19.02.2020 - 09:45 Uhr
WaidhausOberpfalz

Windräder sollen mehr als doppelt so hoch werden

In der letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen ist die Windenergie Thema im Marktrat. Das Gremium vertagt die Entscheidung jedoch.

Nur zwischen der Grundschule (rechts) und dem Pfarrgarten (links) sind die beiden Windräder von der Waidhauser Ortsmitte aus zu sehen. Eine Erhöhung von bislang 80 Meter auf über das Doppelte ist beantragt.
von Josef ForsterProfil

Bürgermeisterin Margit Kirzinger informierte, dass im Rathaus bereits ein Antrag des Eigentümers auf Vergrößerung eingegangen sei. Rund 80 Meter hoch sind die beiden Windräder derzeit. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 62 Metern. Nun stehen 166 Meter Höhe und 162 Meter Durchmesser im Raum.

Während die Leistung der beiden Anlagen bei je 1300 Kilowattstunden (kw/h) und einem jährlichen Ertrag von rund 1,9 Millionen kw/h liegt, werden nun durchschnittlich 10 Millionen kw/h angestrebt. Schon jetzt ist bekannt, dass für dieses Volumen die bestehenden Stromzuleitungen und -anschlüsse nicht ausreichen. Im Falle einer Genehmigung gilt diese für 20 Jahre. Kirzinger nannte einen Zeitraum von 2024 bis 2044. Darüber hinaus wird die 10-H-Regelung nicht eingehalten, da Wohngebäude nur rund 500 Meter entfernt liegen.

In unmittelbarer Nähe genehmigte der Marktrat in der Januarsitzung den Neubau eines Milchvieh-Laufstalls. Weil die Nabenhöhe mit 166 Metern zu hoch ist - zum Vergleich: die Regensburger Domtürme sind gerade einmal 105 Meter hoch - müssten Flächennutzungs- und Landschaftsplan geändert und ein separater Bebauungsplan erstellt werden. Auch ein Gutachten zu den Schallwerten und zum Schattenwurf wäre erforderlich. Der Neubau sei zudem rund 30 Metern in westlicher Richtung vom jetzigen Standort entfernt.

Sämtliche Wortmeldungen der Markträte signalisierten dem im Zuhörerbereich sitzenden Eigentümer aus Oberbayern im Anschluss bereits ihre Zustimmung, auch im Namen der Fraktionen. Kirzinger erinnerte, dass die Bevölkerung vor 20 Jahren auch Ja zu den Windrädern gesagt habe. In einem einstimmig gefassten Beschluss vertagte das Gremium die Entscheidung und die Bürgermeisterin sicherte zu, den Antrag erst im Mai oder Anfang Juni wieder auf die Tagesordnung zu nehmen. Der Investor soll die Bevölkerung bis dahin zu einer Infoveranstaltung einladen. Als dieser die Sitzung verließ, dankte er den Markträten für ihre Bereitschaft und versprach die Zahlung von Gewerbesteuer bei einer Verwirklichung.

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An einer Erhöhung des Zuschusses für Uniformjacken der Feuerwehren entzündete sich gleich im Anschluss eine heftige und lange Diskussion. Anstatt bisher 40 Euro pro Stück kann sich die Feuerwehr Waidhaus als erste über eine Erhöhung auf 50 Euro freuen. Die Abstimmung für zwölf Stück erfolgte einstimmig. Neues wusste die Bürgermeisterin zur bestellten Schlauchwaschanlage für die fünf Feuerwehren in der Marktgemeinde. Die Anlage werde am Faschingsdienstag geliefert und am Aschermittwoch in Betrieb genommen.

Die gemeindeeigene Streuobstwiese bei Pfrentsch brachte Ewald Zetzl (CSU) zur Sprache. Die Äste mancher Bäume reichten bis zum Boden. Bürgermeisterin Margit Kirzinger sicherte zu, sich des Themas anzunehmen.

Zetzl sprach auch die gestartete Planung für einen kombinierten Geh- und Radweg zwischen Waidhaus und Pfrentsch an. Konkret ging es ihm um das Bushäuschen beim Weiler Ziegelhütte. Ein Anlieger habe den Plan gesehen und sei mit einer Verschiebung einverstanden, damit der neue Weg vorne vorbeigeführt werden könne. Kirzinger und Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl signalisierten eine Betrachtung der Problematik, um die von Zetzl befürchtete spätere Umplanung zu vermeiden.

Vera Stahl bat um Prüfung einer Straßenausbesserung des Langackerwegs in Pfrentsch. Das gesperrte Straßenstück auf Höhe einer Privatkapelle in Reinhardsrieth brachte Fraktionssprecher Josef Schmucker (UWG) auf den Tisch. Die Rathauschefin begründete die saisonale Sperre mit dem „sehr schlechten Zustand“, weshalb seit Jahren der Winterdienst außen vor bleibe. Die Zufahrt zu den Anwesen sei davon jedoch nicht betroffen.

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