Waldau bei Vohenstrauß
13.12.2022 - 10:58 Uhr

Waldauer "Grouber"-Marterl glänzt wieder

Das Wegkreuz mit Stein im Ortsteil Waldau war früher ein Grabmal eines Waldauer Lehrers. Vor allem an Fronleichnam steht es alljährlich im Mittelpunkt. Jetzt erstrahlt die Christusfigur wieder in neuem Glanz.

Hans Oppelt vergoldete die Christusfigur des "Grouber"-Marterls in Waldau neu und übergab sie nun an Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, denn das Marterl steht auf städtischem Grund. Bild: dob
Hans Oppelt vergoldete die Christusfigur des "Grouber"-Marterls in Waldau neu und übergab sie nun an Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, denn das Marterl steht auf städtischem Grund.

Im Jahr 2019 übergab die Familie Kick das im Ortsteil Waldau stehende "Grouber"-Marterl an die Stadt Vohenstrauß, die den Stein und das Kreuz umgehend zur Renovierung in Auftrag gab. Obwohl die Christusfigur mit Blattgold überzogen wurde, was ein sehr korrosionsbeständiges Metall ist, gab es während der letzten drei Jahre unerklärlicherweise mehrere Roststellen. Dies veranlasste Hobbybastler Hans Oppelt, der bereits 2019 die Vergoldung durchführte, zum Handeln. Er bot der Stadt seine Hilfe zur erneuten Restaurierung des Christuskörpers an. Die weiteren Arbeiten, wie Sandstrahlung und Grundierung wurden durch die Firma Rappl aus Moosbach ausgeführt.

Waltraud Kick war noch ein kleines Mädchen, als das „Grouber“-Feldkreuzmarterl schon auf einem Acker ihrer Eltern gegenüber vom Wohnort stand. „Für die Flurprozessionen wurde es immer schön hergerichtet", erzählt sie. Vor drei Jahren erstrahlte das „Grouber-Kreiz“ im Ortsteil wieder im neuen Glanz und wurde als dritte Station in die Fronleichnamsprozession integriert.

Marterl war ein Grabstein

Bis es allerdings so weit war, legte das Marterl einen teilweise beschwerlichen und über Jahre hinweg von der Öffentlichkeit unbeachteten Weg zurück. So soll das Marterl, laut Erzählungen, ein Grabstein auf dem Waldauer Friedhof gewesen sein. Hauptlehrer Joseph Eiban war der ursprüngliche Besitzer dieses Grabsteins mit Kreuz. Er wurde 1917 von der Fichtelgebirgsschule Schloppach bei Waldsassen nach Waldau versetzt. Sechs Jahre später soll der Lehrer an einem Magenleiden verstorben sein und wurde auf dem Waldauer Friedhof zur letzten Ruhe geleitet. Dieser Grabstein zeugte von seinem Leben. Allerdings wurde die Begräbnisstätte nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst und der Stein mit dem schönen Kunstschmiedekreuz verschwand ungeachtet in einer Friedhofsecke.

Waltraud Kicks Vater nahm sich dann 1958 des besitzlosen Grabsteins an, ließ die Beschriftung entfernen und errichtete ihn an seiner Ackerfeldgrenze als Flurkreuz.

Oft wurde zu dieser Zeit ein solches Kleindenkmal aus Dankbarkeit, der Hoffnung und des Gebets in Wald und Flur aufgestellt. Allerdings wurden die Grundstücksgrenzen und die Böschungen beim Bau der Umgehungsstraße, Ende der 1970er Jahre, etwas abgeändert und das Feldkreuz rund 40 Meter weiter nordöstlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, auf einem kleinen Wiesengrundstück, das sich im städtischen Besitz befindet, neu postiert. Andreas Wutzlhofer zeigte sich gleich offen, als das Angebot kam, dieses Kreuz von der Stadt mit zu übernehmen. Mit dem neu vergoldeten Christus schlug deshalb Hans Oppelt nun im Rathaus auf, um den Korpus ganz offiziell wieder an den Rathauschef weiterzureichen.

 
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