für den bisherigen Haupteingang. Die Lösung erschien praktikabel, da lediglich die bisherige Eingangstür ein Stück weit unter dem vorhandenen Vordach nach außen versetzt werden musste.

Acht Kinder bis drei Jahren konnten hier nun zusätzlich aufgenommen werden und erhalten eine fachgerechte Betreuung. Der Marktrat erklärte sich einstimmig bereit, die Kosten für die Übergangslösung komplett zu übernehmen. Weil es sich um eine kirchliche Einrichtung handelt, verwies das Gremium als Grund für seine Entscheidung der Kostenübernahme durch die Kommune auf den wachsenden Bedarf an Krippenplätzen in Waidhaus, dem „so schnell als möglich gerecht zu werden" sei.

Während die räumlichen Voraussetzungen relativ einfach zu lösen waren, bildete die Suche nach dem Personal eine weitaus größere Herausforderung. Dass die Verstärkung des Teams um Leiterin Manuela Bauer mit einheimischen Kräften glückte, überraschte umso mehr. Pfarrer Georg Hartl und Kirchenpfleger Siegfried Zeug konnten Erzieherin Julia Wittmann aus Hagendorf und Kinderpflegerin Nina Hunsperger aus Frankenreuth für eine Mitarbeit gewinnen.

Julia Wittmann ist in der Gemeinde keine Unbekannte. Sie leitet seit Jahren die AWO-Kindertanzgruppe „Wild Chixx“ und ist auch Jugendwart der Hagendorfer Feuerwehr. Nach der Ausbildung zur Erzieherin war sie jahrelang in der ambulanten Jugendhilfe tätig. In der Kita Waidhaus liegt ihr Fokus nun auf der Erziehung und Betreuung der Kleinsten. Die junge Mutter leitet zudem die neue Kindergruppe.

Die frisch staatlich anerkannte Kinderpflegerin Nina Hunsperger unterstützt gruppenübergreifend ihre neuen Kolleginnen. Sie wechselte gleich nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung nach Waidhaus. Kirchenpfleger Zeug wünschte „den jungen Damen eine gute Zeit und eine glückliche Hand mit ihren Schützlingen“.

Die Planungen für den Erweiterungsbau auf der rückwärtigen Seite der bestehenden Gebäudeteile laufen mittlerweile auf Hochtouren. Im Frühjahr hoffen Marktgemeinde und Kirchenverwaltung mit einem Beginn der Bauarbeiten.

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