14.06.2019 - 14:57 Uhr
WaldershofOberpfalz

Bürgermeisterwahl: Kandidatenfrage völlig offen

Die Waldershofer Sozialdemokraten ziehen bei der Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann hat noch ehrgeizige Ziele. Thema ist auch die Bürgermeisterwahl.

Friederike Sonnemann: "Wir sind weiter im Gespräch mit potenziellen Interessenten für eine Bürgermeister-Kandidatur."
von Oswald ZintlProfil

Die Entwicklung der Stadt unter der Verantwortung von Bürgermeisterin Friederike Sonnemann stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Sozialdemokraten im TSV-Sportheim. Thema war auch die Bundespolitik. Nach Ansicht von SPD-Ortsvorsitzendem und Fraktionssprecher Gerhard Greger stürzt sich die Partei auf Bundesebene selbst in den Abgrund und "versteht es nicht, sich besser zu vermarkten". Absolut nicht nachvollziehbar sind für Greger die Ergebnisse bei der Europawahl: "Wie kann es sein, dass bei uns die AfD mehr Stimmen bekommt als die SPD."

Waldkindergarten

Auf die Arbeit im Stadtrat eingehend machte Gerhard Greger deutlich, dass unter Bürgermeisterin Friederike Sonnemann viele Projekte angegangen und umgesetzt worden seien. Als Beispiele nannte der Fraktionssprecher die Neugestaltung des Stadtparks, den Bau der neuen Sporthalle, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, die Einführung eines Jugendparlamentes mit einem Jugendbürgermeister, die Ertüchtigung der Wasserversorgung in verschieden Stadtbereichen, die Gründung des Waldkindergartens, die finanzielle Förderung der Vereine mit aktiver Nachwuchsarbeit, die Investitionen in die Jobst-vom-Brandt-Schule (energetische Ertüchtigung, Aufzug und Brandschutz) und die barrierefreie Umgestaltung im Friedhofsgelände.

Im gesellschaftlichen Bereich erinnerte Greger an den Kinderflohmarkt, die Beteiligung an der Schlemmermeile und die Stammtische. Er dankte seinen Kollegen für die sehr gute Zusammenarbeit im Stadtrat und Bürgermeisterin Friederike Sonnemann "für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Stadt". Dank sagte Gerhard Greger auch an die Adresse des TSV Waldershof für die Überlassung der Räumlichkeiten im Sportheim für interne Veranstaltungen.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann verwies auf die positive Stadtentwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren. Das Stadtoberhaupt listete viele Veränderungen im Rathaus auf. So wurden Mitarbeiterfortbildungen und Qualifizierungen vorangetrieben und beständig am "bürgerfreundlichen Rathaus" gearbeitet, erklärte Sonnemann. "Allerdings konnte die Last der Überstunden aus der Zeit des Vorgängers nicht abgebaut werden."

Mit viel Teamgeist versuche das Rathauspersonal, Lücken zu schließen, die sich durch den Tod von Geschäftsleiter Josef Kaiser und den krankheitsbedingten Ausfall von Kämmerer Harald Fischer auftun. Dazu Sonnemann: "Wir verlagern Aufgaben nach außen und holen uns externe Berater, um alle anfallenden Arbeiten erledigen zu können." Die Optik im Rathaus sei hell gestaltet und eine Kinderspielecke eingerichtet worden. Zur Situation des Bauhofs merkte die Bürgermeisterin an: "Die Arbeitsabläufe werden beständig verbessert und die Mannschaft kommt ohne zusätzliche Kräfte von Zeitarbeitsfirmen aus. Es steht modernste Technik zur Verfügung. Das Team ist toll aufgestellt und arbeitet optimal."

Transparenz und Bürgernähe: Die Bürgermeisterin nannte in dem Zusammenhang die Ortsteil- und Bürgerversammlungen, den Unternehmer-Tag, die Bürgermeistersprechstunden und die Nutzung des alten Rathauses für soziale Bereiche wie das Reparatur-Café, das Nachbarschaftshilfebüro, den Leseclub und die Krabbelgruppen. Zum Thema Rosenthal-Brache stellte Sonnemann fest, dass hier viele Hindernisse bewältigt werden mussten, was nicht planbar gewesen sei. Positiv sieht die Bürgermeisterin die Situation im Wohnungsbau: "Hier laufen vielversprechende Gespräche mit einem Investor."

Zur Arbeit im Stadtrat sieht Friederike Sonnemann alle Stadträte in der Pflicht: "Wer notwendige Maßnahmen ablehnt, arbeitet gegen die Interessen der Stadt und ihrer Bürger." Und Sonnemann ergänzte: "Wir werden in den kommenden elf Monaten weiter konzentriert daran arbeiten, dass Waldershof sich für Unternehmen und junge Familie bestens präsentiert."

Zur Kommunalwahl 2020 sagte Friederike Sonnemann: "Wir sind weiter im Gespräch mit potenziellen Interessenten für eine Bürgermeister-Kandidatur. Bisher hat sich noch keine verbindliche Zusage herauskristallisiert. Wir sind aber weiter offen für interessierte Personen, auch parteilos, die wir gerne unterstützen wollen."

"Da zieh' ich den Hut"

SPD-Kreisvorsitzende Brigitte Scharf konnte sich nach den Rückblicken keinen Reim darauf machen, warum die Menschen unzufrieden sind. "Ihr habt alle relevanten Themen wie Umweltschutz, Barrierefreiheit, Kindergartenplätze, Vereinsförderung, Jugendparlament und Bürgernähe voll auf eurer Agenda. Und da zieh' ich den Hut vor euch Stadträten und der Bürgermeisterin." Scharf machte auch deutlich, dass viele Themen der SPD, wie zum Beispiel die Grundrente, durchdacht seien. Allerdings fehle vielen Menschen dazu das notwendige Detailwissen. Scharf bot sich an, bei einem Vortrag in Waldershof dieses Thema aufzuarbeiten.

Hintergrund:

Barrierefreiheit

Günter Raithel, Referent für Barrierefreiheit und Stadtentwicklung in Waldershof, stellte seinen Rückblick unter die Überschrift „Barrierefreiheit, bauliche und energetische Sanierung“. Besonders hob Raithel den barrierefreien Ausbau der Walbenreuther Straße mit durchgehendem Gehsteig, den Umbau der Friedhofshalle mit behindertengerechter Toilette und den Aufzug für die Jobst-vom-Brandt-Schule hervor.

Jürgen Ranft – Referent für Vereine – sieht in der Vereinsförderung mit 15.000 Euro den richtigen Weg, die Nachwuchsarbeit zu honorieren. Dank sagte er auch an die Unterstützer und Anbieter des Waldershofer Ferienprogramms.

Jugendbürgermeister Florian Dick dankte der Bürgermeisterin und dem Stadtrat für die Unterstützung und erinnerte an die Kleidertauschaktion, die Müllsammelaktion und die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Nachbarschaftshilfebüro. (fpoz)

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