Im Mittelpunkt der jüngsten Stadtratssitzung stand der Sachstandsbericht des Katastrophenschutzbeauftragten Gerhard Kaiser. Das in Arbeit befindliche Notfallkonzept der Stadt Waldershof ist für den Fall eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls vorgesehen.
Zum Sachstand erklärte Gerhard Kaiser: „Ziel ist es, dass Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall verlässliche Anlaufstellen, Informationen und Hilfe direkt vor Ort vorfinden.“ Das Bayerische Katastrophenschutzgesetz sieht vor, dass Gemeinden im Ernstfall vorübergehend selbst Aufgaben übernehmen, wenn die Verbindung zum Landratsamt unterbrochen ist. Darauf bereitet sich Waldershof, wie viele andere Kommunen in Bayern, gezielt vor.
Anlaufstellen in der Stadt und in allen Ortsteilen sind sogenannte „Leuchttürme.“ Das sind festgelegte Unterkünfte, die auch ohne öffentliches Stromnetz mit Notstrom betrieben werden können. Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall Informationen und können Hilfe anfordern oder einen Notruf absetzen. „In der Stadt Waldershof wird die Schule zum Leuchtturm, in den sieben Ortsteilen jeweils das Feuerwehrhaus. Koordiniert wird alles von einer Führungsstelle im Rathaus“, erklärte Gerhard Kaiser.
Aktuell sind die Feuerwehrhäuser in allen sieben Ortsteilen für die Notstrom-Einspeisung ertüchtigt, die Notstromaggregate sind vor Ort. Das Gerätehaus der Stützpunktfeuerwehr Waldershof ist ebenfalls mit einer Notstromversorgung ausgestattet. Die Trinkwasserversorgung ist über vorhandene Aggregate des Bauhofs abgesichert. Abgesprochen ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutz der Landratsämter Tirschenreuth und Wunsiedel sowie mit der Stadt Marktredwitz.
Für die kommenden Wochen und Monate stehen laut Kaiser noch folgende Aufgaben an: Für den Leuchtturm Jobst-vom-Brandt-Schule wird derzeit die Notstrom-Einspeisung geprüft, die Anschaffung des notwendigen Aggregats ist für 2027 vorgesehen. Das gleiche gilt für das Rathaus. Es sind Vereinbarungen zur Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff abzuklären und schriftlich zu dokumentieren. Ebenfalls ist ein Katastrophenschutzlager im neuen Feuerwehrgerätehaus mit Feldbetten, Notheizung und Erste-Hilfe-Material einzurichten.
Notwendige Schulungen der Rathaus-Mitarbeiter und Übungen aller eingeteilten Leuchttürme haben noch zu erfolgen. Die gemeinsame Übung aller „Leuchttürme“ ist noch für dieses Jahr geplant und wird rechtzeitig angekündigt. Ebenfalls wird das Rathaus in naher Zukunft alle Haushalte über das Konzept und das Vorhalten wichtiger Lebensmittel und Getränke informieren. Vorab gibt es bereits hilfreiche Tipps im Ratgeber für Notfallvorsorge des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (www.bbk.bund.de).
Besonders am Herzen liegen der Stadt Menschen, die zu Hause auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen sind, etwa auf Heim-Sauerstoffgeräte oder Heimdialyse. Für sie, ihre Angehörigen und Pflegepersonen lädt die Stadt Waldershof zu einer eigenen Informationsveranstaltung ein. Dort wird gemeinsam besprochen, wie die Versorgung auch bei einem Stromausfall gut vorbereitet werden kann. Termin und Ort werden rechtzeitig auf www.waldershof.de und in der örtlichen Presse bekanntgegeben.
Bürgermeisterin Margit Bayer ergänzte, dass in einem notwendigen Krisenmanagement-Team der geschäftsführende Beamte im Rathaus, Stefan Falter, Kreisbrandmeister Günther Fachtan und der Waldershofer Kommandant Lukas Neubauer integriert sind. Stadtrat Helmut Härtl bat den Katastrophenschutzbeauftragten Gerhard Kaiser, den Stadtrat regelmäßig über die weiteren Entwicklungen zu unterrichten.
Mobilbagger
Einstimmige Beschlüsse gab es anschließend für den Kauf eines Kompakt-Mobilbaggers für den Bauhof in Höhe von 70.805 Euro sowie der Widmung des erweiterten Weißenbergweges und des Lange-Teile-Wegs in Lengenfeld nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz. Beide Straßen sind im Eigentum der Stadt Waldershof.
Pflanzarbeiten
Bürgermeisterin Margit Bayer informierte die Stadträte, dass die Kosten für die Pflanzarbeiten im Bereich der Ludwig-Hoffmann-Straße, Neukirchner Straße und Langer Weg für 73.395,63 Euro vergeben wurde. Die Kostenberechnung lag bei 131.000 Euro.
Straßensanierungen
Weiter informierte das Stadtoberhaupt das Gremium darüber, dass die Staatsstraße 2170 vom Kreisverkehr bei Waldershof bis nach Stemetsbach durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach im kommenden Jahr saniert wird. Und zwar erfolgen die Arbeiten in zwei Abschnitten (vom Kreisverkehr bis zur Abfahrt Lengenfeld und von der Abfahrt Lengenfeld bis nach Stemetsbach) mit einer voraussichtlichen Dauer von jeweils vier Wochen. Hier versucht die Bürgermeisterin noch abzuklären, ob mit dieser Maßnahme auch ein Radweg vom Stemetsbach nach Waldershof zu realisieren wäre.
In der Bürgerfragestunde wollte Josef Steinkohl wissen, warum der Radweg zur Klatze bei den jüngsten Straßensanierungen zwischen Waldershof und Marktredwitz nicht realisiert wurde. Dazu die Bürgermeisterin: „Dieser Weg war kein Bestandteil des Auftrages.“
Burgruine und Ladesäulen
In der abschließenden Fragestunde der Stadträte wurde die Sanierung und Sperrung der Burgruine Weißenstein, die Beschilderung der Radwege und Wanderwege im Bereich der Ortsumgehung sowie die Beleuchtung des Radweges bei der Siedlung angesprochen. Weitere Themen waren Ladesäulen für E-Autos in der Josefstadt oder am Hammerrang. Zum Thema Burgruine Weißenstein sagte Bürgermeisterin Margit Bayer, dass die Sanierungsarbeiten im Bereich des Naturparks Steinwald und des Besitzers liegen. „Für die Ladesäulen im Bereich der Josefstadt wartet die Stadt auf den nächsten Förderaufruf, oder wir investieren es selbst. Wir setzen die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung“, so die Aussage von Margit Bayer. Abschließend bat Ingrid Kastl zu prüfen, ob eventuell wieder ein Grüngut-Container im Stadtgebiet aufgestellt werden kann.








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