01.03.2019 - 14:24 Uhr
WaldershofOberpfalz

Weg frei für Sozialarbeiter an Schule

Der Waldershofer Stadtrat beschließt einstimmig, eine Halbtagesstelle eines Jugendsozialarbeiters zu finanzieren. Außerdem soll es für Jugendliche der Stadt eine „Zukunftswerkstatt“ geben.

von Autor FPHProfil

An der Jobst-vom-Brandt-Schule in Waldershof wird künftig ein Jugendsozialarbeiter zur Verfügung stehen. In der Sitzung am Donnerstagabend hat der Waldershofer Stadtrat entschieden, die Finanzierung einer Halbtageskraft zu übernehmen. Der Stadt fallen im Jahr rund 10 000 Euro an Kosten an. Geld für den Sozialarbeiter gibt es auch vom Freistaat Bayern. Mitte der Woche hatte bereits der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Tirschenreuth dem Vorhaben grünes Licht gegeben (wir berichteten).

Petra Andritzky, die Rektorin der Schule, hatte die Einrichtung eines Jugendsozialarbeiters an der Grundschule beantragt und dies durch die gestiegene Anzahl an Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern mit sozialen Beeinträchtigungen und den damit einhergehenden Problemen begründet. Der Antrag sei relativ kurzfristig - am 29. Januar dieses Jahres - gestellt worden, sagte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann. "Ich bin froh, dass wir das in vier Wochen über die Bühne gebracht haben. Aber unsere Schüler sind die Eile wert", meinte Mario Rabenbauer, Sprecher der Fraktion von CSU und Wählerbund. Es habe schnell gehen müssen, denn der Jugendhilfeausschuss tage nur zweimal im Jahr. "Die nächste Sitzung wäre erst im Herbst gewesen, da hätten wir wieder ein Jahr verloren."

Gute Erfahrungen

Gisela Kastner (Freie Wähler, Rektorin der Mittelschule in Mitterteich) berichtete, dass sie gute Erfahrungen an ihrem Haus mit der Jugendsozialarbeit gemacht habe. "Das ist etwas, für das uns die 10 000 Euro nicht reuen sollten." Der Bedarf für solch eine Stelle bestehe: "Wir können diese Kinder nicht allein lassen." Die Lehrkräfte seien oftmals mit den verstärkt auftretenden sozialen und erzieherischen Problemen überfordert. Auch Michaela Härtl (Freie Wähler) und Gerhard Greger (SPD) begrüßten den Plan, an der Schule einen Jugendsozialarbeiter zu etablieren. Die Trägerschaft für die Maßnahme übernimmt der AWO-Bezirksverband Niederbayern-Oberpfalz.

Mit der Jugend hatte auch ein zweites Thema zu tun, mit dem sich der Stadtrat am Donnerstag befasste. Es ging um das Projekt "Zukunftswerkstatt", das die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth forciert. Jugendpflegerin Theresia Kunz war in die Sitzung gekommen, um den Räten das Konzept vorzustellen. Ziel sei es, junge Menschen in die kommunalpolitische Willensbildung ihrer Gemeinde einzubinden, sagte Kunz. Denn: "Die jungen Leute sind der Zukunftsfaktor schlechthin." Es sei wichtig, sie an die Kommune zu binden und die Heimat attraktiv zu machen, damit sie hier bleiben oder nach Ausbildung oder Studium zurückkehren.

Ideen und Wünsche

Die "Zukunftswerkstatt" soll nach den Worten von Theresia Kunz ein rund vierstündiges Treffen mit "Eventcharakter" sein, an dem die Jugendlichen ihre Vorstellungen, Ideen und Bedürfnisse zur Sprache bringen können. Sie sollen sagen, was ihnen an ihrer Gemeinde gefällt und was nicht - und wo etwas getan werden müsse. Vorgesehen ist, dass die Kommune die Veranstaltung mitfinanziert. Einen Teil der Kosten übernehme die Kommunale Jugendarbeit, erläuterte Kunz.

In Fuchsmühl etwa, wo es schon eine "Zukunftswerkstatt" gegeben hat, seien der Gemeinde Kosten in Höhe von 800 Euro entstanden. An dem Abend, an dem die "Zukunftswerkstatt" über die Bühne geht, soll es Essen, Trinken und Musik sowie eine Tombola geben. Die Stadt müsse Organisationsteam und Räumlichkeiten stellen, die Kommunale Jugendarbeit übernehme die Betreuung und unterstütze die Stadt bei der Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen. Das Projekt "Zukunftswerkstatt" stieß im Gremium auf offene Ohren. Einstimmig beschloss der Stadtrat, es in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeauftragten Christian Fritsch umzusetzen.

Im Blickpunkt:

Krawatten ab

Eine Stadtratssitzung am unsinnigen Donnerstag anzusetzen, birgt für männliche Stadtratskollegen gewisse Gefahren – sofern sie Krawattenträger sind. Winfried Neubauer und Mario Rabenbauer waren in Waldershof so unvorsichtig, mit Schlips zu erscheinen. Stadtratskollegin Gisela Kastner machte – mit Schere bewaffnet – kurzen Prozess: Schnipp, schnapp und die Krawatten waren nur mehr halb so lang. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann verfolgte die Aktion höchst amüsiert: Als Frau und mit Schal um den Hals musste sie keine Attacke fürchten. (fph)

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