06.12.2019 - 15:15 Uhr
WaldershofOberpfalz

Fichte Verlierer des Klimawandels

Im Fokus des vierten Waldershofer Umwelt-Meetings stehen die Veränderungen des Klimas und der Waldumbau. Conny Krämer wird für ihr Engagement mit dem "Öko-Waldi" ausgezeichnet.

Conny Krämer (Zweite von rechts) erhielt den „Öko-Waldi“ für ihr Engagement beim Müllsammeln in der Natur. Förster Wolfgang Schödel (rechts) sprach zu den aktuellen Themen Klimawandel und Waldumbau. Mit im Bild (von links) der Organisator des Waldershofer Umwelt-Meetings, Stefan Müller, und CSU-Bürgermeisterkandidatin Margit Bayer.
von Oswald ZintlProfil

Das Waldershofer Umwelt-Meeting, das von CSU-Stadtrat Stefan Müller bereits zum vierten Mal organisiert worden war, stand ganz im Zeichen der sich ständig verändernden klimatischen Bedingungen. Müller stellte dazu fest: "Das Wort Klimawandel reicht nicht mehr aus. Wir befinden uns in einer echten Klimakrise."

Im Mittelpunkt jedes Umwelt-Meetings steht die Verleihung des "Öko-Waldi" für besonderes ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Natur und der Umwelt. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Conny Krämer. Müller erinnerte daran, dass Conny Krämer bei all ihren Spaziergängen im Stadtbereich oder in der Umgebung der Kösseinestadt stets den am Wegesrand liegenden Müll aufsammle und entsorge. "Dieses wird von manchen Zeitgenossen belächelt, von anderen aber als lobenswert und nachahmenswert bezeichnet." Für Stefan Müller steht fest: "Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht." Müller plant für das kommende Frühjahr eine Müllsammel-Aktion mit örtlichen Vereinen und Verbänden.

Deutlich schneller

Das Thema Klimawandel und den daraus resultierenden Waldumbau beleuchtete Förster Wolfgang Schödel, wobei er zahlreiche Grafiken und Bilder beisteuerte. Demnach stiegen die Temperaturen in Deutschland nicht nur schneller als in anderen europäischen Ländern, sondern auch rasanter als im weltweiten Durchschnitt. Es sei jedoch nicht das erste Mal, dass der Wald in Gefahr sei, sagte der Revierförster. "In den 1980er Jahren wurde der Wald durch Schadstoffe in der Luft stark beschädigt." Das Waldsterben sei damals durch die Verwendung von Schadstoff-Filtern aufgehalten worden. In der heutigen Situation müsse man allerdings mehr unternehmen. "Eine einfache Lösung gibt es nicht."

Ein mit dem Klimawandel einhergehendes Problem sei die Trockenheit, die den Bäumen zusetze. Wie sich die Niederschläge in Zukunft entwickeln, sei unklar. Doch die Klimaerwärmung sorge für zusätzliche Trockenheit. Allerdings müsse man die Situation in jeder Region etwas anders beurteilen, da die Regenfälle zum Beispiel im Süden Bayerns eher zugenommen hätten.

Häufiger extreme Hitze

Angesichts der Hitzewellen hofften einige Menschen darauf, dass es bald überflüssig sein werde, im Urlaub in den Süden zu fahren. In Bayern sei "Mittelmeerklima" aber unwahrscheinlich, sagte Schödel. "Ja, das Klima ändert sich, aber unsere geografische Lage bleibt gleich." Konkret bedeutet das laut dem Revierförster, dass die Tage mit gemäßigten Temperaturen seltener werden. Die, an denen extreme Hitze herrscht, würden hingegen mehr. Und es gebe weiterhin kalte Perioden in der Region.

Die fehlende Hitzebeständigkeit der Fichten sei ein Problem. Hinzu komme die Bedrohung der Baumbestände durch den Borkenkäfer und den Schwammspinner. Deshalb stelle sich die Frage nach möglichen Alternativen zur Fichte. Schödels Devise für die Zukunft: Für ihn hat die Risikostreuung durch möglichst viele unterschiedliche Baumarten auf der gesamten Fläche oberste Priorität.

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