Wenn der kleinste Ortsverband in der Großgemeinde mit zwölf Mitgliedern junge Verstärkung erhält, dann wird der Altersdurchschnitt erheblich gesenkt. Deshalb war die Freude groß, dass sich Thomas Ertl entschloss, dem CSU-Ortsverband beizutreten und sich gleich aktiv im Vorstandsgremium einbringen wird. Vielleicht werden durch diesen Beitritt auch andere jüngere Dorfbewohner dazu animiert, politisch tätig zu werden und der CSU beizutreten, wünschte sich Ortsvorsitzender Johann Wiesent.
Dieser wurde im Gasthof Zilbauer bei den Neuwahlen von den neun Stimmberechtigten auch für die nächsten zwei Jahre als Vorsitzender bestätigt. Andreas Kiesl steht ihm als Stellvertreter zur Seite. Die Kassengeschäfte führt Hans-Werner Anzer und die schriftlichen Arbeiten erledigt Richard Troglauer. Im Beisitzergremium unterstützen Thomas Ertl, Martina Rauch, Anton Herrmann, Franz Kick und Johann Bäumler. Die Kasse prüfen Johann Gollwitzer und Josef Haberkorn. Als Delegierter zur Kreisvertreterversammlung wurde Johann Wiesent gewählt. Bei der Landtagswahl sei die CSU mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Koalition mit den Freien Wählern sieht Wiesent als Zweckgemeinschaft mit der man leben könne. „In Bayern gehen die Uhren halt doch anders“, meinte der Vorsitzende mit Blick auf die schnelle Regierungsbildung. In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit den anderen Ortsverbänden forciert. Dies zeigte sich bei den verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Kassier Hans-Werner Anzer legte einen positiven Kassenbericht vor und erhielt für seine vorbildliche Arbeit viel Lob von Johann Gollwitzer, der die Zahlen überprüfte und eine einwandfreie Buchführung attestierte. Für das laufende Jahr plant Johann Wiesent bereits wieder eifrig. Gerne dürften auch die Mitglieder Ratschläge äußern. An das Neumitglied Thomas Ertl überreichte Wiesent abschließend ein Begrüßungsgeschenk.
Neuigkeiten vom Bürgermeister
Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ging anschließend auf die Rathauspolitik ein und verriet den Waldauern viele Neuigkeiten. In der anstehenden Haushaltssitzung werden am Donnerstag die finanziellen Grundvoraussetzungen für das laufende Jahr geschaffen. Wenn es sich auch um keinen Rekordhaushalt handelt, sei er dennoch mit 22,5 Millionen - davon entfallen 16,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und etwa 6 Millionen auf den Vermögenshaushalt - für eine Kommune wie Vohenstrauß ein nicht geringer Finanzaufwand. „Wir können es uns derzeit leisten.“ Wutzlhofer rechnet das insbesondere seinem Stadtrat hoch an, der stets zukunftsweisend entscheidet. Die Stadt habe durchaus schon andere Zeiten erlebt, als sich die Pro-Kopf-Verschuldung in einer Höhe von 2500 Mark belief. Jetzt sei man auf einem sehr guten Weg mit etwa 80 Euro. Die Rücklagen sind mit sechs Millionen Euro auf der hohen Kante schon sehr beträchtlich. „Das gibt uns einen gewissen Gestaltungsspielraum, den wir auch brauchen.“ Investitionen aus früherer Zeit wie Kläranlagen oder andere kommunale Einrichtungen brauchen mittlerweile aufwändige Sanierungen.
