01.03.2019 - 13:56 Uhr
WaldershofOberpfalz

Debatte um Poppenreuther Pfarrhaus

Stadtrat Karl Busch bringt das leer stehende Pfarrhaus als Kindergarten-Standort für Poppenreuth ins Gespräch. Das mache keinen Sinn, sagt die Bürgermeisterin.

Die Kirchenverwaltung hat es zum Verkauf angeboten: das ehemalige und leer stehende Pfarrhaus in Poppenreuth.
von Autor FPHProfil

Wieder einmal hat sich im Waldershofer Stadtrat eine Diskussion um den städtischen Kindergarten „Piccolino“ im Ortsteil Poppenreuth entsponnen. Wie mehrfach berichtet, ist die räumliche Situation des Kindergartens, der zusammen mit der Feuerwehr im alten Schulhaus untergebracht ist, beengt und alles andere als optimal. In der Fragestunde am Donnerstagabend brachte Winfried Neubauer (Freie Wähler) das Thema erneut aufs Tablett. Was sich denn beim „Problemkindergarten“ tue, wollte er von der Bürgermeisterin wissen. Was gehe hier voran, was sei in absehbarer Zeit angedacht? Man sei dabei, die Mängelliste abzuarbeiten, antwortete Friederike Sonnemann. „Ein Sicherheitsbeauftragter war vor Ort.“

Karl Busch (Freie Wähler), Stadtrat und zweiter Bürgermeister, brachte den leer und zum Verkauf stehenden ehemaligen Pfarrhof in Poppenreuth als möglichen Kindergarten-Standort ins Gespräch. Warum habe die Stadt in dieser Angelegenheit nicht nachgefragt, „warum wurde hier nichts unternommen?“, wollte Busch wissen. Man hätte sich doch durchaus das Gebäude und das Grundstück einmal anschauen können. Das mache keinen Sinn, antwortete Friederike Sonnemann. In einem Wohngebäude einen Kindergarten zu installieren, sei unmöglich.

Man hätte ja auch das Pfarrhaus als Büro nehmen und im Garten einen Flachbau hinstellen können, meinte Winfried Neubauer. Man könne bei der angespannten Haushaltslage nicht mal so eben mehr als 200.000 Euro für eine Immobilie ausgeben, antwortete die Rathauschefin. Aber man hätte sich das Haus durchaus einmal anschauen können, setzte Mario Rabenbauer (CSU) nach. „Zu sagen, dass es nicht machbar ist, ist nicht ausreichend.“ Daraufhin wurde Sonnemann deutlich: Die Stadtverwaltung arbeite gewissenhaft ihre Prioritätenliste ab. „Nur so können wir uns über Wasser halten.“ Es sei doch bekannt, dass die Stadt wegen Erkrankung seit eineinhalb Jahren keinen Geschäftsstellenleiter habe. Diese Situation habe zu einer enormen Überlastung und Anhäufung von Überstunden geführt. Der Kindergarten in Poppenreuth sei wichtig – aber er stehe in der Prioritätenliste eben nicht ganz oben.

Hintergrund:

Pfarrhaus im Jahr 1925 erbaut

Das Pfarrhaus in Poppenreuth ist im Jahr 1925 erbaut worden. Es steht seit einiger Zeit leer, da mittlerweile auch das Pfarrbüro der Expositur Poppenreuth dort nicht mehr untergebracht ist. Die Katholische Kirchenstiftung Poppenreuth hat den Pfarrhof und das dazu gehörige gut 1700 Quadratmeter große Grundstück für 220.000 Euro zum Verkauf angeboten.

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