01.09.2020 - 12:38 Uhr
Waldeck bei KemnathOberpfalz

Pontifikalmesse mit Weihbeschof Reinhard Pappenberger

Das Wetter meinte es nicht gut mit dem Heimat- und Kulturverein und so musste die Pontifikalmesse in Waldeck anlässlich des 5. Jahrestages der Segnung der Burgkapelle St. Ägidius mit Glockenweihe in die Pfarrkirche verlegt werden.

Weihbischof Pappenberger bei der Predigt.
von Hans LukasProfil

Das Wetter meinte es nicht gut mit dem Heimat- und Kulturverein und so musste die Pontifikalmesse anlässlich des 5. Jahrestages der Segnung der revitalisierten Burgkapelle St. Ägidius mit Glockenweihe in die Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk verlegt werden. Wie schon vor fünf Jahren war Weihbischof Reinhard Pappenberger in Waldeck, um den Patroziniumsgottesdienst zu Ehren des heiligen Ägidius zu halten. Wegen der Pandemiebestimmungen konnten statt der erwarteten Hundert Gläubigen nur einige wenige die Messe mitfeiern.

Nach dem Einzug in die Pfarrkirche begrüßte Ortspfarrer Heribert Stretz den Weihbischof und die anwesenden Gottesdienstbesucher. Zu Pappenberger sagte Stretz, dass heute ein besonders festlicher Tag sei, denn genau vor fünf Jahren sei von ihm die kurz zuvor in Waldeck gegossene Glocke geweiht und die Burgkapelle St. Ägidius auf dem Schloßberg gesegnet worden. Es sei für die ganze Pfarrei eine große Ehre, dass Weihbischof Pappenberg diesen Gottesdienst feiert.

Mit der Revitalisierung ist der Schloßberg zu neuem Leben erwacht.

Pfarrer Heribert Stretz

Die Revitalisierung bezeichnete Pfarrer Stretz als großes Projekt, das unter der Bauträgerschaft der Stadt Kemnath angepackt und ausgeführt wurde. Dank des rührigen Heimat- und Kulturvereins (HuK) konnte damit mit Unterstützung des Landkreises und Sondermitteln des Bundes etwas geschaffen werden, das seinesgleichen suche. Stellvertretend für die Ehrengäste begrüßte er stellvertretenden Landrat Alfred Scheidler und Bürgermeister Roman Schäffler. "Mit der Revitalisierung ist der Schloßberg zu neuem Leben erwacht", und hier gelte allen Dank für den außerordentlichen Einsatz, dem Vorstand des HuK mit Georg Wagner, Leonhard Zintl und Franz Horn an der Spitze.

Runder Gedenktag

In seiner Predigt ging der Weihbischof auf den heiligen Ägidius ein, der fast auf den Tag genau vor 1300 Jahren am 1. September des Jahres 720 verstorben ist. Wie so häufig falle auch sein Heiligengedenktag auf den Todestag. Nach dem christlichen Glauben sei nach einem heiligmäßigen Leben das auch sein Auferstehungstag. Ein Pontifikalgottesdienst aus Anlass des "nur" fünften Jubiläums der Einweihung einer Glocke - dafür habe er sich "daheim in Regensburg" rechtfertigen müssen. Mit Hinweis auf den runden Gedenktag an den Patron der Ägidius-Kapelle sei ihm das auch gelungen.

Weihbischof Reinhard Pappenberger (Zweiter von links) und Pfarrer Heribert Stretz (links) mit den Ministranten.

Ägidius wurde in Athen geboren. Er hat seine Heimat verlassen um den Glauben in der Fremde zu verkünden. Sein Weg führte ihn zunächst nach Frankreich, wo er in St. Gilles auch starb. Es sei gut, so betonte der Prediger, sich, wie in diesem Gottesdienst, seiner Wurzeln zu besinnen. Von den Wurzeln der Vergangenheit gehe eine direkte Linie in die Gegenwart und die Zukunft. Auf dem Waldecker Schloßberg werde dies versinnbildlicht durch die Burgruine, die in den vergangenen Jahren Stein um Stein wieder aufgebaut worden ist. Vor fünf Jahren seien sie durch die Revitalisierung der Burgkapelle St. Ägidius durch die neu gegossene Glocke auf dem Glockenturm neben der Kapelle ergänzt worden.

