17.02.2021 - 16:41 Uhr
WaldershofOberpfalz

Feuerwehren Tag und Nacht für den Nächsten einsatzbereit

Für ihr langjähriges Engagement dankt Kreisbrandrat Andreas Wührl den Feuerwehr-Kommandanten Stefan Schich (Hohenhard) und Stefan Müller (Waldershof). Die Aktiven blicken sorgenvoll in die Zukunft.

Stefan Müller ist seit 20 Jahren Kommandant.
von Oswald ZintlProfil

Die Ehrung für langjähriges, ehrenamtliches Wirken als Aktive haben sich die Frauen und Männer in den Freiwilligen Feuerwehren mehr als verdient. Im vergangenen Jahr musste wegen der Corona-Pandemie diese Ehrung auf Landkreisebene abgesagt werden. Kreisbrandrat Andreas Wührl wollte dies aber nicht so einfach abhaken und holt die Ehrungen und die Danksagung bei den einzelnen Wehren nach.

Kürzlich zeichnete er zusammen mit Kreisbrandinspektor Stefan Gleißner und Kreisbrandmeister Günther Fachtan im Waldershofer Feuerwehr-Gerätehaus den Hohenharder Stefan Schich für 25 Jahre und Stefan Müller aus Waldershof für 20 Jahre aktiven Dienst als Kommandant aus.

Stefan Schich wurde auf der „Anäid“ am 17. März 1995 erstmals zum Kommandanten gewählt, der Feuerwehr Hohenhard gehört er seit 1985 an. In seiner insgesamt 35-jährigen aktiven Dienstzeit legte er alle Stufen des Leistungsabzeichens „Die Gruppe im Löscheinsatz“ ab und besuchte zahlreiche Lehrgänge auf Landkreisebene und an der Staatlichen Feuerwehrschule in Regensburg. Während seiner Amtszeit als Kommandant war er maßgeblich an der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses beteiligt. Unter seiner Regie wurde erstmals im vergangenen Jahr ein gebrauchtes Einsatzfahrzeug angeschafft.

Stefan Schich wurde 1995 erstmals zum Kommandanten gewählt.

Stefan Müller kann seit 20 Jahren auf eine arbeitsreiche, erfolgreiche Tätigkeit als Kommandant der Stützpunktwehr Waldershof verweisen. Im aktiven Feuerwehrdienst ist er bereits seit 40 Jahren.

Anbau des Feuerwehrhauses

In seine Ära fielen zahlreiche Investitionen in die technische Ausstattung der Aktiven sowie die Ersatzanschaffungen für in die Jahre gekommene Einsatzfahrzeuge. Aktuell stehen der Anbau des Feuerwehrhauses und die Beschaffung eines Versorgungs-Lkw an. Seinem Engagement in Abstimmung mit Kreisbrandmeister Günther Fachtan ist es mit zu verdanken, dass alle acht Ortsfeuerwehren an einem Strang ziehen, sich ergänzen und - wenn möglich - viele gemeinsame Übungen abhalten.

Kommandant Müller ist dafür bekannt, Kritik an den richtigen Stellen anzubringen und praktikable Lösungsansätze zu präsentieren. So hat er in den zurückliegenden Jahren immer wieder sporadisch darauf hingewiesen, dass die Arbeit der Feuerwehr eine Pflichtaufgabe der Kommune ist: „Sie hat dafür zu sorgen, dass die Sicherheit der Brandschützer jederzeit gewährleistet ist.“ Müller liegt auch die Wertschätzung der Aktiven durch die Bevölkerung am Herzen. Feuerwehrleute rücken zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Einsätzen aus: „Wir machen das alles ehrenamtlich und investieren viel Zeit in Übungen und die Wartung der Ausrüstung. Das wird von manchen Zeitgenossen leider übersehen.“

Die zukünftigen Herausforderungen im Feuerwehrdienst standen nach der Ehrung im Mittelpunkt einer leidenschaftlichen Diskussion. Dabei erinnerte Kreisbrandrat Andreas Wührl an seinen Besuch beim Innenausschuss des Bayerischen Landtags. Allen Verantwortlichen sei bewusst, dass der Personalmangel bei den Feuerwehren sich dramatisch auf die Einsatzbereitschaft auswirken werde. Aufgrund des demografischen Wandels werde die Nachwuchsgewinnung immer schwieriger. Noch könnten die 102 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth im Ernstfall ausrücken. Sie betreiben aktive Nachwuchsarbeit.

Mehr Frauen in die Wehren

Allerdings würden viele Jugendliche vom Dienst bei der Feuerwehr abgeschreckt, weil sie sich nicht lange binden wollten. Der Landtag werde sich in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe mit der Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern beschäftigen. Dem Personalmangel entgegenwirken könnten ein höherer Frauenanteil und Menschen mit Migrationshintergrund im aktiven Dienst.

Bürgermeisterin Margit Bayer lobt das außergewöhnliche Engagement von Kommandant Stefan Müller: „Er leistet, wie die gesamte Stützpunkt-Feuerwehr und alle Ortsfeuerwehren, großartige Arbeit und ist mir seit meinem Amtsantritt eine wichtige Stütze bei vielen Entscheidungen und Projekten.“ Obwohl in den zurückliegenden Monaten kaum Übungstätigkeiten möglich waren und auch das kameradschaftliche Zusammensein weggebrochen sei, "ist auf unsere Feuerwehren immer Verlass". Margit Bayer weiter: "Ich möchte nur an den Brand im Senioren-Servicehaus erinnern, der mit kompetentem, beherztem und blitzschnellem Eingreifen vorbildlich in den Griff bekommen werden konnte. Besonders in der jetzigen schwierigen Zeit gibt das Hoffnung und Zuversicht."

Hier ein Bericht zum Brand im Senioren-Servicehaus

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.