21.02.2019 - 09:34 Uhr
WaidhausOberpfalz

Waidhauser Markträte kritisieren Haushaltspläne

Der Entwurf des Gemeinde-Haushalts für das neue Jahr stand nicht auf der Tagesordnung. Doch plötzlich sehen sich Bürgermeisterin und Geschäftsleiterin deshalb enormer Kritik ausgesetzt.

Die vier Metallständer vor der Gaststätte "Haus am Eck" sind neu. Die Marktgemeinde hofft, damit die Sichtverhältnisse für die Autofahrer verbessern zu können.
von Josef ForsterProfil

„Da sind mehrere Posten drauf, wo wir nicht wissen, wie wir das finanzieren sollen.“ Mit dieser Aussage stand Gabi Wolf (CSU) nicht allein. Aus verschiedenen Lagern tauchte Unmut am neuen Zahlenwerk auf. Ihr Fraktionskollege Ewald Zetzl sprach sich für ein Streichen verschiedener Posten aus und Josef Schmucker (UWG/PL) hielt die Summe von einer halben Million für die Sanierung eines gemeindlichen Anwesens für überzogen.

Perplex fiel die Reaktion der Gemeindeverwaltung aus. Margit Kirzinger begründete die eingesetzten Beträge als Grundlage für die Entscheidungsphase. „Das ist bis jetzt nur eine Sammlung, ein Entwurf dessen, was im Laufe des Jahres gesagt und vorgeschlagen wurde“, ergänzte Kerstin Wilka-Dierl. Für die Einwürfe hatte sie kein Verständnis: „Wir haben unseren Plan noch immer geändert und abgestimmt. Das ist doch nicht neu, sondern eine über Jahre hinweg gehandhabte Vorgehensweise.“

Anfreunden konnte sich Schmucker ebenso wenig mit den neuen Pollern an der Einmündung der Hagendorfer Straße in die Ortsdurchfahrt. Während Kirzinger die Maßnahme mit dem ausbleibenden Erfolg der aufgestellten Schilder begründete, stellte der UWG/PL-Fraktionssprecher die Installation gänzlich infrage: „Fehlt da nicht der entsprechende Marktratsbeschluss?“ Mit der neuen Lösung war er nicht einverstanden: "Ich fahre da am Tag mindestens 30 mal heraus. Bei einem langsamen Hinaustasten hatte ich noch nie Probleme.“ Vor allem jener nah am Schnittpunkt der Einmündung postierte Pfosten störte ihn: „Der ist viel zu weit vorne.“ Ob sich damit etwas erreichen lasse, bezweifelte Schmucker sehr, wozu er als Beispiel das Postauto anführte: „Das steht eben nun direkt auf der Straße.“ Kirzinger hingegen hofft durch die vier Metallpfähle auf eine Verbesserung der Situation.

Für den Einbau einer Hackschnitzel-Heizung in das bestehende Nebengebäude lagen dem Marktrat die Pläne von Monika und Johann Kick aus Reinhardsrieth vor. Einwände gab es keine. Den Bau eines Einfamilien-Wohnhauses im Baugebiet „Im Kiesbeet“ beantragte Matthias Fischer aus Pfrentsch. Die Markträte unterstützen das Vorhaben mit einem einmütigen Votum. Am westlichen Ortsrand von Hagendorf beabsichtigen Susanne und Alexander Kick aus Luhe-Wildenau den Bau eines Einfamilienhauses. Gegen das im Außenbereich angedachte Projekt gab es von Seiten des Gremiums aufgrund einer gesicherten Erschließung keinerlei Einwände.

Nach verschiedenen Bauvorhaben beschäftigt sich das Gremium mit der Finanzierung der Container-Übergangslösung im Rahmen der umfangreichen Erweiterungspläne für die Kindertagesstätte St. Emmeram. Ein erster Lichtblick zeigte sich durch die vorliegenden Angebote für die Miete der Container. Die ersten Kostenschätzungen seien von wesentlich höheren Summen ausgegangen. Um einen Überblick zu erhalten, seien die Anbieter zudem gebeten worden, Angebote für eine Miete und für einen Kauf anzugeben, berichtete die Bürgermeisterin. Das günstigste Angebot laute auf 77 707 Euro inklusive Fundament, Kanal und Einhausung des Eingangs bei einem Kauf. Die Miete für 18 Monate betrage hingegen nur 42 228 Euro inklusive Versicherung, Demontage und Abholung.

Weil die finanzielle Lage der Kirchenverwaltung - nicht zuletzt wegen der Generalrenovierung der Pfarrkirche – angeschlagen wäre, sei noch offen, wer die Container-Übergangslösung finanziere. Kirzinger gab jedoch zu verstehen: „Die Gemeinde will ja, dass eine Lösung so schnell als möglich angeboten wird. Deshalb sehe ich es als unseren Wunsch“, weshalb sie eine Kostenübernahme von 100 Prozent durch die Gemeinde forderte: „Letztendlich ist das wirklich unsere Sache. Wir wollen unsere Kinder langfristig hier in Waidhaus halten.“

Während Schmucker diesem Ansinnen sofort beipflichtete, konterte Wolf und stimmte letztlich als Einzige dagegen: „Wenn ich unseren Haushalt anschaue, bin ich anderer Meinung. Es sei denn, ihr wollt Schulden aufnehmen. Die Lage ist bei uns genauso angespannt.“ Georg Kleber (Pfrentscher Liste) befürchtete bei einer Übernahme der Kosten die Gefahr weiterer Forderungen für den Erweiterungsbau, was Kirzinger sofort verneinte. „Lieber verzichte ich auf den Ausbau einer Straße, aber den Kindergarten können wir nicht hinten anstellen“, begründete Monika Zeitler-Kals ihre Zustimmung.

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