13.06.2019 - 14:51 Uhr
WaldershofOberpfalz

Singend und voll Freude

An der 190. Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting beteiligen sich wieder zahlreiche Gläubige aus der Region. Viele von ihnen feiern am Gnadenort ein kleines Jubiläum.

Insgesamt 8000 Pilger zogen am Pfingstsamstag an der Gnadenkapelle vorbei zum Gottesdienst in die Basilika. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Bild) segnete die Gläubigen.
von Oswald ZintlProfil

Die Fußwallfahrt von Regensburg zur Gnadenmutter von Altötting war auch in ihrer 190. Auflage ein absolutes Muss für viele Gläubige. Kurz vor dem Pfingstfest starteten knapp 5000 Pilger, um betend und singend von der Bischofsstadt zum Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Altötting“ zu ziehen. Seit Jahrzehnten gehören zahlreiche Gläubige aus dem Fichtelgebirge und dem Stiftland zu den Verehrern der „Schwarzen Madonna“ am Gnadenort in Altötting.

Die Diözesanwallfahrt stand im Zeichen des 150. Jahrestags der Fertigstellung des Domes unter der Überschrift „Wie im Himmel so auf Erden.“

Insgesamt drei Tage waren die Pilger unterwegs und legten dabei eine Strecke von 111 Kilometern zurück. Damit alle Teilnehmer die Gebete und Lieder gleichzeitig mit vortragen konnten, waren zahlreiche Lautsprecher im Einsatz.

Pilgerführer Bernhard Meiler wandte sich darüber oft an die Mitreisenden. „Wir wollen betend, singend, voll Freude und Frieden unsere Anliegen, unsere Sorgen, aber auch unseren Dank mit den Füßen zur Gnadenmutter von Altötting bringen“, sagte er zu Beginn des 111 Kilometer langen Marsches.

Er verwies darauf, dass die 190. Fußwallfahrt keine Selbstverständlichkeit ist. Deswegen hob er besonders die Jugend hervor, die an der Spitze des Zuges voranging. Sie trug ein Banner mit der Aufschrift „Junge Wallfahrt“. „Nur mit der Jugend kann es weitergehen mit unserem großen Glaubenszug nach Altötting“, ergänzte Meiler.

In Burgweinting stieß Bischof Rudolf Voderholzer zur Gruppe. Er hatte offenbar Mühe, sich der Schrittgeschwindigkeit des Pilgerzugs anzupassen. „Die jungen Leute legen ein ganz schönes Tempo vor“, scherzte er. Im Vorbeigehen gab der Bischof den Gläubigen seinen Segen mit auf den Weg. Er freute sich über die vielen Menschen, die bei der Fußwallfahrt mitmarschierten. Ihm bewies das: „Die Kirche lebt, die Kirche ist jung. Das pilgernde Gottesvolk irrt nicht ziellos umher, es hat ein klares Ziel: Altötting.“ Nach etwa einer Stunde verließ Voderholzer den Pilgerzug. Am Samstag pilgerte er wieder eine Etappe mit. Am Zielort feierte er die Eucharistie mit den Gläubigen. Der Bischof verabschiedete sich von den Wallfahrern aber nicht, ohne ihnen einen Tipp mit auf den Weg zu geben: „Trinken Sie genug. Bier aber erst am Abend, so dass Sie gut schlafen und am nächsten Tag wieder gut aufstehen können.“

Die Pilgergruppe aus dem Fichtelgebirge konnte in diesem Jahr auf die 48. Teilnahme an der Diözesanwallfahrt verweisen. Seit 2008 organisiert Johannes Popp in Zusammenarbeit mit Miriam Bär und Harald Kastl die Wallfahrt. In diesem Jahr hatten sich 280 Gläubige daran beteiligt, die mit fünf Bussen nach Regensburg gebracht wurden. Über die drei Tage hinweg hatten die Fahrer alle Hände voll zu tun, die Gepäckstücke an die richtigen Orte und die Pilger zu den Quartieren zu bringen. Noch bewundernswerter ist, dass zwei der fünf Fahrer diese Arbeit ehrenamtlich leisteten. Und noch eines ist erstaunlich: Am zweiten Tag halfen 46 Teilnehmer aus dem Fichtelgebirge bei der Bewirtung von 2500 Pilgern in Semannshausen und machten sich anschließend wieder auf den Fußweg nach Altötting.

Beim Einzug am Samstagvormittag säumten zahlreiche Besucher den Weg am Kapell-Platz und hielten Ausschau nach ihren Verwandten und Freunden. Etwa 8000 Gläubige zogen vorbei an der Gnadenmutter und feierten anschließend mit dem Bischof einen festlichen Gottesdienst in der Basilika.

Viele Wallfahrer fanden während dieser drei Tage Trost, einen Ausgleich im Glauben, genossen die Gemeinschaft oder erhofften sich Hilfe bei Krankheiten oder aus scheinbar ausweglosen Situationen.

Bischof Rudolf Voderholzer freute sich besonders über die Teilnahme vieler junger Christen und appellierte an alle Besucher des Gottesdienstes: „Bleibt fest im Glauben und vertraut immer auf die Gottesmutter Maria.“

Markus Schultes aus Poppenreuth war zum 20. Mal dabei und brachte der Gottesmutter eine rote Rose.
Der ehemalige Poppenreuther Pfarrer August Sparrer hielt Ausschau nach seinen früheren "Schäflein" aus der Steinwaldgemeinde.
Brigitte Zaus (links) war in diesem Jahr zum 20. Mal bei der Wallfahrt dabei, Theresia Melzner (rechts) zum 15. Mal. Beide Pilgerinnen leben in Marktredwitz.
Fußwallfahrt nach Altötting.

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