23.10.2018 - 11:07 Uhr
WaldershofOberpfalz

Tennis über Grenzen hinweg

Der Tennisclub Waldershof feiert 40. Jubiläum und schreibt gleichzeitig Tennisgeschichte: Als erster und einziger Tennisclub Deutschlands gründet er eine Tennisgemeinschaft über eine Bezirksgrenze hinweg - mit dem TC Fichtelgebirge.

Über eine Urkunde freuen sich die Gründungsmitglieder. Das Bild zeigt von links Vorsitzenden Herbert Pscherer, Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, Ingrid Wildgans, zweiten Vorsitzenden Olaf Korf (halb verdeckt), Anneliese Heinl, Peter Wildgans, Marita Späth, Brigitte Schraml und Bezirksvorsitzenden Johannes Deppisch.
von FPHSProfil

Es ist bei der Jubiläumsfeier die wichtigste Nachricht: Der Tennis-Landesverband Bayern hat den Antrag der beiden Tennisclubs TC Waldershof und TC Fichtelgebirge für eine Kooperation im aktiven Spielbetrieb genehmigt. Das teilte Johannes Deppisch, Bezirksvorsitzender des Tennisbezirks Oberpfalz, bei der Jubiläumsfeier im Waldershofer Clubheim mit. Die Gemeinschaft startet im Punktspielbetrieb unter dem Namen TC Steinwald/Fichtelgebirge.

Der Bezirksvorsitzende betonte, dass es sich dabei in Deutschland um die erste Tennisgemeinschaft über eine Bezirksgrenze hinweg handle. Die Kooperation bedeute, dass jeder Verein für sich selbstständig bleibe.

Der Spielbetrieb aber laufe nur in einem Bezirk, in diesem Fall in der Oberpfalz. Die Entscheidung sei klar gewesen, denn der TC Waldershof habe mit 19 Mannschaften mehr als der TC Fichtelgebirge mit 7 Teams im Spielbetrieb.

Vorher hatte der Bezirksvorsitzende dem TC Waldershof zum Jubiläum gratuliert: „Sie können auf Ihre 40-jährige Geschichte stolz sein. 19 Mannschaften im Spielbetrieb sind eine tolle Leistung.“ Damit gehöre Waldershof in der Oberpfalz zwar nicht zu den mitgliederstärksten, aber zu den aktivsten Tennisclubs im Bezirk.

Die Waldershofer Bürgermeisterin Friederike Sonnemann erklärte, beim TC Waldershof sehe man, was im Ehrenamt geleistet werde. Sie lobte die aktive Nachwuchsarbeit des Vereins. Schmunzelnd bedauerte sie, dass es mit dem Tennis bei ihr trotz eifrigen Trainings nicht so geklappt habe. Der Vereinsführung dankte sie für die erfolgreiche Arbeit. Und dass ein Verein nach solchen Investitionen schuldenfrei dastehe, sei auch keine Selbstverständlichkeit. Das könnten nicht viele Vereine von sich sagen.

Vorsitzender Herbert Pscherer hatte zu Beginn der Jubiläumsfeier neben dem Bezirksvorsitzenden Deppisch Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und Pfarrerin Cornelia Kraft auch die Vertreter der befreundeten Nachbarclubs aus Tirschenreuth und Mitterteich willkommen geheißen. Sein besonderer Gruß galt den Gründungsmitgliedern, die den Verein vor 40 Jahren aus der Taufe gehoben haben.

Den Rückblick zu Vereinsgründung und Bau der ersten Tennisplätze beim Kösseinebad gab der Vorsitzende in Bildern. Zug um Zug habe sich der Verein vergrößert und sogar noch vor dem „Becker-Boom“ mehr als 400 Mitglieder gezählt.

Heute habe der TC Waldershof 8 Tennisplätze und 19 Mannschaften im Spielbetrieb. Zu Spitzenzeiten seien es schon bis zu 25 Mannschaften gewesen, die in der Oberpfalz an der Spitze mitspielten und so manche Meisterschaft errungen haben. Ein besonderer Dank des Vorsitzenden galt den Eltern und Betreuern der Jugendlichen, die alleine im vergangenen Jahr rund 7000 Kilometer zu den Auswärtsspielen gefahren seien.

Im vergangenen Jahr habe die gemeinsame erste Mannschaft mit dem TC Fichtelgebirge den Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft, freute sich Pscherer. Und trotz aller Investitionen konnte Kassier Rainer Härtl nach gutem Wirtschaften und Bau eines Vereinsheims für fast eine halbe Million Mark melden, dass der Verein schuldenfrei ist.

Abschließend bedankte sich Vorsitzender Herbert Pscherer mit einer Urkunde bei den Gründungsmitgliedern Anneliese und Siegfried Heinl, Marita Späth, Ingrid Wildgans, Brigitte Schraml und Peter Wildgans, bevor sich ein gemütlicher Teil anschloss.

Hintergrund:

Aus dem vergangenen Jahr gab Vorsitzender Herbert Pscherer eine rückblickend ebenso lustige wie erstaunliche Episode zum Besten: Wie jedes Jahr habe der Verein auf seinem Gelände die Sonnwende mit einem großen Feuer gefeiert. Wie es Vorschrift ist, gab es bis zum nächsten Morgen eine Feuerwache bei dem noch rauchenden Feuer, damit nichts passiere. Trotzdem verständigte jemand am nächsten Morgen die Feuerwehr, dass es beim Freibad brenne. Mit 22 Mann und sechs Löschfahrzeugen rückten die Feuerwehren Waldershof und Poppenreuth aus, um den „Brand“ zu löschen. Als erste Maßnahme wurde ein Schaumteppich gelegt, um ein mögliches Ausbreiten der glimmenden Feuerreste zu verhindern, so Pscherer.

Auch die Polizei sei angerückt. "Die aufmerksamen Polizeibeamten ermittelten vor Ort nicht nur wegen Brandstiftung, sondern auch wegen eines Verstoßes gegen das Abfallgesetz. In den Brandresten wurden nämlich die Überreste einer Spanplatte unbekannter Herkunft gefunden."

Während die rechtliche Ahndung der Geschichte bald im Sand verlaufen sei, staunte die Vereinsführung einige Wochen später nicht schlecht, als ihr eine Rechnung der Feuerwehr über 1000 Euro für den Einsatz ins Vereinsheim flatterte. Mit diplomatischer und politischer Hilfe aber sei es gelungen, die Strafe doch noch abzuwenden, erzählte der Vorsitzende. Und auch Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, die einen Scheck zum Jubiläum überreichte, hoffte, dass das Geld eher für die Jugendarbeit hergenommen werden kann.

Johannes Deppisch vom Tennisbezirk Oberpfalz: "Der TC Waldershof schreibt Tennisgeschichte."
Bürgermeisterin Friederike Sonnemann überreicht Vorsitzendem Herbert Pscherer eine Geldspende.

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