28.09.2021 - 13:22 Uhr
WaldershofOberpfalz

Cube baut Brücke über die künftige Waldershofer Ortsumgehung

Das Bauwerk spannt sich 85 Meter weit zwischen zwei Hallen des Fahrrad-Herstellers Cube. Künftig wird darunter die Waldershofer Ortsumgehung verlaufen.

85 Meter lang ist die Brücke zwischen den beiden Cube-Werkshallen, über die Räder transportiert werden.
von Autor FPHProfil

Sie wächst und wächst. Auf dem Gelände des Radherstellers Cube entsteht derzeit die längste Brücke im Waldershofer Stadtgebiet. 85 Meter misst sie und verbindet zwei der Hallen auf dem Betriebsgelände. „Wir werden künftig fertig produzierte Fahrräder von einem Standort zur Weiterverarbeitung zum anderen transportieren“, sagt Cube-Chef Marcus Pürner auf Nachfrage.

Bisher hatte das Unternehmen einen eigenen Lastwagen mit Überbreite zum Transport der Räder im Einsatz. Dieser hat für den regulären Straßenverkehr keine Zulassung, auf dem Firmengelände spielt dies hingegen keine Rolle. Bekanntlich soll jedoch zwischen den Hallen eins und zwei bis in einigen Jahren die Ortsumgehung verlaufen. „Daher haben wir uns zum Bau der Brücke entschlossen“, so Pürner. Wenn die Straße fertig ist, hätte Cube den Groß-Lkw ohnehin nicht mehr einsetzen können. Wenn wegen der neuen Straßenverhältnisse für eine längere Strecke ein kleinerer Laster hätte genutzt werden müssen, wäre der Transport nicht mehr wirtschaftlich gewesen.

Per Förderband

Für das Unternehmen ist die Ortsumgehung zunächst kein Vorteil. „Wenn es sie nicht gäbe, könnten wir die Fläche bebauen. Aber wir haben von Anfang an gewusst, dass die Straße kommt – daher die Brücke.“ Diese geht voraussichtlich im November in Betrieb. Die Mitarbeiter packen in Zukunft die fertigen Fahrräder auf ein in dem Brückengebäude installiertes Förderband, das sie in die 85 Meter entfernte Nachbarhalle bringt.

Architektonisch spektakulärer als die Brücke wird aller Voraussicht nach das neue Hochregallager. Dieses ist auf der freien Fläche geplant, die Cube derzeit für Parkplätze nutzt. Wie berichtet, baut das Unternehmen zusätzlich ein kleines Parkhaus für die Mitarbeiter. Laut Cube-Chef Marcus Pürner hat sich am letzten Planungsstand nichts geändert. Demnach will das Unternehmen nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, 50 Meter in die Höhe bauen, sondern gut 10 Meter niedriger. Der Kubus soll 160 Meter lang und 40 Meter breit werden.

In den vergangenen Monaten haben viele Bürger über den Bau diskutiert. Noch ist das Vorhaben allerdings nicht genehmigt, wie der Cube-Chef sagt. Die Unterlagen lägen derzeit im Landratsamt Tirschenreuth.

Kein Dach-Café

Eines ist Pürner allerdings wichtig: „Wir haben auch eine gewisse öffentliche Nutzung des Gebäudes vorgesehen.“ Ins Detail will er nicht gehen. Das von vielen Einheimischen gewünschte Dach-Café mit Blick über die Region wird nicht kommen. „Das ist wegen der hohen Brandschutzauflagen ausgeschlossen, da nicht genehmigungsfähig.“ Derzeit prüfe die Unternehmensleitung, was machbar sei.

Auch die Cube-Farbe Anthrazit, in der die umliegenden Hallen gestaltet sind, ist für das Hochregallager nicht gesetzt. „Uns ist wichtig, dass es auch ein schönes Gebäude wird.“ Die Waldershofer Fahrradschmiede expandiert weiter und soll nach allen Prognosen auch in den kommenden Jahren wachsen. Allerdings sei ohne das Lager ein weiteres Wachstum am Stammsitz in Waldershof nicht mehr möglich. In die Höhe wollte Cube auch wegen des dadurch geringeren Flächenverbrauchs bauen.

Zurück zur Brücke. Die schweren Dämmplatten, mit denen das Bauwerk derzeit geschlossen wird, werden mit Unterdruck an die Metallstreben angesaugt und von Monteuren auf Hebebühnen festgeschraubt. Wenn die Brücke geschlossen ist, folgt der Einbau des 85 Meter langen Förderbandes. In einigen Jahren, wenn es die Ortsumgehung gibt, werden die Autos unter der Brücke hindurchfahren.

Die Gründung von Cube und Ghost

Waldsassen
An der Stelle, an der in der Bildmitte die Hebebühne steht, verläuft künftig die Ortsumgehung.
Hintergrund:

Fahrradschmiede Cube

Der Waldershofer Fahrradhersteller Cube will weiter wachsen.

  • Cube hat im vergangenen Jahr laut eigenen Angaben 700.000 Fahrräder verkauft.
  • Der Umsatz wird mit 500 Millionen Euro beziffert.
  • Am Standort in Waldershof arbeiten rund 800 Mitarbeiter.

„Uns ist wichtig, dass es auch ein schönes Gebäude wird.“

Cube-Chef Marcus Pürner zum geplanten Hochregallager

 

 

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