25.11.2019 - 15:29 Uhr
WaldershofOberpfalz

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann aus Waldershof kandidiert in Wörnitz

Friederike Sonnemann will weiter Bürgermeisterin bleiben. Allerdings nicht in der Oberpfalz, und nicht in Waldershof. Die 57-Jährige kandidiert in Mittelfranken, genauer in Wörnitz für das kommunale Spitzenamt.

Friederike Sonnemann.

Erstmals hauptamtlich

Künftig soll das Bürgermeisteramt in der Gemeinde in Mittelfranken ein hauptamtlicher Job sein. Beck führt die Gemeinde noch ehrenamtlich. Mit dieser Umstellung will der Gemeinderat das Amt des Rathauschefs attraktiver machen.

Die Freie Wählergemeinschaft Wörnitz (FWGW) hat nun Friederike Sonnemann offiziell nominiert. Von 131 abgegebenen Stimmen Wahlberechtigter bei der Nominierungsversammlung entfielen 112 Ja-Stimmen (85,4 Prozent) auf die 57-Jährige, die derzeit Erste Bürgermeisterin der Stadt Waldershof (Kreis Tirschenreuth) ist.

Der Nominierung schickte Thomas Riedel, der stellvertretende Beauftragte der FWGW, dies voraus: Man sei seitens des Gemeinderates auf die Suche nach einem Kandidaten gegangen, als sich abgezeichnet habe, dass der seit 18 Jahren amtierende Karl Beck nicht mehr zur Wahl antreten werde. Als sich in der Gemeinde kein Bewerber gefunden habe, habe man per Anzeigen gesucht.

Nach zwei Runden mit je fünf Bewerbern habe sich der Gemeinderat für Sonnemann entschieden und den Teilnehmern der Nominierungsversammlung als Bürgermeisterkandidatin vorgeschlagen. Auf Nachfrage aus der Versammlung erklärte Riedel, wer mit diesem Wahlvorschlag nicht einverstanden sei, habe die Möglichkeit, eine eigene Wahlliste mit einem anderen Kandidaten aufzustellen.

Weil alle Gemeinderäte im Vorfeld E-Mails mit der Aufforderung bekommen hätten, Sonnemann nicht zu nominieren, habe sie gebeten, dazu gleich zu Beginn der Nominierungsversammlung Stellung nehmen zu dürfen. Sie erklärte: Auf die Anzeige zur Kandidatensuche hin habe sie mit Bürgermeister Karl Beck und dem Zweiten Bürgermeister gesprochen. Bei einer Tour durch Wörnitz habe sie festgestellt, dass es hier geschafft worden sei, Tradition und Moderne zu verbinden und die Gemeinde attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten. "Ich habe den Eindruck gewonnen, das Leben in Wörnitz und seinen Ortsteilen ist nicht nur gut, sondern besser." Auch das politische Umfeld, in dem nicht in Parteischienen gedacht werde, sei ein Grund für ihre Bewerbung gewesen.

Sie traue sich zu, in die großen Fußstapfen zu treten, die Bürgermeister Beck hinterlasse. "Ich traue es mir zu, weil ich Bürgermeister kann", erklärte die ursprünglich aus der Nähe von Bad Segeberg stammende ausgebildete Buchhändlerin, Sporttrainerin und Trainerin für Planungs- und Zeitmanagement. 2014 gewann sie in Waldershof bei der Bürgermeisterwahl in der Stichwahl als SPD-Frau gegen den CSU-Bewerber Mario Rabenbauer. Seit fast zwölf Jahren sei sie in der Kommunalpolitik politisch aktiv, seit über fünf Jahren als Bürgermeisterin in Waldershof. "Ich liebe diesen Job", sagte Sonnemann. Dass sie in Waldershof nicht mehr zur Wiederwahl antrete, habe rein persönliche Gründe.

Unter sehr tragischen Umständen sei ihr Mann vor viereinhalb Jahren ums Leben gekommen. Die Umstände seien so tragisch gewesen, dass es für sie schwer gewesen sei, als Person des öffentlichen Lebens Privates und Berufliches zu trennen. Den Verlust und die Trauer habe sie mit guter Hilfe verarbeitet. "Ich habe aber entschieden, dass ich das jetzige Umfeld nicht mehr will. Das ist der Grund, warum ich bereit bin, mein Haus zu verkaufen und nach Wörnitz zu ziehen, vorausgesetzt, Sie wollen das", sagte die 57-jährige.

Üble Nachstellungen

Und: In Waldershof habe sie sich auch gegen die üblen Nachstellungen einer sucht- und psychisch kranken Stalkerin zur Wehr gesetzt. Weiter: Sie brauche den Job als Bürgermeisterin nicht, um sich selbst zu verwirklichen und wolle auch nicht nach Wörnitz kommen, um den Bürgern etwas überzustülpen. "Ich möchte zusammen mit Ihnen Ziele entwickeln, die wir gemeinsam umsetzen, zum Wohle von Wörnitz und seinen Ortsteilen. Ich stehe dafür, dass das Leben in Wörnitz einfach besser bleiben soll."

Kandidatur für den Landtag

Sonnemann galt lange als große Hoffnungsträgerin der Sozialdemokraten in der Nordoberpfalz. Sie sollte 2018 sogar für den Landtag kandidieren, nachdem klar war, dass sie das Bürgermeisteramt in Waldershof wieder abgeben wollte. Die Stimmkreiskonferenz schickte die Waldershoferin mit großer Mehrheit ins Rennen. Später trat sie überraschend zurück von dieser Kandidatur. Sie begründete diesen Schritt mit gesundheitlichen Problemen und einer personellen Ausnahmesituation im Rathaus.

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