Die Mitglieder des HuK haben die Burg wieder aufgebaut

Waldeck bei Kemnath

Durch die mühsame Arbeit des Heimat- und Kulturvereins und seiner Mitglieder sind auf dem einst kahlen Berg Ruinen auferstanden, die ebenso von der Vergangenheit zeugten wie die Einkerbungen an der Südseite des Schloßberges. Dort stand einst Alt-Waldeck, das einer verheerenden Brandkatastrophe zum Opfer gefallen war. Auch damals hatten sich die Menschen nicht entmutigen lassen und mit Gottvertrauen den Markt Waldeck am heutigen Standort an der nördlichen Seite des Schloßberges neu aufgebaut.

Die Wurzeln seien wichtig, so stimmte der Weihbischof in die Worte von Papst Franziskus ein. "Um modern zu sein, so der Papst, glauben viele, dass es notwendig ist, sich von den Wurzeln zu lösen. Und das ist die Niederlage, denn die Wurzeln, die Tradition, sind die Garantie für die Zukunft." Der Prediger stellte fest, dass für Christen der Glaube die Wurzel des Lebens, der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bilde. Dafür geben die Ägidiuskapelle, der Turm mit seiner Glocke und besonders auch der Gottesdienst in der Pfarrkirche hier und in der ganzen Pfarrei Zeugnis. Hätte das regnerische Wetter nicht einen Strich durch die Planungen gemacht, wäre der Pontifikalgottesdienst auch in der Ägidiuskapelle auf dem Schloßberg abgehalten worden, eingeläutet von der von ihm 2015 geweihten Glocke.

Viele Mitwirkende

Lektorin Angela Reindl trug auch die Fürbitten vor. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Jagdhornbläser Kaibitz unter der Leitung von Ely Eibisch. Sie spielten Stücke aus der Hubertusmesse von Reinhold Stief und der Schubertmesse. Vor dem Schlusssegen und dem Auszug und dem Lied "Großer Gott wir loben dich" begleitet von den Bläsern und Volksgesang, ergriff der Vorsitzende des HuK Georg Wagner das Wort. Er bedankte sich zunächst bei Weihbischof Reinhard Pappenberger, dass er aus Anlass des "Fünfjährigen" der Ägidiuskapelle wieder nach Waldeck gekommen war, um den feierlichen Pontifikalgottesdienst zu halten. Pfarrer Stretz gelte ebenso Dank für die Mitfeier des Gottesdienstes und weil er stets ein offenes Ohr für die Belange des HuK habe. Sein Dank galt auch den Ehrengästen. Er betonte, dass bei dem ganzen Projekt viele mitgewirkt haben. "Sie mögen auch in Zukunft weiter mit anpacken, dass die noch bevorstehenden Pläne realisiert werden können."

Sie mögen auch in Zukunft weiter mit anpacken, dass die noch bevorstehenden Pläne realisiert werden können.

HuK-Vorsitzender Georg Wagner

Bei einem Gespräch zwischen dem Weihbischof und den Ehrengästen im Pfarrhof lobte der Geistliche nochmals das jahrzehntelange Engagement und die Entwicklung auf dem Schloßberg. Die Kapelle sei für ihn ein sehr gelungenes Werk in der Verbindung von Revitalisierung und den neuen Elementen. "Vor fünf Jahren waren die Einweihung und der Glockenguss vor Ort ein einmaliges Erlebnis." Er wünschte sich, dass die Kapelle auch weiterhin einen besonderen Stellenwert in der Pfarrei habe und viele Besucher von Nah und Fern diesen besonderen Ort erlebten.

Die Jagdhornbläser, die nach dem Gottesdienst vor der Kirche noch einige Stücke vortrugen
Die Ehrengäste Europaabgeordneter Christian Doleschal (Dritter von links), stellvertretender Landrat Alfred Scheidler (Zweiter von rechts) und Bürgermeister Roman Schäffler (Dritter von rechts). Weihbischof Reinhard Pappenberger (Sechster von links) stellte sich mit Ihnen im Markt vor der Kulisse des Schloßberges mit der Burgruine zu einem Erinnerungsfoto auf. Mit dabei waren auch die beiden HuK-Vorsitzenden Georg Wagner (Vierter von links) und Leonhard Zintl (links), Ely Eibisch (Zweiter von links) von den Kaibitzer Jagdhornbläsern sowie vom Pfarrgemeinderat Klaus Wegmann und Ortssprecher Hans Reindl und der ehemalige Bürgermeister Werner Nickl.
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