15.05.2020 - 17:08 Uhr
WaldershofOberpfalz

Mario Rabenbauer neuer Zweiter Bürgermeister von Waldershof

Zu seiner ersten Sitzung kam der neue Waldershofer Stadtrat zusammen. Eine Neuerung gibt es beim Posten des Zweiten Bürgermeisters. Den übernimmt Mario Rabenbauer (CSU). Gisela Kastner (FW) bleibt Dritte Bürgermeisterin.

Feierlicher Moment in der nüchternen Atmosphäre der neuen Sporthalle: Gerhard Greger, ältestes Mitglied im Waldershofer Stadtrat, nahm der neuen Bürgermeisterin Margit Bayer den Diensteid ab.
von Autor FPHProfil

Einen souveränen Start hat am Donnerstagabend die neue Bürgermeisterin Margit Bayer (CSU) in ihrer ersten Stadtratssitzung hingelegt. Nach ihrer Vereidigung betonte sie, dass es ihr um ein wertschätzendes, offenes Miteinander gehe, um eine starkes und spürbares "Wir-Gefühl" in der Stadt. Und da müssten die Stadträte und sie als Bürgermeisterin als leuchtendes Beispiel vorangehen. "Hier und heute lassen wir den Wahlkampf endgültig hinter uns." Nun beginne die konstruktive Arbeit für Waldershof, die gerne von Freude und Begeisterung getragen sein dürfe.

Auch wenn sie in der neuen Sporthalle wie in den Corona-Zeiten üblich weit auseinander platziert saßen, zeigten die Stadträte weitgehend Geschlossenheit, als es um die Wahl von Bayers Stellvertretern ging. Die Rathauschefin selbst schlug Mario Rabenbauer (CSU) als Zweiten Bürgermeister vor. Sie und ihr Stellvertreter müssten eng und reibungslos zusammenarbeiten - und das werde mit Rabenbauer sicherlich der Fall sein. Außerdem verfüge er über eine große kommunalpolitische Erfahrung. Diese Ansicht vertrat auch der neue CSU/Wählerbund-Fraktionssprecher Maximilian Kastner. Die Fraktionen der Freien Wähler und der SPD machten keinen eigenen Vorschlag. "Uns ist bewusst, dass wir keine Mehrheit haben", so FW-Fraktionssprecher Winfried Neubauer. Und in der konstituierenden Sitzung das Fehlen des erkrankten CSU-Stadtrats Werner Spörer auszunutzen, wäre "unterste Schublade".

15 gültige Stimmen

Beim geheimen Votum erhielt Rabenbauer von 15 gültigen Stimmen immerhin 13. Ein Wahlzettel war ungültig, da auf ihm sowohl Mario Rabenbauer als auch der neue Wählerbund-Stadtrat Mario Bauer angekreuzt waren. Die Namensähnlichkeit führte vielleicht dazu, dass auf einem Stimmzettel Mario Bauer statt Mario Rabenbauer angekreuzt war. Ein Stadtratsmitglied hatte sich für Gisela Kastner entschieden.

Signal für Zusammenarbeit

Letztere kam dann zum Zug, als es um das Amt des Dritten Bürgermeisters ging. Rathauschefin Bayer schlug eben Gisela Kastner von den Freien Wählern vor. Kastner habe wie Rabenbauer einen reichen kommunalpolitischen Erfahrungsschatz, sowohl den Stadtrat als auch den Kreistag betreffend. Margit Bayer betonte, dass sie außerdem ein deutliches Signal geben wolle für eine intensive parteiübergreifende Arbeit. "Mein Ziel ist es, Parteigrenzen verschwinden zu lassen." Gestalten dürfe auch Spaß machen, fügte Bayer an - was man auch als Anspielung auf die zurückliegenden Jahre verstehen konnte, als die Stimmung im Waldershofer Stadtrat mitunter nicht besonders gut gewesen ist.

CSU/WB-Sprecher Maximilian Kastner schloss sich dem Vorschlag für Gisela Kastner an. Sie habe bereits in den vergangenen sechs Jahren das Amt bekleidet und stehe so für Kontinuität, was besonders wichtig sei, da man ja eine neue Erste Bürgermeisterin und einen neuen Zweiten Bürgermeister habe. "Wir freuen uns, dass wir bedacht werden", sagte FW-Sprecher Neubauer. "Das ist auch eine Sache des gegenseitigen Vertrauens." SPD-Sprecher Jürgen Ranft befürwortete ebenfalls den Vorschlag. Gisela Kastner habe in den vergangenen sechs Jahren große Loyalität bewiesen. Das war offenbar die Meinung im gesamten Gremium, denn die FW-Frau erhielt wiederum in geheimer Wahl 16 von 16 Stimmen.

Vor der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter hatte Gerhard Greger (SPD), ältestes Mitglied im Waldershofer Stadtrat, der neuen Bürgermeisterin Margit Bayer den Eid abgenommen - "ein bedeutender Moment", wie Greger sagte. Im Namen aller Fraktionen gratulierte Maximilian Kastner, wünschte viel Erfolg, ein glückliche Hand und Gottes Segen bei allen Entscheidungen. Diese mögen dann Früchte tragen wie das Obstbäumchen, das er als Geschenk überreichte.

