01.08.2018 - 15:32 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Alle Kriterien erfüllt

Nach Kemnath und Tirschenreuth soll bald auch Waldsassen Fairtrade-Stadt werden. Für die Bewerbung treffen sich die Initiatoren im Bayerischen Hof, um eine Steuerungsgruppe zu bilden.

Eine Inititaive aus Privatpersonen, Vertretern der Stadt, Kirche, Schulen, Einzelhandel und Gastronmen will Waldsassen zur Fairtrade-Stadt machen. Für die Bewerbung musste eine Steuerungsgruppe gebildet werden. Die beiden Sprecherinnen sind Gudrun Sirtl und Christina Kunz (von rechts, vorne Mitte).
von Lucia SeebauerProfil

(lue) „Wir haben uns vor einem dreiviertel Jahr das erste Mal zu einem fairen ökologischen Frühstück in "Stella’s Feinköstlich" getroffen“, erklärte Angela Frank. Im Anschluss gab es weitere unverbindliche Treffen. Dabei entstand die Idee, Waldsassen zur Fairtrade-Stadt zu machen. „Es ist eine Initiative aus dem Volk heraus“, sagte Frank. Am Dienstagabend traf sich die Truppe im Bayerischen Hof wieder, um eine Steuerungsgruppe zu gründen.

Fairtrade-Produkte sind vielfältig: Dazu zählen meistens Lebensmittel wie Kaffee, Kakao, Bananen, Zucker oder Reis. Daneben gibt es aber auch Textilien, Kunsthandwerk, Blumen oder Sportbälle. Die Fairtrade-Städte versuchen auf kommunaler Ebene fairen und nachhaltigen Handel zu unterstützen. Die Steuerungsgruppe ist für die Koordination und Organisation vor Ort zuständig und begleitet die Kommune auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt. Bei der Versammlung wurden Gudrun Sirtl von der KAB und Christina Kunz als Sprecherinnen gewählt. Diese Maßnahme ist die letzte der fünf Kriterien, welche die Initiative für die Bewerbung erfüllen muss.

Der Rest ist bereits geschafft. Zum einen brauchte es einen Stadtratsbeschluss. Harald Hertel berichtete: „Wir haben ja alle gehofft, dass die Stadt sich auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt macht. In der jüngsten Sitzung wurde es einstimmig beschlossen.“ Vor etwa vier Jahren hatte bereits die Unabhängige Wählervereinigung ein ähnliches Ansinnen. „Doch die Stadt hätte die alleinige Verantwortung dafür übernehmen müssen und es gab kein Konzept. Das ist hier anders“, so Hertel.

Die Stadt will den Kauf von fairen Waren unterstützen. Ein Grund sei auch die Flüchtlingssituation in den letzten Jahren. „Man muss vor Ort seinen Teil leisten und dafür sorgen, dass es in den Ländern, woher die Menschen kommen, bessere Löhne gibt“, betonte das Stadtratsmitglied. Hertel schloss sich ebenfalls der Steuerungsgruppe an und will als Bindeglied zwischen Stadt und Initiative vermitteln.

Des Weiteren ist es für die Bewerbung notwendig, dass lokale Einzelhandelsgeschäfte, Floristen, Cafés oder Restaurants mindestens zwei Produkte aus dem Fairtrade-Sortiment anbieten. Die Anzahl der geforderten Beteiligten ist wiederum abhängig von der Einwohnerzahl der Kommune. „In Waldsassen braucht es drei Geschäfte und zwei Gastronomen, die mitmachen“, so Frank. Beispielsweise hat sich der Gasthof Prinzregent Luitpold entschlossen Multivitamin-Saft und Wein anzubieten. Der Bayerische Hof möchte Reis, Tomaten-Pesto und eine Nuss-Nougat-Creme in die Küche aufnehmen.

Weiterhin ist Engagement aus der Zivilbevölkerung gefragt. So ist es ein weiteres Kriterium, dass sich mindestens ein Verein, ein kirchlicher Vertreter sowie eine Schule mitwirken. Mit im Boot sind unter anderem auch der Pfarrgemeinderat, die Umweltstation im Klostergarten oder die Mädchenrealschule. Ziel ist es das Konzept des fairen Handels über Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit weiterzutragen.

Letztes Kriterium ist schließlich die Veröffentlichung von Medienberichten. Im Jahr sollen vier Berichte oder mehr erscheinen. Bei einem nächsten Treffen, wollen die Beteiligten sich in einer kleinen Runde nochmal zusammensetzen und die Bewerbung fertig ausfüllen. Angela Frank erklärte: „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr mitmachen.“ Interessierte können sich bei der Initiative melden und sich informieren.





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