Waldershof
14.12.2025 - 11:47 Uhr
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Rückrufaktion bei Cube: „Nur ein kleiner Prozentsatz betroffen“

Der Waldershofer Fahrradhersteller Cube ruft Rennräder zurück. Rund 25.000 Räder müssen überprüft werden, um festzustellen, ob es Sicherheitsrisiken gibt. Was es mit der betroffenen Carbon-Gabel auf sich hat.

Cube ruft 25.000 Räder zurück. Es könnten Sicherheitsrisiken für die Fahrer bestehen. Bild: Matthias Bäumler
Cube ruft 25.000 Räder zurück. Es könnten Sicherheitsrisiken für die Fahrer bestehen.

Von Matthias Bäumler

Das ist für jedes Unternehmen äußerst unangenehm: Der Waldershofer Fahrradhersteller hat vor wenigen Tagen Rennräder zurückrufen müssen. Betroffen sind bestimmte Rennradmodelle der Serie Agree C:62 aus den Modelljahren 2025/2026. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Qualitätskontrolle Sicherheitsrisiken festgestellt. Cube untersagt seitdem das Benutzen der Räder. Bei einem kleinen Prozentsatz der Modelle bestehe ein Sicherheitsrisiko, das zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen könne.

Bei Cube steht das C:62 für den Carbonanteil. Das bedeutet: Der Anteil des Carbons am Rahmen und weiteren Bauteilen beträgt 62 Prozent. Die Carbonfaserschichten werden in einem Harzsystem verbunden, sodass die Teile einerseits besonders steif, andererseits leicht sind. Eine Gabel hält das Vorderrad und verbindet es mit dem Rahmen. Der Lenker ist mit einem Vorbau am oberen Ende der Gabel befestigt. Wir befragten Sophia Hoffmann aus der Marketingabteilung zu der Rückrufaktion.

ONETZ: Frau Hoffmann, wie viele Räder sind aller Voraussicht nach vom Rückruf betroffen – und wie viele davon werden tatsächlich Risse haben?

Sophia Hoffmann: Es müssen etwa 25.000 Rennräder überprüft werden. Wir wissen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Gabeln tatsächlich betroffen ist. Da wir nicht eindeutig sagen können, welche Gabel aus dieser Produktion davon betroffen ist, haben wir uns präventiv für einen größeren Rückruf entschieden.

ONETZ: Gibt es aktuell überhaupt so viele Austauschgabeln, damit die Händler für die Aktionen gerüstet sind?

Sophia Hoffmann: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Bereitstellung von Austauschgabeln. Die ersten Gabeln werden voraussichtlich ab Mitte Januar 2026 verfügbar sein. Weitere Lieferungen erfolgen kontinuierlich und in kurzen Abständen, bis die vollständige Versorgung gesichert ist.

ONETZ: Wo werden die Gabeln der Cube-Rennräder produziert?

Sophia Hoffmann: Die Entwicklung, das Design und ausführliche Tests unserer Räder finden hier bei uns am Standort in Waldershof statt. Unsere Rahmen – und entsprechend auch die Gabeln – werden in Asien gefertigt. In Waldershof montieren wir alle Cube-Bikes komplett.

ONETZ: Was sind die Ursachen, die zur Rissbildung führen können?

Sophia Hoffmann: Eine Änderung im Harzmaterial ab dem Modelljahr 2025 kann dazu führen, dass einzelne Gabeln im betroffenen Bereich einen zu geringen Harzanteil aufweisen.

ONETZ: Wie ist der Fehler festgestellt worden?

Sophia Hoffmann: Bei begleitenden Prüfungen unserer Qualitätssicherung ist der Fehler festgestellt worden. Daher haben wir uns natürlich sofort präventiv zu einem Rückruf entschieden.

ONETZ: Hat es schon Unfälle wegen der Gabeln gegeben?

Sophia Hoffmann: Uns ist bisher nichts von einem Unfall bekannt.

ONETZ: Wie schwerwiegend ist die Rückrufaktion für das Unternehmen Cube?

Sophia Hoffmann: Die Qualität und die Sicherheit haben für uns höchste Priorität und stehen für uns an erster Stelle. Deshalb war klar, dass der Rückruf zwingend ist. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu beheben, damit jeder sein Rad schnellstmöglich wieder nutzen kann.

ONETZ: Wie wird künftig verfahren, damit es nicht wieder zu derartigen Aktionen kommen muss?

Sophia Hoffmann: In unserem Cube-eigenen Testlabor wird jedes Bike intensiven Tests unterzogen. Zusätzlich begleitet ein Qualitätsmanagement-Team diese Tests. Unsere Produkte durchlaufen von jeher strenge Sicherheits- und Qualitätsprozesse. Dadurch ist die aktuelle Problematik auch aufgefallen. Durch unser eigenes Prüflabor am Headquarter in Waldershof sind wir in der Lage, kurzfristig die Produkte zu überprüfen und zu bewerten, wie auch in dem Fall.

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