Ebenfalls vereidigt wurden die neuen Stadträte Maximilian Kastner und Christine Weidmann (beide CSU), Mario Bauer (Wählerbund) Matthias Wolf (Freie Wähler) sowie der neue Zweite Bürgermeister Mario Rabenbauer.

Ehrung beim Neujahrsempfang

Schon vor der konstituierenden Sitzung hatten sich die Fraktionen auf ihre Sprecher geeinigt. Die Vertreter von Maximilian Kastner (CSU/Wählerbund) sind Angela Burger und Mario Bauer. Winfried Neubauer (Freie Wähler) wird von Matthias Wolf vertreten, Jürgen Ranft (SPD) von Christian Fritsch. Wie Bürgermeisterin Margit Bayer außerdem informierte, sollen die ausgeschiedenen Stadtratsmitglieder beim nächsten Neujahrsempfang geehrt werden. Das könne man dann hoffentlich wieder in einem angemessenen Rahmen tun. Zu dem Empfang werde auch die bisherige Bürgermeisterin Friederike Sonnemann kommen.

Aus dem Stadtrat:

Stadträte bekommen mehr Geld

Die Waldershofer Stadträte bekommen ab sofort mehr Geld. Das hat das Gremium in der Sitzung am Donnerstagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Für ihre Tätigkeit erhalten sie als Entschädigung einen Pauschalbetrag von monatlich 75 Euro. Er betrug bisher 50 Euro und ist seit zwölf Jahren nicht mehr angehoben worden. Das Sitzungsgeld für jede Stadtrats- oder Ausschusssitzung steigt von 25 auf 30 Euro. Die Stadtratsmitglieder, die ein bestimmtes Referat verwalten, erhalten als monatliche Aufwandsentschädigung zudem 50 Euro. Bisher waren es 25 Euro. Die monatliche Aufwandsentschädigung für Fraktionssprecher erhöht sich von zehn auf 25 Euro.

Bürgermeisterin Margit Bayer begründete die Erhöhung der Aufwandsentschädigung mit der geplanten Umstellung auf ein digitales Ratsinformationssystem. Damit seien Neuanschaffungen von Tablets oder Laptops verbunden, die die Räte selbst bezahlen müssten. Außerdem werde die Referententätigkeit neu organisiert, mit der Folge, dass die Referenten künftig mehr gefordert seien. So schweben der Bürgermeisterin regelmäßige Treffen mit Bürgern vor - was auch dem neuen Wir-Gefühl dienen solle.

Maximilian Kastner (CSU/WB) und Jürgen Ranft (SPD) verwiesen auf die Papierflut, die man sich künftig erspare, und auf die lange Zeit von zwölf Jahren, in denen es keine Erhöhung gegeben habe. Winfried Neubauer (FW) schlug vor, die Erhöhung um ein Jahr zu verschieben, um in Zeichen der Coronakrise, die viele Menschen wirtschaftlich treffe, ein Zeichen zu setzen. Mit dieser Meinung konnte er sich allerdings nicht durchsetzen.

Referenten, Beauftragte und Ausschussmitglieder:

Referenten, Beauftragte und Ausschussmitglieder

Eine Neuerung hat der Stadtrat bei den Referenten für die verschiedenen Sachgebiete beschlossen. Künftig gibt es auch Doppelreferate, die mit zwei Stadträten aus verschiedenen Fraktionen besetzt sind. Und zwar: Gerhard Greger (SPD) und Werner Spörer (CSU) für die Innenstadtentwicklung; Jürgen Ranft (SPD) und Matthias Wolf (Freie Wähler) für Vereine und Sport; Christian Fritsch (SPD) und Winfried Neubauer (Freie Wähler) für Kinder, Familie und Jugend; Karl Busch (Freie Wähler) und Mario Bauer (Wählerbund) für Ortsteilbelange. Feuerwehrreferent bleibt Günther Fachtan (Wählerbund), Umweltreferent Stefan Müller (CSU), Referentinnen für Veranstaltungsmanagement, Tourismus und Kultur sind Angela Burger (CSU) und Michaela Härtl (Freie Wähler). Das Referat für Wirtschaft, Gewerbe und Handwerk übernimmt Christine Weidmann (CSU). Seniorenbeauftragte bleiben Carmen Altermann und Gerhard Weber.

Der ausgeschiedene Stadtrat Günter Raithel arbeitet als neuer Beauftragter für Barrierefreiheit weiter an dem Thema, dem er sich in den vergangenen sechs Jahren mit großem Engagement gewidmet hatte. Mitglieder im Haupt- und Verwaltungsausschuss sind: Mario Rabenbauer und Maximilian Kastner (CSU), Winfried Neubauer (FW) und Jürgen Ranft (SPD). Rechnungsprüfungsausschuss: Werner Spörer und Christine Weidmann (CSU), Karl Busch (FW) und Christian Fritsch (SPD). Den Vorsitz soll nach hervorragender Arbeit in den zurückliegenden Jahren wieder Werner Spörer übernehmen. Als Stellvertreter fungiert - nach einigem Zureden - Karl Busch.

Die neuen Stadträte (von links): Matthias Wolf (FW), Christine Weidmann (CSU), Mario Bauer (Wählerbund) und Maximilian Kastner (CSU).
Mario Rabenbauer ist der neue Zweite Bürgermeister in Waldershof. Er tritt die Nachfolge von Karl Busch an.
Gisela Kastner ist weiterhin Dritte Bürgermeisterin in der Kösseinestadt.
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