27.11.2020 - 14:38 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Acht Krippen vor der Basilika Waldsassen

In der Adventszeit gibt es in der Klosterstadt eine Besonderheit: Dort dürfen sich Kinder wie Erwachsene von den Darstellungen der Geburt Christi auf einem Brunnen faszinieren lassen. Die Idee dafür entstand einst im Rathaus nebenan.

Um den Brunnen am Basilikaplatz gibt es wieder einen Krippen-Rundweg.
von Externer BeitragProfil

Zum 26. Mal wird diese Brunnenkrippen-Ausstellung heuer präsentiert. Sie kam einst nach einer Idee des früheren Bürgermeisters Hans Schraml zustande. 1995 ist die kleine Tradition am Basilikaplatz begründet worden. Die Kästen für die Krippen waren am Donnerstag von Bauhof-Mitarbeitern auf den Brunnen gesetzt worden, am Nachmittag kamen Krippenfreunde zur Ausgestaltung.

Am Freitagnachmittag stand die Eröffnung des Rundwegs auf dem Plan. Immer abends sind die Kästen auch beleuchtet und sorgen am Basilikaplatz zusammen mit dem Christbaum und der angeleuchteten Basilika für eine besondere Stimmung.

Wieder acht Krippen

Dieses Jahr gibt es auf dem Brunnen wieder acht Krippen zu bewundern. Die Realschule im Stiftland hat eine große Weihnachtskrippe gestaltet. Die große Stallscheune samt Nebengebäude und die weißen Figuren aus Masse in moderner Version wurden vor Jahren von Schülern angefertigt – im Werkunterricht bei Joachim Peetz. Nun hatte Fachlehrerin Teresa Kneidl die Leitung, als Schüler die Darstellung aufbauten.

Anton Philipp aus Waldsassen hat vor 20 Jahren den Stall der Weihnachtskrippe selbst angefertigt. Die neuzeitlichen Figuren aus Masse bzw. Kunststoff haben seine Eltern in der Nachkriegszeit im Handel erworben. Durch den gemalten Hintergrund wird eine bessere Tiefenwirkung erzielt.

Brunnenkrippen sind ein Nordoberpfälzer Phänomen

Höhle aus Ton

Daniela und Markus Haberzett zeigen ihre Weihnachtskrippe aus Ton in einer selbstgefertigten Höhle – mit der Szene der Geburt Jesu mit Heiliger Familie, Hirten sowie den Königen mit goldfarbenen Details.

Schülerinnen der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen unter Leitung von Fachlehrerin Michaela Mark haben ebenfalls eine Krippe gestaltet – mit Heiliger Familie, einem Hirten und den Heiligen Drei Königen. "Alle Figuren moderner Form sind farbig gefasst und stammen aus Polen, wo sie eine Schülerin vor Jahren erworben und der Schule überlassen hat", heißt es dazu in der Pressemitteilung der Stadt Waldsassen. "Die Stallscheune hat vor Jahren Herr Siegert aus Tirschenreuth, der Opa einer Schülerin, gefertigt und der Schule zur Verfügung gestellt."

Hirtenfeld vorm Gebirge

Eine Weihnachtskrippe mit offenem Stall, davor einer freien Landschaft als Hirtenfeld und im Hintergrund der gemalten Ansicht einer Gebirgslandschaft zeigen Agnes Treml und Hans Zölch. „Die Krippe schmücken zahlreiche mittelgroße, holzgeschnitzte und gefasste Figuren, die vermutlich aus dem Egerland stammen.“ Im offenen Stall wird die heilige Familie von Ochs und Esel flankiert, davor sind die Heiligen Drei Könige sowie Hirten mit einigen Schafen zu sehen.

Daniela und Markus Haberzett zeigen eine alpenländische Weihnachtskrippe in einer Wurzelhöhle. Die Figuren aus Masse stammen aus den 50er Jahren von einer Waldsassener Familie. „Dargestellt ist die Heilige Familie begleitet von Waldbewohnern, Rehen und einem Jägersmann“, informiert dazu die Stadtverwaltung.

"Herbergssuche"

Andreas Grillmeier hat die "Herbergssuche" gestaltet – mit bayerisch-bäuerlich bekleideten und beweglichen Figuren der Schnitzerei "Georg Lang selig Erben" aus Oberammergau. Die Figuren und die Krippengebäude sind etwa 35 Jahre alt.

Michael Mickisch und Schüler der Mittelschule haben eine Krippe vor einer offenen Stallscheune gestaltet. Die neuzeitlichen Figuren waren vor einigen Jahren von der damaligen Raiffeisenbank im Stiftland gesponsert worden. Der Stall und die Einrichtung sind das Werk eines früheren Schüler-Baukurses, bei dem Karl Rothenaichner und Hans Zölch vom Gerwig-Kreis Waldsassen Unterstützung leisteten.

Krippen im Kloster erst ab Heiligabend

Noch bis Heiligabend warten müssen Krippenfreunde, wenn sie die anderen Darstellungen der Geburt Jesu rund um den Basilikaplatz sehen wollen. Dazu gehören natürlich die Krippen in der Basilika – die Porzellankrippe sowie die Krippe mit großen Figuren am Seitenaltar vorne rechts. Mit mehreren Sehenswürdigkeiten zur Weihnachtszeit wartet die Zisterzienserinnen-Abtei auf – ebenfalls erst ab Heiligabend.

Schon jetzt im Gästehaus St. Joseph gezeigt werden - in einer adventlichen Gestaltungen - biblische Erzählfiguren (Egli-Figuren). Ab Weihnachten finden sie dann „Zuflucht“ unter der Treppe im Gästehaus St. Joseph. Die Szene besteht aus der Heiligen Familie mit Ochs und Esel, den Hirten mit Schafen, einem Lagerfeuer, Frauen und den Heiligen Drei Königen mit Kamel.

Die Krippenszene im Kreuzgang ist täglich von 13.30 bis 18 Uhr zugänglich. Dort ist in der Weihnachtszeit auch das historische Gemälde mit der Darstellung der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) extra beleuchtet. Wer dann einen Blick in die Klausur wirft, kann ein altes Fatschenkindl sehen. In der Klosterkirche, eine Türe weiter, gibt es dann – ebenfalls ab Weihnachten – noch die Krippe des Klosters mit einem lebensgroßen Jesulein. Diese kann jeden Abend bei der Vesper um 17.30 Uhr betrachtet werden.

Mitarbeiter des Stadtbauhofs haben die Krippenkästen am Donnerstag auf den Brunnen am Basilikaplatz gesetzt.

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