Waldershof
13.02.2025 - 11:07 Uhr
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Herausragendes Klangerlebnis in St. Sebastian in Waldershof

Ein besonderes Konzert zum Heiligen Jahr gestalteten Solisten, Chor und Orchester in der Waldershofer Pfarrkirche. Dabei gab es auch Gänsehautmomente.

Ein Musikgenuss höchster Güte war das Konzert in St. Sebastian. Alle Mitwirkenden meisterten die Herausforderungen bravourös. Bild: fpoz
Ein Musikgenuss höchster Güte war das Konzert in St. Sebastian. Alle Mitwirkenden meisterten die Herausforderungen bravourös.

Es war eine kirchenmusikalische Feierstunde, die den rund 350 Zuhörern wohl lange in Erinnerung bleiben dürfte: das Chor- und Orchesterkonzert zum Heiligen Jahr in St. Sebastian in Waldershof. Solisten, Instrumentalisten und ein sehr gut vorbereiteter und sensibel agierender Chor der Stadtpfarrkirche unter der Gesamtleitung von Werner Stehbach waren die Ausführenden.

Mystische Stimmung

Schon im ersten Werk des Abends, dem Marienlob von Sergej Rachmaninov, zeigte sich der Chor von seiner besten Seite. Ostkirchliche Gesänge sind ausschließlich a cappella aufzuführen, und der Chor meisterte die dynamischen und gestalterischen Herausforderungen ohne Intonationsprobleme und offenbarte die überwiegend mystische Stimmung in beeindruckender Weise.

Das Hauptwerk des Abends, die „Missa Sancti Bernardi von Offida“, genannt Heiligmesse von Joseph Haydn, stellte sehr hohe Anforderungen an die Gesangssolisten und natürlich auch den Chor, der die unterschiedlichen Tempi, die dynamischen Herausforderungen und die durchsichtige Gestaltung der Fugen im Gloria und Credo in höchst beeindruckender Weise mit stimmtechnischer Leichtigkeit umsetzte.

Präzision, die staunen lässt

Haydn hat in dieser Messe den Gesangssolisten nur relativ wenige Passagen zugestanden. Diese meisterten sie aber in höchster Präzision. Victoria Sommerer (Sopran) aus Lorenzreuth hatte bereits in ihrer Schulzeit am Otto-Hahn-Gymnasium als Solistin brilliert. Durch ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik (HfM) in Würzburg hat sie sich zu einer hervorragenden Sopranistin entwickelt, die in Höhe, Ausdruck und Gestaltungskraft keine Wünsche offen lässt. Marie-Jorinde Szelwis aus Hamburg studiert ebenso an der HfM Würzburg. Sie erwies sich im Mittelteil des Credos als kongeniale Partnerin. Florian Neubauer aus Weiden, der fest in Dresden engagiert ist, überzeugte mit klarer Diktion und strahlendem Tenor. Frederik Lipkas sonorer und trotzdem weicher Bass bildete ein hervorragendes Fundament – auch für die harmonische Klarheit des Soloquartetts.

Sensibles Orchester

Ein großes Kompliment muss dem Orchester (Instrumentalisten aus der Oberpfalz, aus Franken und Karlsbad) unter Konzertmeisterin Stefanie Heinrich (Musikpädagogin am Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth) gemacht werden: höchst sensibel mitgehend, sich zurückhaltend in der Dynamik, spannungsgeladen und doch bezaubernd im Ausdruck.

Martin Berneuther an der Orgel brillierte bei der „Fantasie in d-Moll“ von Gustav Adolf Merkel mit glitzernden Läufen, dramatischen Passagen, aber auch weichen, gefühlvollen Teilen und zeigte sich als Meister der vielfältigsten Klangvariationen.

Im letzten Werk des Abends, Felix Mendelssohn Bartholdys Hymne „Hör mein Bitten“, zeigte sich Viktoria Sommerers gesangliche Gestaltungsvielfalt sowohl in den gefühlvollen als auch in den dramatischen Teilen auf hervorragende Weise. Hervorzuheben ist besonders das Duett von Sopran und Klarinette (Anna Haberkorn) im „Ich irre ohne Pfad in dunkler Nacht“, das Gänsehautmomente auslöste.

Stehend dargebrachte Ovationen belohnten die Aufführenden für ein großartiges Musikerlebnis. Mit John Rutters „For The Beauty Of The Earth“ fand ein wunderschönes Chor- und Orchesterkonzert seinen Abschluss.

Hintergrund:

Die Heiligmesse

  • Die Missa Sancti Bernardi de Offida in B-Dur, genannt Heiligmesse, von Joseph Haydn ist die zweite seiner sechs späten Messen.
  • Haydn komponierte die Messe 1796. Sie wurde am 11. September desselben Jahres in der Bergkirche in Eisenstadt uraufgeführt.
  • Sie ist Bernhard von Offida (1604–1694) gewidmet, einem Kapuziner, der 1795 seliggesprochen worden war.

Quelle: Wikipedia

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