„Man musste sich anpassen, nicht auffallen. Ich habe nur versucht zu überleben. Ich wollte Mensch bleiben. Doch was für ein Mensch bin ich, wenn ich nicht einmal versuchte, meinem Nächsten zu helfen?“ Das Zitat eines ehemaligen Häftlings im Konzentrationslager Flossenbürg bringt an diesem Vormittag die Eindrücke und Erzählungen für die Realschüler auf den Punkt. Wie überlebte man das Martyrium, die schwere Arbeit und den unmenschlichen Alltag? Die Besucher erfuhren, dass dies nicht vielen gelang. Beim Rundgang, beginnend beim SS-Bereich und der Kommandantur, vorbei am Appellplatz, an Arrestzellen, Barackengrundrissen und dem Lagerbordell bis hin zum sogenannten "Tal des Todes", dem Sterbebereich und dem Krematorium, wurde jedem bewusst, dass eine Einlieferung nach Flossenbürg eigentlich den sicheren Tod bedeutete.
Auch erhielten die Jugendlichen im Rahmen der Führungen durch ehrenamtliche Mitarbeiter Antworten auf viele offene Fragen, welche im Geschichtsunterricht während der Gespräche über das Dritte Reich und den Holocaust aufkamen. Vor allem der Alltag der Häftlinge rückte an diesem Tag in den Vordergrund. Dass am Ende circa 1000 Häftlinge in einer Baracke zusammengepfercht wurden, dass keinerlei Privatsphäre existierte, dass es nie genug zu essen gab, dass die Arbeit im Steinbruch und die Schikanen durch SS und Mithäftlinge - auch Capos genannt - jeden menschlichen Charakterzug vergessen ließen. Man war eine Nummer. All das schockierte, machte nachdenklich und bedrückt.
Dem ganzen Nachdruck verlieh der anschließende Gang durch die Ausstellung, wo zahlreiche Skizzen und Zeichnungen von Häftlingen das Erzählte in Bilder fassen. Vor allem die Überschriften blieben bei den Schülern haften: Zwangsarbeit, Krankheit, Hunger, Kälte, Sterben, Gewalt, Strafen - und vor allem: Kein Weg zur Freiheit! Wo doch ironischerweise am Eingangstor die Aufschrift "Arbeit macht frei" prangte. Nach diesem Rundgang war jedem bewusst, was Freiheit hier in Flossenbürg bedeutete - nämlich die Erlösung durch den Tod.



















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