Außerdem kommen immer neue gesellschaftliche Herausforderungen und Leistungen wie beim Bayerischen Kinder- und Betreuungsgesetz auf die Kommune zu. Kopfzerbrechen bereiten derzeit die Hort- und Kindertagesbetreuungsplätze. „Uns fehlen sowohl Hort- als auch Regelkindergartenplätze für eine altersgeöffnete Gruppe und wir wissen nicht, wo die Kinder plötzlich herkommen. Das hat uns echt überrollt. Im vergangenen Jahr stellte sich die Situation noch ganz anders dar.“
In der ganzen Not wurde aktuell die Entscheidung getroffen diesen Engpass mit einer Containerlösung zu überbrücken. Es handle sich um den Zeitraum der nächsten zwei bis drei Jahre, dann würde sich laut Sozialraumanalyse, die von Dr. Alexander Teckles im Auftrag der Stadt fortgeschrieben wurde, wieder eine Entspannung ergeben. Nachdem es mittlerweile einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf die Kindergartenplätze gibt, sehen es manche Eltern einfach nicht ein, ihr Kind in einer Nachbargemeinde mit freien Plätzen unterzubringen, was der Rechtsanspruch durchaus hergebe. „Wenn ich ein Kind von München Nord in den Süden fahren muss, bin ich eine Stunde unterwegs und von Waldau nach Vohenstrauß fünf Minuten.“ Sollte im städtischen Kindergarten Roggenstein eben kein Platz sein, müssten die Eltern ihr Kind nach Vohenstrauß bringen, stellte Wutzlhofer den Vergleich an. Um für das kommende Kindergartenjahr gut gerüstet zu sein, werden zusätzlich 20 Kindergartenplätze geschaffen und die Hortplätze von derzeit 45 auf 60 aufgestockt.
Die Containerlösung kostet allerdings sehr viel Geld. Ob man die Container least oder kauft müsse erst entschieden werden. Laut ersten Aussagen einer österreichischen Firma müsse die Stadt mit Kosten von etwa 600 Euro pro Quadratmeter Fläche rechnen, wenn mit Kokosmaterial gedämmt wird. Sollte allerdings Schaumtechnik für die Dämmung bevorzugt werden, schlagen Kosten bis zu 900 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Nach dem notwendigen Raumprogramm dürften rund 400 Quadratmeter Fläche gefordert werden. „Dann wissen wir, was da für eine Größenordnung auf uns zu kommt.“ Zusätzlich komme das ganze Drumherum mit Möbeln und vielem anderen mehr dazu. Damit komme man über die Runden und dann müsse die Zukunft zeigen, ob diese erste Notmaßnahme ausreiche oder ob nochmals nachgebessert werden muss. Bevor aber das sportliche Ziel bis Herbst erreicht ist, wird die alte Villa, neben dem Haus für Kinder Gottfried Sperl abgebrochen und das Baufeld für die Container hergerichtet. Für die Zukunft müsse es sogar Überlegungen geben, eventuell ein neues Kindergartengebäude zu bauen und einer Trägerschaft zu übergeben.
Wutzlhofer rügte im Zusammenhang mit der ganzen Kindergartenproblematik die bayerische Regierung, die mit dem „Bonbon der neuen schwarz-orangen Koalition“ noch Öl ins Feuer gießt. Ab 1. April bekommen Eltern 100 Euro Zuzahlung zu den Kindergartengebühren, die aber erst ab 1. September verpflichtend sind und das werde die Situation weiter verschärfen, ist sich Wutzlhofer sicher. „Das wurde nicht zu Ende gedacht.“ Erste Auswirkungen wären seiner Ansicht nach höhere Buchungszeiten für die Kinder mit der Folge, dass der Qualifizierungsschlüssel und der Personalschlüssel dermaßen ausgereizt werden, dass neues Personal erforderlich ist, das der Markt allerdings gar nicht hergebe, zeigte der Stadtchef die ganze Problematik auf, die damit verbunden ist.
Hinter dem Rathaus soll eine Unisex-Automatic-WC-Anlage errichtet werden. Außerdem ein Carport mit Anschlussmöglichkeiten für das städtische Elektrofahrzeug und auch die Sanierung des Sozialraums im Rathaus erfolgt noch in diesem Jahr. Die Stadt plant auch wieder einige Straßenzüge in Eigenregie zu erneuern. Neben vielen anderen Straßen ist der Braunetsriether Weg, die Messerpaint in Oberlind, die Don-Bosco-Straße mit Errichtung von Parkplätzen, die Lange Gasse oder die Fahrenbergstraße in Altenstadt angedacht. Zudem soll das ehemalige Brauereigebäude Würschinger noch heuer abgebrochen werden. An dieser Stelle entsteht im Jahr 2020 ein Park-Quartier mit zusätzlichen Blühflächen.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.