Waldershof
01.04.2026 - 13:59 Uhr

Storchenpaar in Waldershof eifrig mit Nestbau beschäftigt

Das Storchenpaar ist fleißig damit beschäftigt, den Horst auf dem Kamin des Sägewerks Schug auszubessern und auszubauen. Außerdem muss es täglich Angriffe von Artgenossen abwehren.

Das Storchenpaar poliert mit Elan und Ehrgeiz seine Sommerresidenz in Waldershof auf. Bild: Xaver Klaußner
Das Storchenpaar poliert mit Elan und Ehrgeiz seine Sommerresidenz in Waldershof auf.

Der Horst auf dem Kamin des Sägewerks Schug wird aktuell ausgebessert und ausgebaut. Der männliche Storch hat am 28. Februar das Nest in Beschlag genommen, seine Partnerin ist am 7. März angekommen. „Es handelt sich bei dem Storchenpaar um die Gäste aus dem letzten Jahr“, erklärt Uli Schug im Gespräch mit der Frankenpost und ergänzt: „Das Weibchen habe ich sofort an der grünen Beringung erkannt. Mit lautem Schnabel-Klappern wurde sie auf dem Kamin empfangen. Beide bauen seit Tagen wie die Verrückten an ihrem Horst in luftiger Höhe.“

Aber nicht nur der Nestbau und die Futtersuche stehen bei den beiden Störchen im Fokus. „Sie müssen täglich ihren Schlaf- und Brutplatz gegen ein zweites Storchenpaar verteidigen“, erläutert Uli Schug. Bei diesen „Eindringlingen“ könnte es sich um den Nachwuchs aus früheren Jahren handeln, vermutet Uli Schug.

Der Storchenfreund berichtet weiter, dass sich unterhalb des alten Schlosses und hinter dem Sägewerk – hier verlaufen zwei Bäche – auf den Wiesen und an den Bachläufen ein ideales Futterreservoire für die Weißstörche befindet. Uli Schug wird in den kommenden Tagen auch wieder Schilder aufstellen, die auf die Adebare hinweisen. An die Hundebesitzer, die den Weg unterhalb des Alten Schlosses gern nutzen, appelliert Schug eindringlich: „Bitte nehmt eure Vierbeiner bitte an die Leine, damit die Störche nicht gestört und vergrämt werden.“

Bei der Nahrungssuche schreitet Meister Adebar gemächlich mit geradem und schwach nach vorne gerichtetem Hals über Wiesen und Weiden. Sein Flug ist langsam und die Flügelschläge gleichmäßig. Im Gegensatz zu Reihern halten Störche sowohl Hals als auch Beine im Flug lang ausgestreckt. Als „Segelflieger“ nutzen sie die Thermik und steigen mit unbewegten Flügeln hoch in den Himmel. Von beringten Störchen weiß man, dass weit über 30 Jahre alt werden können.

Weißstörche sind alles andere als wählerisch. Ihre bevorzugte Nahrung sind Kleinsäuger, Frösche und große Insekten, wie etwa Heuschrecken. Sie fressen aber auch Reptilien, Fische und gelegentlich Eier und Küken von bodenbrütenden Vögeln. An ihre Jungen verfüttern die Storcheneltern in den ersten Wochen nach der Geburt zumeist Regenwürmer und Insektenlarven.

Für die Nahrungssuche haben Störche verschiedene Jagdtechniken entwickelt: Insekten und Würmer ergreifen sie während des Schreitens mit nach unten gerichtetem Kopf und Schnabel. Bei der Mäusejagd verharren die stattlichen Schreitvögel regungslos und schlagen dann blitzschnell zu.

Nach der Paarung legen die Weibchen in der Regel drei bis fünf Eier. Männchen und Weibchen wechseln sich dann bei der Brut ab. Während des ersten Lebensmonats werden die Jungen ständig von einem Altvogel bewacht. Nach etwa zwei Monaten werden die Nesthocker flügge, werden aber noch weitere zwei bis drei Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. Mit rund zweieinhalb Monaten sind die jungen Störche selbständig.

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