06.12.2020 - 18:06 Uhr
WaldershofOberpfalz

Brand in Neubau in Waldershof geht glimpflich aus

Ein Neunjähriger verhindert am Sonntagnachmittag Schlimmeres, als er im neugebauten Elternhaus Alarm schlägt: Im Obergeschoss ist Feuer ausgebrochen. Auslöser ist ein kleines Gerät.

Mit Hilfe der Drehleiter aus Marktredwitz bekämpften die Feuerwehrleute den Brand im Obergeschoss des Neubaus.
von Autor FPHProfil

Ihrem neun Jahre alten Sohn hat es eine Familie aus Waldershof wahrscheinlich zu verdanken, dass das Feuer in ihrem Neubau schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Auslöser war offenbar ein defektes Akkuladegerät.

Am zweiten Adventssonntag kurz vor 14 Uhr hörte der Bub im Raum oberhalb seines Zimmers einen Knall und roch Rauch. Er verständigte seine Eltern, die in der Küche im Erdgeschoss gerade das Mittagessen zubereiteten. Sie eilten nach oben, konnten aber wegen der starken Rauchentwicklung nichts mehr ausrichten und riefen umgehend die Feuerwehr zu Hilfe. In nicht einmal fünf Minuten waren die Waldershofer Retter am Haus im Kreuzweiherweg. Kurz darauf trafen die Kollegen aus Marktredwitz mit der großen Drehleiter ein. Auch die Feuerwehren aus Walbenreuth und Poppenreuth sowie das Rote Kreuz und die Polizei trugen dazu bei, die Lage schnell unter Kontrolle zu bekommen.

„Zum Glück ist niemand verletzt worden“, sagte Stefan Müller, Einsatzleiter und Kommandant der Waldershofer Feuerwehr. Die Spezialisten der Feuerwehr hatten sich mit Atemschutzgeräten in den Heizraum unterm Dach vorgearbeitet, um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern.

Die Familie, die erst im Oktober aus Marktredwitz nach Waldershof gezogen ist, hat das Haus im Kreuzweiherweg weitgehend selbst gebaut. „Ich habe im Heizraum Gipskartonplatten angebracht und bin dann zum Mittagessen nach unten gegangen“, berichtete der Vater. Kurz danach muss das Akkuladegerät regelrecht explodiert sein.

Das Feuer griff auf die Plastikverkleidung an einem Ausgleichsbehälter über, der sogleich zu schmurgeln begann. Vor allem der starke Qualm bereitete der Feuerwehr Schwierigkeiten. Ohne Atemschutz wären die Einsatzkräfte der Lage kaum so schnell Herr geworden. Mit Hilfe der großen Drehleiter konnten die Helfer auch das Dach kontrollieren. Die Feuerwehren begannen sofort mit der Entrauchung des Hauses. Nach einer knappen Dreiviertelstunde gab es Entwarnung.

Der erst kürzlich verlegte Holzboden steht nun unter Wasser, wie der Familienvater berichtete. Die Gasheizung habe er noch rechtzeitig abgedreht, sodass von ihr keine Gefahr ausging. Die Menschen in dem Neubauviertel, in dem etliche Häuser gerade im Rohbau stehen, waren wegen des Großeinsatzes in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschockt. Allerdings dürfte so manchen auch die Geschwindigkeit beeindruckt haben, in der die Rettungskräfte am Einsatzort waren.

Für die Familie, die sich auf das erste Weihnachten in ihrem neuen Haus gefreut hat, ist der Advent getrübt. Doch der Vater zeigte sich am Nachmittag schon wieder etwas zuversichtlicher. „Jetzt muss ich mir erst einmal ein richtiges Bild vom Schaden machen“, sagte er. Nach ersten Schätzungen liegt die Schadenshöhe im Bereich von 10.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Zu einem Großbrand kam es kürzlich in Erbendorf

Erbendorf
Mit Hilfe der Drehleiter aus Marktredwitz bekämpften die Feuerwehrleute den Brand im Obergeschoss des Neubaus.
Dieses Akkuladegerät hat vermutlich den Brand im Heizraum des Hauses verursacht.
Mit Hilfe der Drehleiter aus Marktredwitz bekämpften die Feuerwehrleute den Brand im Obergeschoss des Neubaus.
Mit einem großen Aufgebot rückten die Helfer im Kreuzweiherweg an.

 

 

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