02.09.2020 - 18:30 Uhr
WaldershofOberpfalz

Startschuss für die Ortsumgehung Waldershof

Mit dem offiziellen Spatenstich fiel am Mittwoch der Startschuss für den Bau der Ortsumgehung von Waldershof. Für das Großprojekt nimmt der Freistaat Bayern 32 Millionen Euro in die Hand. Die Bauzeit wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Beim offiziellen Spatenstich (von links): Bauamtsleiter Henner Wasmuth, Regierungspräsident Axel Bartelt, Bürgermeisterin Margit Bayer, Ministerialdirektor Helmut Schütz, stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Europaabgeordneter Christian Doleschal und Bezirksrat Toni Dutz.
von Oswald ZintlProfil

Die Erleichterung ist Bürgermeisterin Margit Bayer ins Gesicht geschrieben. Nach 40 Jahren Diskussionen, Planungen und Umplanungen wird nun die Waldershofer Ortsumgehung Wirklichkeit. Henner Wasmuth, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, begrüßte zum offiziellen Spatenstich am Mittwochnachmittag Ministerialdirektor Helmut Schütz vom bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, den Europaabgeordneten Christian Doleschal, den Regierungspräsidenten der Oberpfalz, Axel Bartelt, den stellvertretenden Landrat Alfred Scheidler, Bezirksrat Toni Dutz, Bürgermeisterin Margit Bayer und den Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel.

Das Projekt ist bereits seit Jahrzehnten ein Thema

Waldershof

"Das größte Projekt in der nördlichen Oberpfalz ist längst überfällig", sagte Henner Wasmuth. "Der Spatenstich gibt der Ortschaft und der Stadtentwicklung eine gute Zukunft." Nach der Planfeststellung und dem Planfeststellungsbeschluss ohne Klagen gelte es nun, die Grundstücksangelegenheiten mit mehr als 100 Eigentümern anzugehen.

Ministerialdirektor Helmut Schütz bezeichnete die Kosten von 32,2 Millionen Euro für die 3,4 Kilometer lange Ortsumgehung als "dicken Brocken". Die Finanzierung sei gesichert. Mit dieser Maßnahme werde auch der Heimatstrategie Rechnung getragen: "Wir werden weiter die Infrastruktur in der ländlichen Region ausbauen, weiter Ämter dorthin verlagern und so die Zusagen des Ministerpräsidenten umsetzen."

Kein zusätzlicher Verkehr

"Was lange währt, wird endlich gut", lautete die Einschätzung des stellvertretenden Landrats Alfred Scheidler. Die Ortsumgehung bringe eine große Entlastung für die Innenstadt von Waldershof. In diesem Zusammenhang entkräftete Scheidler den Vorwurf, dass neue Straßen für zusätzlichen Verkehr sorgen: "Hier ist es nicht der Fall. Der Verkehr wird hier zum Nutzen der Menschen umgelenkt."

"Was war heute vor 40 Jahren?", fragte das Waldershofer Stadtoberhaupt in die Runde und erinnerte daran, dass Helmut Schmidt Bundeskanzler war und Franz-Josef Strauß als Kanzlerkandidat antrat. Auch das Oktoberfest-Attentat von 1980 werde wohl für immer in trauriger Erinnerung bleiben.

Dringend notwendig

"Und nach 40 Jahren nimmt das Thema Ortsumgehung ein gutes Ende", zeigte sich Margit Bayer zuversichtlich. Ein besonderer Gruß galt dem Oberbürgermeister von Marktredwitz, Oliver Weigel. "Wie wir alle wissen, war es in der Vergangenheit nicht immer ganz einfach, Marktredwitzer und Waldershofer Interessen in dieser ganz speziellen Frage unter einen Hut zu bringen. Die Zeiten ändern sich, und auch der Verlauf der Ortsumgehung änderte sich einige Male. Mal waren es Marktredwitzer Einwände, mal die Ansprüche von Flora und Fauna, denen Vorrang gewährt werden mussten", erinnerte Margit Bayer und betonte: "Heute stehen wir hier und freuen uns gemeinsam über dieses infrastrukturelle Großprojekt, für das der Freistaat sagenhafte 32 Millionen Euro in die Hand nimmt und damit unsere Region über Bezirksgrenzen hinweg fördert und voranbringt." Die Ortsumgehung sei dringend notwendig. Bayer erinnerte daran, dass 14 000 Fahrzeuge pro Tag durch den Markt, das Herzstück von Waldershof, brettern.

Wir werden weiter die Infrastruktur in der ländlichen Region ausbauen, weiter Ämter dorthin verlagern und so die Zusagen des Ministerpräsidenten umsetzen.

Ministerialdirektor Helmut Schütz

Ministerialdirektor Helmut Schütz

"Der Bau der Umgehung, so realistisch dürfen wir heute sein, wird sich über mehrere Jahre ziehen. Die Planungen zur Aufwertung der Innenstadt unter Einbeziehung aller betroffenen Bürger und Unternehmen müssen aber jetzt beginnen", gab sich Bayer kämpferisch. Private Immobilienbesitzer zum Handeln zu bewegen, Investoren zu finden und selbst als Stadt aktiv zu werden, seien die nächsten Schritte. "Vieles ist schon heute möglich. Vielleicht muss es nicht immer das Neubau-Einfamilienhäuschen im Wohngebiet sein, vielleicht begeistert man sich als junge Familie auch mal für ein außergewöhnliches Anwesen im Markt oder der Innenstadt."

Aufenthaltsqualität im Markt verbessern.

Gastronomie sei ein sehr wichtiger Faktor für die Innenstadt, sagte Bayer. "Wir erleben bereits gute Ansätze in Richtung Stadtpark, das Interesse der Bevölkerung, nach Waldershof zu kommen, ist in jedem Fall da." Es gelte, die Aufenthaltsqualität im Markt zu verbessern. "Impulse zur Belebung durch Leuchtturmprojekte müssen schon heute in Angriff genommen werden. Hier sind wir schon aktiv und Sie dürfen gespannt sein, was in den nächsten Jahren hier angeschoben wird. Im Rathaus freuen wir uns auf die gute und tatkräftige Zusammenarbeit mit Ihnen, Herr Wasmuth, und dem Staatlichen Straßenbauamt in den kommenden Jahren", ergänzte Bayer.

Einen besonderen Dank richtete die Bürgermeisterin im Namen der Stadt Waldershof an den Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und an den kurzfristig ans Gesundheitsministerium entsandten Staatssekretär Klaus Holetschek, die sich beide persönlich stark dafür eingesetzt hätten, dass der Spatenstich nun über die Bühne gehen konnte.

Abschließend sagte Margit Bayer: "Viele Menschen haben nicht mehr dran geglaubt, nach all den Jahren. Umso mehr freut es mich, dass ich - ein Kind des Jahres 1980 - einen Tag nach meinem 40. Geburtstag heute hier stellvertretend für die Stadt Waldershof die Ehre habe, dieses klare Signal an die Bevölkerung geben zu dürfen: Die Umgehung kommt. Sie kommt tatsächlich. Und der Bau beginnt jetzt."

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