13.01.2019 - 16:27 Uhr
WaldershofOberpfalz

Werte leben und verteidigen

„Bringen Sie sich in die politische Diskussion ein. Engagieren Sie sich", appelliert Bürgermeisterin Friederike Sonnemann beim Neujahrsempfang. Sie hält ein flammendes Plädoyer für eine lebendige Demokratie.

von Oswald ZintlProfil

Der Neujahrsempfang in der Kösseinestadt ist für Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und die Stadtverwaltung ein wichtiger Termin, um den Kontakt zu den Bürgern sowie den Unternehmen und Selbstständigen zu pflegen und zudem ein Forum für das Netzwerken und den Meinungsaustausch. „Eine lebendige Demokratie lebt vom aktiven Dialog, von der aktiven Debatte. Kommunikation ist das A und O vor allem in der Kommunalpolitik“, machte die Bürgermeisterin bei der Begrüßung vor zahlreichen Gästen in der Aula der Jobst-vom-Brandt-Schule deutlich.

Auf die Politik vor Ort eingehend sagte Sonnemann, dass bei allen Diskussionen und Debatten auch die Ereignisse in der Welt in die Betrachtungen einfließen müssen. „Wir leben schließlich nicht auf einer Insel der Glückseligen, die von der Umwelt abgekoppelt ist. Wir erleben derzeit mehr und mehr, dass das Prinzip der Konfrontation die globale Politik bestimmt“, erklärte die Bürgermeisterin und verwies dabei unter anderem auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, dessen Auswirkungen auch Europa und somit die Wirtschaft vor Ort beträfen. Die liberale Demokratie mit den Prinzipien der Toleranz und der individuellen Freiheit, der Rechtsstaatlichkeit und der freien Medien stünden in Konkurrenz zu autoritären Systemen, die freie und faire Wahlen ablehnen, die Freiheiten des Einzelnen beschneiden und die Rechtsstaatlichkeit durch Willkür ersetzen.

Friederike Sonnemann sagte mit Nachdruck: „Wir müssen uns klar zu unseren Werten bekennen, die wir auch im täglichen Miteinander leben sollten. Wir müssen bereit sein, diese vor Ort zu verteidigen.“ Und damit spannte die Bürgermeisterin den Bogen zur Wirtschaft und machte sehr klar deutlich, dass die heimischen Unternehmen von fairen, offenen Märkten profitieren und somit sichere Arbeitsplätze bieten und damit das Gemeinwohl fördern und eine funktionierende Infrastruktur ermöglichen. Sonnemanns Appell für 2019 an die Bürger: „Engagieren Sie sich in Vereinen und in sozialen Bereichen. Das hält unsere Demokratie am Leben. Nur so können wir unsere Werte verteidigen.“ Auf die Arbeit im Stadtrat eingehend stellte die Bürgermeisterin fest: „Wir streiten oft heftig, wir diskutieren oft stundenlang, wir haben unterschiedliche Ansichten, was das Beste für die Menschen ist. Doch am Ende finden wir eine gemeinsame Lösung, einen Konsens.“

Das Wohl der Stadt, so Sonnemann weiter, "ist sehr eng damit verbunden, dass wir den Wirtschaftsstandort weiter stärken und den Menschen gute Voraussetzungen zum Leben und Arbeiten bieten". Deshalb werde die Stadt in den kommenden Monaten alles daran setzen, die Erschließung der Rosenthal-Brache voranzutreiben, weitere Baugebiete ausweisen und die Attraktivität des Stadtparks - als Erholungsoase und Treffpunkt aller Generationen im Herzen der Stadt – steigern. Die Barrierefreiheit bezeichnete die Bürgermeisterin als soziales Recht, dem die Stadt in den kommenden Monaten im Bereich der Schule und des Friedhofes Rechnung tragen werde. Weiter stehen auf der Agenda der Bürgermeisterin eine bürgerfreundliche Verwaltung mit vielen Angeboten, die von zu Hause aus wahrgenommen werden können und ein aktiver Umweltschutz mit Baumpflanzungen und dem Anlegen von Grünflächen, um dem Klimawandel aktiv entgegen zu wirken. „Dieses Geld für den aktiven Umweltschutz ist gut investiert, auch im Sinne unserer Kinder und Enkel.“

Die Besucher des Neujahrsempfangs wurden in der Aula von zwei weiß gekleideten Stelzenläuferinnen mit einem Glas Sekt empfangen. Nach der Ansprache der Bürgermeisterin wurden traditionell das Waldershofer Heimatlied, die Bayern- und die Nationalhymne gemeinsam angestimmt. Bevor es dann für die Besucher Zoigl und kleine Snacks gab, war eine lebende Leinwand zu bestaunen. Weiße Gestalten wurden zu Projektionsflächen. In kurzen Szenarien fingen sie Bilder ein, ließen sie wieder verschwinden. Und zum Abschluss zauberte eine Akteurin viele bunte Lichtelemente auf die Bühne.

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